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Pressemitteilung vom 05.09.2022    

Kreis Neuwied: Hat Corona seinen Schrecken verloren?

Die Sommerwelle ist abgeebbt. Was die bundesweiten Zahlen aussagen, lässt sich auch für den Kreis Neuwied bestätigen: Die Corona-Inzidenz liegt an Rhein und Wied aktuell knapp unter 170 - ein deutlicher Rückgang verglichen mit rund 700 Anfang Juni. Doch können sich die Bürger aufgrund dieser Zahlen sicher fühlen?

Die Sommerwelle ist abgeebbt - was bedeutet das für die Zukunft? (Symbolbild)

Kreis Neuwied. „Die Aussagekraft der Statistik ist natürlich sehr begrenzt, die echten Zahlen dürften um den Faktor drei, vier oder fünf höher liegen“, schätzt Landrat Achim Hallerbach. Der Trend sei trotzdem eindeutig. Das kann auch Michael Heumann als Referatsleiter „Infektionsschutz“ beim Neuwieder Gesundheitsamt nur stützen: „Die Statistik bezieht sich allein auf die positiven PCR-Tests. Anfang Juni, vor Einführung der neuen Testverordnung, hatten wir aber noch ungefähr dreimal so viele positive Schnelltests zusätzlich erfasst. Dieses 1:3-Verhältnis hat sich mittlerweile gedreht. Wir liegen jetzt bei 2:1“, informiert er. Oder anders ausgedrückt: Bezieht man die positiven Schnelltests mit ein, dann kommt man Anfang Juni – selbst wenn man einrechnet, dass ein Teil der POC-Tests durch PCR bestätigt und somit doppelt erfasst wurde – auf eine Inzidenz zwischen 2100 und 2800. Anfang September hingegen liegt sie bei gleicher Rechnung nur noch bei bis zu 250. Ein rapider Rückgang.

Mehrzahl ist grundimmunisiert
Und es gibt eine weitere positive Nachricht: Die Corona-Infektionen haben einen beträchtlichen Teil ihres Schreckens verloren. Weil mittlerweile fast alle Bürger grundimmunisiert sind – vor allem durch Impfung, aber auch durch Infektion - und die Omikron-Variante weniger schwere Verläufe verursacht, sind die gesundheitlichen Auswirkungen insgesamt deutlich weniger gravierend. Das hat dazu geführt, dass die Krankenhäuser zwar damit zu kämpfen haben, dass (zu viel) Personal krankheitsbedingt ausfällt, die Hospitalisierungszahlen aber im gesamten Jahr 2022 vergleichsweise niedrig geblieben sind.

In eine ähnliche Richtung weisen die Todesfallzahlen. Waren 2020, als noch der Ur- beziehungsweise Wildtyp kursierte, 59 Fälle zu betrauern, so registrierte das Neuwieder Gesundheitsamt im Jahr 2021 (überwiegend Alpha und Delta) 164 Verstorbene im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Im laufenden Jahr, mit Omikron als vorherrschender Variante, sind bislang 50 Todesfälle gezählt worden. Dem gegenüber stehen die absoluten Infektionszahlen: Waren bis zum 31. Dezember 2021 offiziell rund 13.200 Positivfälle im Kreis Neuwied gezählt worden, so stehen wir aktuell bei etwas mehr als 55.500. Oder anders ausgedrückt: Allein im laufenden Jahr sind also mehr als dreimal so viele Fälle gezählt worden wie im gesamten Zeitraum zuvor.




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Was heißt das für die Zukunft?
Einen Blick in die Glaskugel wollen weder Landrat Achim Hallerbach noch Gesundheitsamts-Chefin Ilonka Degenhardt werfen. Beide können nur hoffen, dass es bei der Omikron-Variante bleibt beziehungsweise dass das Virus „in die richtige Richtung“ weitermutiert. „Dann werden wir lernen, mit dem Virus zu leben“, sagt Hallerbach.

Wie vom Land vorgegeben, hat der Kreis Neuwied seine Hausaufgaben in Sachen Infrastruktur gemacht. Das neue Impfzentrum in Neuwied-Niederbieber steht kurz vor der Eröffnung. „Damit werden wir die geforderte Quote von 40 Prozent aller Impfungen erfüllen können“, macht der Landrat deutlich. Ob und wann der neue, an Omikron angepasste Impfstoff kommt, kann derzeit nicht gesagt werden.


Überblick: Die aktuellen Regelungen im Infektionsfall
Wer bei einem Selbsttest positiv ist, muss sich unverzüglich isolieren und einen laborbasierten PCR-Test vornehmen lassen. Wer bei einem POC-Test (Schnelltest/Bürgertest) positiv ist, muss sich ebenfalls absondern, braucht aber keinen PCR-Test mehr. Testmöglichkeiten sind hier zu finden.
Positiv Getestete müssen ihre Kontaktpersonen selbstständig von ihrem Ergebnis informieren, die Kontaktpersonen müssen aber nicht in Quarantäne.
Die Isolation dauert zehn Tage, kann aber nach dem fünften Tag vorzeitig beendet werden, wenn der positiv Getestete mindestens 48 Stunden symptomfrei war. Der Testtag wird als erster Tag gewertet. Eine Freitestung ist nicht notwendig.
Das Neuwieder Gesundheitsamt stellt keine gesonderten Absonderungsbescheinigungen mehr aus. Als Nachweis reichen das positive PCR- oder POC-Testergebnis. Damit kann auch der Arbeitgeber Ausfälle geltend machen. Das Testergebnis ersetzt allerdings nicht die ärztliche Krankschreibung. Genesenen-Bescheinigungen stellen Apotheken kostenfrei aus.

(Pressemitteilung der Kreisverwaltung Neuwied)


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