Werbung

Pressemitteilung vom 24.05.2022    

Mehr Geld für 1.880 Reinigungskräfte im Landkreis Neuwied gefordert

Sie reinigen Schulen und Büros, sorgen für Hygiene in Krankenhäusern und Pflegeheimen: Die 1.880 Reinigungskräfte im Landkreis Neuwied machen nicht nur in Pandemie-Zeiten einen unverzichtbaren Job. Doch bei der Bezahlung droht den Beschäftigten ein herber Rückschritt. Davor warnt die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU.

Damit sie beim Lohn nicht ins Rutschen kommen: Für die Reinigungskräfte im Westerwaldkreis fordert die Gewerkschaft IG BAU deutlich mehr Geld. (Foto: IG Bau / Tobias Seifert)

Kreis Neuwied. „Aktuell erhalten Reinigungskräfte mindestens 11,55 Euro pro Stunde – also weit mehr als den gesetzlichen Mindestlohn. Aber der wird schon im Oktober auf 12 Euro steigen. Passiert bis dahin nichts, würden Gebäudereinigerinnen dann mit dem absoluten Lohn-Minimum nach Hause gehen. Für die wichtige und fachliche Arbeit, die sie leisten, ist das eindeutig zu wenig“, sagt Walter Schneider.

Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Koblenz-Bad Kreuznach fordert deshalb, dass Beschäftigte auch weiterhin „deutlich mehr als den gesetzlichen Mindestlohn bekommen sollen“ – und zwar mindestens 13,73 Euro pro Stunde. Eine konkrete Zahl, für die der Gewerkschafter klare Gründe nennt: „Der spezielle Branchenmindestlohn in der Gebäudereinigung lag bisher 1,73 Euro über der gesetzlichen Lohnuntergrenze. Das muss auch so bleiben. Nur wenn die Bezahlung weiter attraktiv ist, wird es Firmen gelingen, überhaupt noch Personal für die Branche zu finden“, so Schneider. Die IG BAU fordert, dass gleichzeitig die Einkommen für Fachleute – etwa in der Glas- und Fassadenreinigung – deutlich zulegen.

Auch mit Blick auf die Preissteigerungen komme es jetzt darauf an, dass die Beschäftigten ein kräftiges Lohn-Plus erhielten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erreichte die Inflationsrate im April mit 7,4 Prozent einen neuen Höchststand seit der Wiedervereinigung. „Menschen mit kleinem Geldbeutel wissen oft nicht mehr, wie sie bis zum Monatsende durchkommen sollen. Teure Energie und Lebensmittel machen gerade auch Reinigungskräften zu schaffen. Sie arbeiten oft in Teilzeit und müssen jeden Cent zweimal umdrehen“, so Schneider.



Bei der letzten Tarifverhandlung am 23. Mai habe der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) jedoch „nichts vorgelegt, was auf einen schnellen Tarifabschluss hoffen lässt“. Die Arbeitgeber sollten ihre Offerte nun rasch aufbessern – um Ärger mit ihren Beschäftigten zu vermeiden, so die IG BAU Koblenz-Bad Kreuznach. Unter dem Motto „Wir schwitzen nicht für Mindestlohn“ bereiteten sich Reinigungskräfte in der Region schon auf Protest-Aktionen vor. Die Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 700.000 Beschäftigten gehen am 2. Juni in Frankfurt am Main in die nächste Runde.

(PM IG Bau)


Lokales: Neuwied & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Wenn es am Urlaubsort brennt: Diese Rechte haben betroffene Reisende

Aktuelle Waldbrände in mehreren europäischen Ländern werfen Fragen für Urlauber auf. Welche Rechte haben ...

Fachtag Demokratie an der Universität Koblenz mit intensivem Austausch

Rund 60 Koblenzer Bürger und Angehörige der Universität Koblenz haben am Fachtag für Vielfalt und Demokratie ...

Spendenaufruf für Neuwieder Mutter: Kampf gegen Gehirntumor

Eine Mutter aus Neuwied steht vor einer Herausforderung. Nach der Diagnose eines Gehirntumors kämpft ...

Nicole nörgelt...über die verlorene Eisenbahnromantik

Die Deutsche Bahn schafft es einfach immer wieder, sich mit neuen Hiobsbotschaften und schlechten Nachrichten ...

Julian Stallmann ist neuer Clubmeister des TC Steimel

Spannender konnten die Finalisten der diesjährigen Clubmeisterschaft es nicht machen. Julian Stallmann ...

Teststellenbetreiberin muss rund 700.000 Euro zurückzahlen

Eine Betreiberin mehrerer Corona-Teststellen muss Vergütungen von rund 700.000 Euro zurückzahlen. Das ...

Weitere Artikel


Ölmühle Gilles: Von Bio-Saaten aus der Region zum Ölgenuss

Im Westerwald und am Rhein wachsen tolle Produkte, im Kreis Neuwied gibt es hervorragende Produzenten. ...

Tag der Nachbarn im Zeppelinhof Neuwied

Nach der gelungenen Premiere in 2019 war der Aufbau am Morgen des 20. Mai für die Mitglieder von Gemeinschaftlich ...

Neuer Yoga-Kurs beim TV Feldkirchen

Vinyasa Flow Yoga ist eine kreative und dynamische Form des Yoga, der Ursprung liegt im Ashtanga Yoga, ...

Stadtverwaltung Neuwied auf dem Weg zum papierlosen Büro

Dem Traum vom papierlosen Büro sind die drei Kommunen Neuwied, Neustadt an der Weinstraße und Speyer ...

Verwaltungsgebäude der Stadt Neuwied weiterhin vorübergehend gesperrt

Die vom Unwetter beschädigten Gebäude der Stadtverwaltung Neuwied sind seit Montag für den Besuchsverkehr ...

Gegen die Wegwerfgesellschaft: Engerser Reparaturwerkstatt arbeitet wieder

Am Samstag, 24. September, öffnet wieder die Reparaturwerkstatt der Engerser Sozialdemokraten von 10 ...

Werbung