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Nachricht vom 31.07.2022    

Designer und Kunsthandwerker aus ganz Deutschland in Sayner Hütte zu Gast

Von Helmi Tischler-Venter

Das einzigartige Industriedenkmal Sayner Hütte war zwei Tage lang das passende Ambiente für feines und hochwertiges Kunsthandwerk. „Unikat sucht Liebhaber“ lautete der treffende Titel der Veranstaltung, die Designer und Kunsthandwerker aus ganz Deutschland mit ihren Schöpfungen nach Bendorf-Sayn lockte. Wer das Besondere suchte, war hier genau richtig.

Im besonderen Ambiente der Sayner Hütte fand die Ausstellung statt. Fotos: Wolfgang Tischler

Bendorf. Die Mehrheit der Ausstellungsbesucher waren Frauen, für sie wurde sehr viel Schönes und Erlesenes geboten: Textilien aus Ateliers und Manufakturen, von ganz fein gewebten Schals und Stolas, über Baumwollkleidung, Crash- und Batik-Seidenschals, gewebte Kissen und Tücher in leuchtenden Farben, raffiniert und edel designte Blusen, Kleider und Mäntel, individuell zugeschnittene Kleidung, „Fair Fashion“ und schicke Hüte.

Eine Besonderheit waren folkloristisch anmutende Oberteile, die aus alten Paradekissen, Tischdecken und Bauernkitteln recycelt und sehr schick gestaltet worden waren. Der Ehemann der Veranstalterin Astrid Hackenbeck stellte als Benefiz-Aktion Kinderkleidung vor, die in Südafrika von drei Frauen aus afrikanischen Stoffen auf mechanischen Nähmaschinen genäht und gesmokt werden.

Schmuck wurde von mehreren Goldschmieden und Designern angeboten, wobei Silber und Perlen dominierten. Ein Novum war ein Stand mit Schmuckstücken aus Taqua-Nuss und Mammutelfenbein. Die in Süd- und Mittelamerika beheimatete Taqua-Nuss oder Steinnuss, beinhaltet bei der Ernte immer etwas Flüssigkeit und wird später steinhart. Die Einheimischen verkaufen die Nüsse als Schlüsselanhänger oder Kunstwerke an Touristen und Dritte-Welt-Läden. Die Schmuckdesignerin Marie Luise Becker verarbeitet Nussscheiben zu Kettenanhängern, ebenso Scheiben aus Mammutelfenbein, das auf eine Trägerplatte aus Ebenholz geklebt wird und durch natürliche Verfärbungen und schwarze Risse Strukturen aufweist, die jedes Teil zum Unikat machen.

Auch Männer kamen auf ihre Kosten: Besonderheiten aus Holz, Stein und Metall zogen die Blicke auf sich. Zum Beispiel winzige Schränkchen aus dekorativ gemasertem Holz mit noch filigraneren Schublädchen, Kästchen im Stil von Griffelkästen, Puzzle-Boxen, Spiele, Vasen und Holz-Objekte wirkten allesamt sehr originell. In der Drechselstube gab es Stifte aus Holz.



Verkaufsschlager waren „Zauberburgen“, kreative Burgen in verschiedenen Größen, deren Elemente sich in ein Holzscheit oder einen Korken versenken lassen. Wenn man Palas, Türme und Stallungen auseinandernimmt, muss man sie mit Geschick und Überlegung wieder zusammenpuzzeln.

Eine innovative Besonderheit mit Überraschungseffekten zeigte Christian Bernhard Hausner, der Lampenschirme aus ganz fein geschnittenem Schiefer, Marmor und Sandstein mit Kunstharzrückseite zum Leuchten brachte. Dann zeigten sich facettenreiche Strukturen in den Einzelplatten der klassischen geometrischen Körper. Ein abgeschrägtes Dodokaeder erzeugte je nach Wärme oder Kälte der Lichtquelle verblüffende Wirkungen. Die lichtvollen Körper entwickelt der junge Designer mit Unterstützung einer Feng-Shui-Beraterin.

In mehreren Ausführungen konnte man handbemaltes Porzellan, Taschen und Gürtel, Keramikobjekte und Vasen erstehen. Außerdem waren Seifen, Deocreme und Wohlfühlbalsam im Angebot, Briefbeschwerer und Schmuck aus Stein, Buchbindearbeiten, Lichtkunstobjekte mit Metall als „afterwork-art“ und mit Epoxidharz recycelte Objektkunst sowie stimmungsvolle Fotos als Karten und Bilder zu erwerben. In der Mitte der Gießhalle schwebten Claudia Lingens mit pastelligen Farben bemalte großformatige Seidenbilder. Pfiffige Wohnaccessoires gestaltet die Brasilianerin Marcia Gomes Bosse: aus Papier recycelte, sehr individuelle Taschen und Körbe.

Wer beim Bummeln Erfrischung suchte, konnte am Stand des Freundeskreises Sayner Hütte ein Kaltgetränk oder ein Glas Sekt genießen oder am Kaffee-Mobil einen besonderen Kaffee. Quittenschnaps konnte man in einer dekorativen Flasche mit nach Hause nehmen.

Die Messe „Unikat sucht Liebhaber“ wird künftig immer am letzten Juli-Wochenende in der Sayner Hütte stattfinden. (htv)


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