Werbung

Nachricht vom 06.06.2022    

Mittelalterliches Spektakel in Bad Hönningen mit Met und Schwertkämpfen

Von Helmi Tischler-Venter

Drei Tage lang fiel Bad Hönningen zurück ins Mittelalter mit „allerley Spektacel, Met Odin, Trunk, Speisen, Gesang und Kinderspectacel“ sowie einem mittelalterlichen Markt. Veranstalter Beate Ahlemeier/Artus Night Veranstaltungen und die Stadt Bad Hönningen hatten der 17. Veranstaltung eine neue Struktur verliehen und sie hinter die Gaststätte am alten Schwimmbad verlegt.

Impressionen vom mittelalterlichen Spektakel in Bad Hönningen. Fotos: Wolfgang Tischler

Bad Hönningen. Die Örtlichkeit erwies sich als förderlich mit festem Eingang, Toiletten und Terrasse im Lokal. Der Biergarten hatte sich mit vielen Zelten in einen mittelalterlichen Markt mit Ritterlager verwandelt, man sah zahlreiche Mitwirkende in historischen Gewändern.

Den Mittelpunkt bildete ein Turnierplatz, auf dem Zweikämpfe zu Pferd ausgetragen wurden. Die tapfere Margarete von Sambiria forderte den für seinen Mut gerühmten Ritter von Pomerellen zu einem Zweikampf in ritterlichen Kriegsübungen heraus. Sie stachen Ringe und Helme mit dem Schwert, warfen eine Streitaxt im vollen Galopp auf einen Holzgegner, ergriffen galoppierend einen Becher und erlegten einen Hasen mit dem Speer, bevor sie sich das Hohe Gesteck geben ließen: Helme, Schilde und Lanzen. Da der Ritter beim Aufeinanderstoßen seine Lanze verlor, durfte die edle Margarete die Ehrenrunde drehen.

Gabriel, der Feuerteufel unterhielt sein überwiegend jugendliches Publikum mit heißen Nummern und coolen Sprüchen. Er zeigte den total gefährlichen Trick mit einer Bierbank, die er auf seinem Kinn abstellte, jonglierte mit drei Fackeln und einem Feuerstab und bildete einen Schmetterling mit seinen Feuerketten. Die Zuschauer waren voller Bewunderung und Lachen.

Ein Streitgespräch führte zu Kämpfen zwischen Wikingern und Schotten. Der dicke Ritter Andi versuchte die gegnerische Phalanx einfach umzurennen. Als der Versuch misslang, erging die Aufforderung zum Fechten. Donnernde Schwertschläge auf die Holzschilde dröhnten über den Turnierplatz. Die Kämpfer wurden von ihren Stammesmitgliedern angefeuert und ihre Aktionen kommentiert. Sie gehörten, wie die Banner verrieten, zu den Gruppen „La Horde – die Wilden“, zur „Hammersteiner Ritterschaft“ und zu den „Freien Rittern zu Monschau“. Auch das Söldnerlager „Milites Sentiacum“ bereicherte das Spektakel.

Zwar waren nicht so viele historische Gruppen und Händler wie bei den 16 Pfingstspektakeln vor der Corona-Pandemie angereist, aber die Akteure waren sehr froh, endlich wieder bei Veranstaltungen dabei sein zu können. Insgesamt wirkte der kompaktere Markt authentischer und überschaubarer, für Familien mit Kindern wurde sehr viel geboten: Es gab ein mit Muskelkraft betriebenes Karussell, Gaukler traten auf, das Farbenweib bemalte Kindergesichter, Schafe scheren wurde gezeigt, ein Schmied ließ Kinder am Schmiedefeuer und Amboss arbeiten, es wurden Reit-Veranstaltungen, eine Kinderschlacht gegen Söldner und ein Kinder-Ritterturnier durchgeführt. Außerdem führte eine Falknerin ihre Greifvögel vor. Die zwei größenwahnsinnigen Hühner Chantal und Margarethe, die sich, weil sie mit Greifen aufwuchsen, offensichtlich zu dieser Gattung gehörig fühlten, pickten seelenruhig in Reichweite der Falken, Adler und Habichte herum.



Kunsthandwerker wie Trommelbauer, Waffenschmied, Schleifer und Bordürenweber zeigten ihr Können. An den Ständen wurde vielerlei angeboten: feine Kleidung und Schmuck, Seifen und Räucherwerk, Ledertaschen, Holzschwerter und anderes Kinderspielzeug, Tuche, Klangschalen und Messingfiguren, Kräuter, Gewürze und Tees und viel Tand.

