Werbung

Nachricht vom 14.08.2022    

Neues Theaterstück vom Geschichtsverein Unkel feierte erfolgreiche Premiere

Ein Tisch, ein Telefon, ein Stuhl – mehr braucht Regisseurin Doris Fortuin nicht, um die Amtszeit von Josef Decku lebendig werden zu lassen. 1919 wurde er auf Lebenszeit als Unkeler Bürgermeister ernannt, 1933 von den Nationalsozialisten aus dem Amt gedrängt. In mosaikartigen Szenen lassen die Schauspieler des Geschichtsvereins Unkel diese Zeit wieder aufleben.

Die Theatergruppe des GVU wird vom Publikum im Palmenhaus Unkel gefeiert, vorne Wolfgang Ruland in der Titelrolle. (Fotos: Geschichtsverein Unkel)

Unkel. Eine gelungene Premiere von „Josef Decku – Bürgermeister zwischen Weltkrieg und Diktatur“: In der Titelrolle des Josef Decku gelingt es Wolfgang Ruland, die Konflikte des Amtsträgers ebenso überzeugend darzustellen wie die Schwierigkeiten, die daraus für den Familienvater Decku entstehen. Seine Ehefrau Mimi, gespielt von Daniela Görken-Bell, steht dabei an seiner Seite. Die meisten anderen Mitglieder des Ensembles müssen mehrere Rollen übernehmen und tun das mit großer Spielfreude und Liebe zum Detail.

Die Inszenierung von Doris Fortuin sorgt für schnelles Spiel und Bewegung auf der Bühne. Von der -authentischen- Figur des Stadtschreibers Severin Schreiner werden die Zuschauer über die historischen Umstände aufgeklärt, in denen sich Decku bewegt. Den Zuschauern wird nicht nur eine interessante und lehrreiche Handlung geboten, sondern auch ein unterhaltsamer Abend im sommerlichen Ambiente des Henkelparks. Im nahezu ausverkauften Palmenhaus der Villa Henkel in Unkel fand am Freitag die Premiere des Stückes statt. Die Proben hatten bereits 2019 begonnen. Die Aufführung musste jedoch wegen der Corona-Beschränkungen immer wieder verschoben werden.

Decku wurde 1889 in Köln geboren und war später in der Kommunalverwaltung unter Konrad Adenauer tätig. Wie dieser gehörte Decku dem Zentrum an. In Unkel trieb er vor allem den Ausbau der Infrastruktur voran: Eine Straße nach Bruchhausen und eine Umgehungsstraße wurden gebaut, ebenso die Flutbrücke in Heister. Die Wasserversorgung wurde erweitert, die Schule und das Christinenstift wurden modernisiert.



Zudem war er im katholischen Milieu seiner Gemeinde verwurzelt. Er führte die Bürger von Unkel erfolgreich durch schwierige Zeiten: Durch Hunger und Wirtschaftskrise nach dem ersten Weltkrieg, durch die Weltwirtschaftskrise, durch drei Hochwasser des Rheins 1919-20, 1924 und 1926. Öffentlich prangerte er die französische Besatzung an, wurde von den Franzosen dafür inhaftiert und ausgewiesen, kehrte danach aber in das Unkeler Rathaus zurück. Doch die Berufung auf Lebenszeit endete nach 14 Jahren jäh. Als Zentrumspolitiker hielten ihn die Nationalsozialisten für politisch unzuverlässig und zwangen ihn nur wenige Monate nach der „Machtergreifung“ sein Amt aufzugeben.

Elisabeth Bovy und Gisela Meitzner haben aus diesem Stoff auf Grundlage von Akten aus dem Unkeler Stadtarchiv und anderen Quellen aus den 20er und 30er Jahren eine interessante und lebendige Story entwickelt. Sie zeigt Decku nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Privatmann und Familienvater. Die letzten beiden Aufführungen finden am 20. August um 19 Uhr und am 21. August um 17 Uhr im Palmenhaus statt.

Theaterkarten können für 15 Euro beim GVU bestellt werden unter:
geschichtsverein@unkel.org

(PM)


Lokales: Unkel & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
   

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Kultur


Andreas Kümmert rockt die Abteikirche zum zehnjährigen Bestehen der Bluesfreunde Neuwied

Dass die historischen Mauern der ehemaligen Abteikirche Rommersdorf locker auch einem fetten Rocksound ...

Neue Hinweisschilder für die Wiedinsel installiert

Die Wiedinsel in Niederbieber hat zwei neue Informationsschilder erhalten, die Besucherinnen und Besucher ...

Neue Ausstellungen im Druckereimuseum Niederhofen

Am Sonntag, den 28. Juni, öffnet das Druckereimuseum in Niederhofen seine Türen für eine spannende neue ...

Familienfest und Rockkonzert: So feierte die Burgruine Reichenstein ihr Jubiläum

Der Förderverein der Burgruine Reichenstein nahm sein 25-jähriges Bestehen zum Anlass, ein besonderes ...

Gewitter über Neuwied-Rommersdorf schwemmte "Liebe alla Woody" weg

Eigens zur feierlichen Eröffnung der Rommersdorf Festspiele 2026 hatten Oberbürgermeister Jan Einig und ...

Chöre Vocal Vision und Taktvoll vereinen Rock und Pop in Engers

Ein Werkstattkonzert erwartet Musikliebhaber im Gartensaal von Schloss Engers. Zwei Chöre präsentieren ...

Weitere Artikel


Mittwochswanderung: Sommer im Mühlbachtal

Am kommenden Mittwoch, 17. August, sind die Mittwochswanderer mit Werner Schönhofen auf einer Teilstrecke ...

Samstagswanderung auf dem Welterbesteig

Die Samstagswanderer sind am 20. August mit Heinz Kemp wieder auf einer Teilstrecke des Welterbesteiges ...

Monrepos lässt Besucher durch Klima- und Vegetationsgeschichte reisen

Das Archäologische Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution im Schloss Monrepos ...

In Neuwieder Marktkirche erklingen Werke von Mozart

Das Festival "Musiktage am Rhein" wird am Donnerstag, 18. August, mit dem Konzert "Seele der Streicher ...

Oberdreis wurde zum Mekka für Oldtimerfreunde

Die Rahmenbedingungen für das Oldtimertreffen in Oberdreis am Sonntag, dem 14. August waren perfekt organisiert. ...

Neustadt: Fahrerflucht durch rücksichtslosen betrunkenen Raser ohne Führerschein

Am Samstagabend (13. August) erreichte die Polizeiinspektion Straßenhaus gegen 20.45 Uhr der erste Hinweis ...

Werbung