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Pressemitteilung vom 01.07.2022    

Servicebetriebe Neuwied errichten faltbare Solaranlage

Herkömmliche Solaranlagen benötigen viel Platz. Die Servicebetriebe Neuwied lassen eines ihrer 1600 Quadratmeter großen Klärbecken überbauen – mit einer Solarfaltanlage, die bei Bedarf eingefahren werden kann. „Wir wollen mehr Energieeffizienz in unseren Betrieben“, wird SBN-Vorstand Stefan Herschbach in der Pressemitteilung der Servicebetriebe zitiert. „Für konventionelle Solaranlagen reichen die Flächen in unseren Klärwerken nicht.“

So ähnlich wie im schweizerischen Bassersdorf wird die Anlage im Neuwieder Klärwerk 1 aussehen. (Foto: SBN)

Neuwied. Das Überbauen der Klärbecken sei bislang nicht sinnvoll gewesen, weil starre Dächer den Betrieb beeinträchtigten. Nach Angaben der SBN ist das Solarfaltdach „Horizon“ des jungen Unternehmens „dhp technology“ in der Schweiz die Lösung. Bereichsleiter Marco Madzgalla erläutert: „Die Module sind an Stahlseilen etwa fünf Meter über dem Beckenrand befestigt. Durch Schweizer Seilbahntechnik und den patentierten Faltmechanismus kann die Anlage wie eine Ziehharmonika eingefahren werden.“ Das Areal könne somit doppelt genutzt werden: Für den Betrieb des Klärbeckens und für die Erzeugung von Strom, der zu 100 Prozent vor Ort genutzt wird. Zudem entfalle ein weiteres Versiegeln von Flächen: „Bei Wartungsarbeiten fahren wir die Anlage ein, sodass der operative Betrieb gewährleistet ist. Weiterer Vorteil sind integrierte Wetterstationen. Bei starkem Wind oder Hagel, wie wir ihn ja kürzlich sehr heftig erlebt haben, fährt das Dach in eine ´Garage´ ein und ist vor Wetterschäden geschützt.“

Etwa 180000 Kilowattstunden Strom wird mit dem Dach im Klärwerk I in Heddesdorf erzeugt. Laut Madzgalla trägt das dazu bei, die Versorgung aus regenerativen Quellen um weitere neun Prozent zu decken: „Der Verbrauch einer Kläranlage ist enorm hoch und wir müssen die Entwicklung der rasant steigenden Energiepreise sehen. Zudem leisten wir einen Beitrag für den Klimaschutz". Die Gesamtkosten liegen bei etwa 800000 Euro, gefördert wird das Projekt zu 45 Prozent vom Umweltministerium des Landes. Die Lebensdauer der Anlage beträgt 25 Jahre. „Die Amortisationszeit beträgt knapp zwölf Jahre“, sagt Madzgalla. „Es wird aber deutlich schneller gehen, wenn die Energiepreise auf dem jetzigen Niveau bleiben.“



Bei dhp technology freut man sich auf das erste Projekt in Deutschland: „Das Projekt für die SBN wird in Deutschland Signalwirkung haben“, ist Gian Andri Diem, Mitgründer und Geschäftsführer von dhp überzeugt. Mit fünf Monaten Bauzeit rechnen die Schweizer Kooperationspartner. „Wir starten im Dezember und müssen bis dahin noch eine ganze Reihe von Vorbereitungen treffen“, erklärt Madzgalla. Dennoch spricht er von sehr zügigen Abstimmungen im Vorfeld: „Von der ersten Kontaktaufnahme über die Vorstellung im Verwaltungsrat bis hin zum unterschriebenen Vertrag vergingen trotz Pandemie, Ukraine-Krieg und Änderungen im Energierecht lediglich 18 Monate Zeit.“

Für Oberbürgermeister Jan Einig als Vorsitzender des Verwaltungsrats zeigt sich: „Die Abwasserbeseitigung ist eine wichtige öffentliche Dienstleistung, die über Gebühren finanziert wird. Durch Innovationskraft und weitsichtiges unternehmerisches Handeln tragen die SBN entscheidend dazu bei, dass diese Gebühren auch in Zukunft bezahlbar bleiben. Das ist ohne Frage ein Leuchtturmprojekt, das auch über Neuwied hinaus Strahlkraft hat.“ (Pressemitteilung SBN)



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