Für Speisen vom Schwenkgrill und Trank sorgte neben der angeschlossenen Gaststätte der Junggesellenverein 1764, für den sich die Veranstaltung offenbar gelohnt hat, weil am Montagnachmittag mehrere Gerichte ausverkauft waren. Unterhalten wurden die Gäste mit Folkloremusik von der Gruppe „Brimborium“.

Zwar war der Besuch am Samstag zufriedenstellend und am Sonntag wetterbedingt nur dürftig, doch am Montag zeigten sich die Gäste sehr zufrieden mit dem stimmigen Fest. Hoffentlich kann es zukünftig wieder zuverlässig stattfinden.

Ein Besuch an Pfingsten ist in Bad Hönningen noch immer eine lohnenswerte Sache, denn auf dem benachbarten großen Flohmarkt gab es eine riesige Auswahl an allem, was der Mensch begehren könnte: Die geniale Keramikreibe konkurrierte mit selbstgestrickten Socken, Silberbesteck und Schmuck, Kleidung, Haushaltswaren, Bildern und Büchern, Puppen und Plüschtieren um die Gunst der Käufer. „Jedes Teil 1 Euro“ war am Montagnachmittag die Devise. (htv)


Lokales: Bad Hönningen & Umgebung

Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Bad Hönningen auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       
       
       
       


Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus der Region


Rund 562.000 Euro Zuschuss für den Neubau der Holzbachbrücke bei Oberähren

Döttesfeld. „Die Landesregierung unterstützt nachhaltig die Modernisierung der kommunalen Brücken im Land, davon profitiert ...

Arbeiten an der Raiffeisenbrücke Neuwied: Sperrung von Fahrbahn ab Montag (22. August)

Neuwied. Die Raiffeisenbrücke Neuwied im Verlauf der Bundesstraße 256 stellt eine sehr wichtige Rheinquerung im nördlichen ...

Rotary Club Neuwied-Andernach unterstützt Ausflug von Flüchtlingen

Neuwied. „Zurzeit sind 215 Flüchtlinge in der Verbandsgemeine untergebracht. Wir wollen den Familien mit dem Ausflug ein ...

"Heimat erwandern": Spannende Touren mit neuer Wanderbroschüre entdecken

Region. Der allseits beliebte Wanderautor Manuel Andrack, der Leser in seinem unnachahmlichen Stil auf die Wanderrouten mitnimmt ...

Planungen für Radweg von Windhagen nach Rottbitze laufen auf Hochtouren

Windhagen. Zudem wird ein landschaftspflegerischer Begleitplan erarbeitet. Im Rahmen eines Ortstermins konnten sich der Landrat ...

Wie Influencer junge Menschen beeinflussen: Know-how-Workshop zum Phänomen Influencer

Kreis Neuwied. Die in zahlreichen sozialen Netzwerken geteilten Inhalte zu konsumieren, ist bei unzähligen jungen Menschen ...

Weitere Artikel


Auffahrunfall auf A3 bei Neustadt: Sieben Personen verletzt

Neustadt. Vor Ort stellte sich heraus, dass der 32-jährige PKW-Fahrer aus Nordrhein-Westfalen auf dem linken Fahrtstreifen ...

Polizei Neuwied sucht einen hellblauen/weißen Lkw-Camper nach Motorradunfall

Neuwied. Laut Zeugenaussagen soll es sich um einen hellblauen/weißen alten Lkw, welcher zu einem Camper umgebaut war, handeln. ...

SPD-Ortsverein Bad Hönningen beim Pfingstspectaculum

Bad Hönningen. „Wir danken Beate und ihrem Team sehr herzlich für dieses Engagement und das neue Konzept ist hervorragend ...

Erfolgreiche Premiere für den Hof- und Gartenflohmarkt in Heimbach-Weis

Neuwied. Die Idee des Flohmarkts, bei dem alle Heimbach-Weiser ihre eigenen Grundstücke für private Verkaufsstände nutzen ...

Senioren Union Neuwied erkundet Industriedenkmal Sayner Hütte

Neuwied/Sayn. Das Prunkstück des Denkmalareals ist die im Jahr 1830 von Carl Ludwig Althans erbaute Gießhalle mit Hochofengebäude. ...

Königsschießen 2022 in Scheuren: Neue Majestäten gesucht

Unkel-Scheuren. Nachdem in den vergangenen beiden Jahren die Kirmes im Unkeler Stadtteil Scheuren nur sehr eingeschränkt ...

Werbung