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Nachricht vom 05.10.2022    

Heimat-Jahrbuch 2023 des Landkreises Neuwied ist erschienen

Von Helmi Tischler-Venter

Im Neubau der Burgvilla Dattenberg, die das attraktive Titelfoto, per Drohnenkamera von Zeljko Anic aufgenommen, ziert, wurde am 5. Oktober das diesjährige Heimat-Jahrbuch des Landkreises Neuwied präsentiert. Das 413-seitige, fest eingebundene und überwiegend bunt bebilderte Buch ist bereits im Handel verfügbar und kostet lediglich sieben Euro.

Helmut Krämer aus Neuwied wurde besonders von Landrat Achim Hallerbach geehrt. Fotos: Helmi Tischler-Venter

Dattenberg. Landrat Achim Hallerbach wies darauf hin, dass das Heimat-Jahrbuch, das früher „Heimatblätter“ hieß, seit 96 Jahren ein beliebtes Kompendium zur Heimatgeschichte darstellt. Trotz drastisch gestiegener Papierpreise habe man sich um einen unschlagbar günstigen Verkaufspreis bemüht.

Sein besonderer Dank galt Helmut Krämer aus Neuwied, der nicht nur Beiträge für das Heimat-Jahrbuch, auch in Mundart verfasste, sondern auch 25 Jahre für das Kreismedienzentrum arbeitete und alle Daten von 1922 bis einschließlich 2021 und die Namen der Autoren in eine elektronische Datenbank aufgenommen hat, alles ehrenamtlich. Krämer sagte, er sei dankbar, dass er viele Jahre am Heimat-Jahrbuch mitwirken konnte. Er habe etwas über 8.500 Beiträge gelesen und jahrelang daran gearbeitet, die Suchbegriffe einzugeben. Krämer bedauerte, dass dies sein wahrscheinlich letzter Beitrag für das Heimat-Jahrbuch sei wegen einer Sehbehinderung.

Der Landrat zeigte sich dankbar für das viele ehrenamtliche Engagement, ein Bereich, in dem Rheinland-Pfalz federführend sei. Er bedauerte zugleich, dass der Haustürverkauf durch die Grundschulen abnimmt, weil die Corona-Pandemie viele Unsicherheiten erzeugt.

Federführend verantwortlich für den Inhalt des Heimat-Jahrbuchs zeichnet Dr. Reinhard Lahr, Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde, daher stellte er die Struktur des Buches vor. Wie üblich, stehen ein Kalendarium und der Jahresrückblick am Anfang. Zu seinem Bedauern musste er Nachrufe auf Norbert Bleidt, Künstler, Architekt und Heimbach-Weiser Original verfassen und Museumsdirektor Bernd Willscheid schrieb den Nachruf auf seine Vorgängerin Rosemarie Schütz.

In chronologischer Folge wurden eine Abhandlung über den römischen Weihestein in der katholischen Pfarrkirche Neustadt/Wied und - ebenso durch die Römer verursacht - über die Geschichte des Rheinbreitbacher Weinbaus, der im 19. Jahrhundert als eine der sieben besten Lagen am Mittelrhein galt. Vier Burgen der Salierzeit im vorderen Westerwald: Alteburg Sayn, Isenburg, Urbacher Burg und Burg Altwied werden beschrieben, gefolgt von einer Abhandlung über Isenburg im Hohen Mittelalter und der Kapelle auf dem ehemaligen Marienstatter Hof in Arienheller.

Schauderhaft war die Massenhinrichtung von Räubern und Mördern 1612/13 in Linz und Umgebung. In unruhigen Zeiten lebte auch der Rengsdorfer Pastor Johann Moschetus, geboren um 1600, gestorben 1673. Die Roentgens bauten nicht nur Luxusmöbel, sondern fertigten auch Serienmöbel an.



Wie Prinz Maximilian zu Wied in Ausstellungen dargestellt wurde und wird, beleuchtet ein Aufsatz. Ein Neuwieder Wunderkind gab es, den Komponisten Johann Martin Friedrich Nisle. Anlässlich des Weierbaus des Kölner Doms kamen 1842 der preußische König Wilhelm IV. und seine Gemahlin Elisabeth Louise mit dem Schiff und wurden von Schulkindern aus Feldkirchen und Irlich im Vorbeifahren begrüßt.

Die Familie Trimborn, die in Erpel den Fronhof kaufte, steht im Fokus eines Aufsatzes. Auch wie sich der Ausbruch des Vulkans Krakatau auf Heddesdorf auswirkte, ist Gegenstand einer Untersuchung. Ebenso der „Systemstreit" zwischen den Genossenschaftsgründern Raiffeisen und Schulze-Delitzsch.

Der Konflikt zwischen Altkatholiken und Katholiken in Erpel und ein Rengsdorfer Jesuit auf den Spuren von Maximilian zu Wied sowie die Geschichte der jüdischen Gemeinde Rheinbreitbach sind interessante Betrachtungen.

Industrielle Themen wie die Eisenbahn in Engers und die hundertjährige Qualitätssicherung für die heimische Baustoffindustrie und die Geschichte der Basaltsteinbrüche bei Fernthal/Jungfernhof sind lesenswert.

Eine weitere Familiengeschichte befasst sich mit den Marmés aus der Niederbieberer Jakobsgass. Rheinbreitbach und Umgebung sind Schauplatz einer Geschichtsreise in die Jahre der Weimarer Republik. „Rengsdorf-Case“ beinhaltet Lynchmorde im Winter 1944/45 an drei alliierten Fliegern. Im selben Zeitraum spielen die Erlebnisse der Leutesdorfer Gemeindeschwester Käthe Selt.

In den 50er Jahren fuhr man zur Sommerfrische in das Wiedbachtal und 50 Jahre alt ist der Kreiswaldbauverein Neuwied. Und seit zehn Jahren ist Unkel die Außenstelle der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung.

Naturthemen beenden die Aufsätze: Die Wied und ihre Nebenbäche, bemerkenswerte Vorkommen von Blütenpflanzen im Landkreis Neuwied, Heckrinder im Engerser Feld, das Westerwälder Rind und der Westerwälder Kuhhund. Buchbesprechungen und die Autorenliste schließen den Band ab.

Diese Auflistung zeigt die Vielfalt unserer Region, die wieder einmal in lesenswerten Beiträgen im Heimat-Jahrbuch dargestellt ist. (htv)


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