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Pressemitteilung vom 30.09.2022    

Arbeitsmarkt in Neuwied und Altenkirchen: Weniger Stellen und weniger Arbeitslose im September

Der September sorgt für gute Nachrichten vom regionalen Arbeitsmarkt: Aktuell sind im Bezirk der Agentur für Arbeit Neuwied– er umfasst die Kreise Neuwied und Altenkirchen – 8.071 Menschen ohne Job gemeldet. Das sind 427 Personen weniger als im Vormonat, aber 127 Personen mehr als im Vorjahresmonat.

(Symbolfoto)

Kreis Neuwied / Kreis Altenkirchen. Die Arbeitslosenquote hat sich gegenüber August um 0,3 Prozentpunkte auf 4,7 Prozent verringert. Im Vergleich zum September 2021 ist sie um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.

In den letzten vier Wochen mussten sich 1.859 Männer und Frauen arbeitslos melden, während sich 2.286 abgemeldet haben. Darunter sind 647 Personen, die direkt aus dem Erwerbsleben kamen. Auf der anderen Seite konnten 749 Personen einen neuen Job antreten. „Wir rechnen auch in den nächsten Wochen mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit“, sagt Karl-Ernst Starfeld, Leiter der Arbeitsagentur Neuwied. „Die in diesem Jahr vergleichsweise späten Sommerferien haben teilweise zu einer zeitlichen Verschiebung der sonst üblichen Entwicklung im September gesorgt.“

Mehr junge Arbeitslose
So sind derzeit 746 Personen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das ist ein Plus von 17,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In der Personengruppe von 15 bis 20 Jahren ist sogar ein Anstieg um 43,2 Prozent – allerdings auf sehr niedrigem Niveau -zu verzeichnen. „Es ist davon auszugehen, dass viele dieser jungen Menschen in den nächsten Wochen in Ausbildung, Beschäftigung oder Studium starten und aus der Arbeitslosigkeit treten.“

Jedoch ist auch die Flüchtlingswelle aus der Ukraine mit vielen Jüngeren ein weiterer Faktor, der auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes wirkt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist der Anteil ausländischer Arbeitsloser um 34 Prozent (+656 Personen) gestiegen. Diese Steigerung fällt maßgeblich in den Zuständigkeitsbereich der Jobcenter, da diese seit dem 01.06.2022 für den Lebensunterhalt und die Förderung der ukrainischen Geflüchteten verantwortlich sind (+622 Personen).

„Eine schnelle Arbeitsmarktintegration wird ohne ausreichende Sprachkenntnisse nicht möglich sein, daher steht der Spracherwerb gegenwärtig an erster Stelle“, so Starfeld. „Wie viele Geflüchtete aus der Ukraine letztendlich in Deutschland bleiben und arbeiten werden, ist ungewiss und sicherlich stark abhängig davon, wie lange es dauert, bis in ihrem Land wieder Sicherheit und Frieden herrscht. Je mehr sie sich zu dem Zeitpunkt bereits hier eingelebt haben, soziale Kontakte gefunden und beruflich Fuß gefasst haben, umso wahrscheinlicher ist es, dass sie für längere Zeit in Deutschland bleiben werden.“

Rückgang auf dem Stellenmarkt
Auf dem Stellenmarkt zeigt sich im Monatsverlauf ein leichter Rückgang: Die Betriebe meldeten im September mit 519 Jobs 103 weniger als im August. Seit Jahresbeginn aber wurden bereits 4.815 Angebote gezählt; das ist ein Plus von 134 Stellen bzw. 2,9 Prozent gegenüber dem Stand im September 2021.



Eine treibende Kraft ist das Verarbeitende Gewerbe. Von aktuell 3.804 (+832 zum Vorjahr) offenen Stellen sind 1.528 Fertigungsberufen oder Fertigungstechnischen Berufen zuzuordnen. Dahinter kommen Verkehrs- und Logistikberufe mit 471 sowie Bau- und Ausbauberufe mit 469 offenen Stellen. Karl-Ernst Starfeld: „Der stark angestiegene Bestand ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass der Fachkräftebedarf immer weiter zunimmt.“ Auf der anderen Seite sind ein Drittel der Arbeitslosen langzeitarbeitslos. “Der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit ist eine gute Qualifikation, sei es durch eine Ausbildung oder eine abschlussorientierte Weiterbildung im Erwachsenenalter“, so Karl-Ernst Starfeld.

Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit
Nachdem die Langzeitarbeitslosigkeit in Folge des Lockdowns stark gestiegen war, arbeiten Arbeitsagentur und Jobcenter intensiv am Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit durch attraktive Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Und es zeichnen sich erste Erfolge ab: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 730 Personen gesunken.

Parallel zur sinkenden Langzeitarbeitslosigkeit ist insbesondere seit Jahresbeginn 2021 die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung kontinuierlich gewachsen. Laut der neuesten Statistik waren Ende März 2022 104.443 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig erwerbstätig. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 2.012 Personen, im Vergleich zum vierten Quartal 2021 sind es 305 Personen weniger. „Im Vorjahresvergleich steigt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erneut deutlich um glatte 2 Prozent, die Dynamik lässt in unserer Region aber etwas nach“, sagt Karl-Ernst Starfeld.

Abschließend die wichtigsten Werte aus den beiden Landkreisen, die von der Arbeitsagentur Neuwied betreut werden:
Im Kreis Altenkirchen sind derzeit 3.270 Menschen arbeitslos. Das sind 136 Personen weniger als vor einem Monat und 58 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozentpunkte gesunken und befindet sich exakt auf dem Vorjahreswert bei 4,6 Prozent.

Für den Kreis Neuwied werden 4.801 Personen ohne Job gezählt; das ist ein Rückgang um 291 Männer und Frauen gegenüber dem Vormonat und Anstieg um 185 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 0,2 Prozentpunkte angestiegen.

(Pressemitteilung Agentur für Arbeit Neuwied)



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