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Nachricht vom 09.05.2022    

Treffen der Neuwieder Bürgerliste: Klimaschutzkonzept und Stadtökologie

Nach coronabedingter Pause traf sich die Neuwieder Bürgerliste wieder in Präsenz zum traditionellen Austausch jeweils am ersten Mittwoch im Monat mit an Stadtpolitik interessierten Bürgern. Nach dem Stadtratsantrag der Bürgerliste, sich auch in Neuwied mit dem Thema energieautarke Stadt zu beschäftigen, wurde der Klimaschutz zum bestimmenden Tagesordnungspunkt.

Beim Treffen der Neuwieder Bürgerliste stand vor allem das Thema Nachhaltigkeit auf der Agenda. (Fotos: privat)

Neuwied. Für einen regen Austausch konnte Frau Dr. Gültekin als Klimaschutzmanagerin der Stadt gewonnen werden, die die Anwesenden auf sehr engagierte Weise über aktuelle Klimaschutzaktivitäten informierte. Auffallend waren dabei die vielen Schnittpunkte mit dem Programm der Bürgerliste. Die seit 2014 in Ausschüssen eingebrachten Vorschläge der Bürgerliste zum Thema Stadtökologie wie zum Beispiel deutlich mehr Grün und Wasser in der Innenstadt zur Erhöhung von Lebens- und Aufenthaltsqualität werden zum Teil bereits umgesetzt, ebenso wie die Anlage von Insektenwiesen und bienenfreundlichen Staudenbeeten.

Sind grüne Energieerzeugungen mit Tier- und Naturschutz vereinbar?
Zusammen mit der Initiative der Bürgerliste zum Verbot von Schottergärten wertete Dr. Gültekin die Maßnahmen als wichtig für das Stadtklima und die Biodiversität. Viel Raum wurde der Diskussion um das Klimaschutzkonzept der Stadt gegeben. Hier geht es in erster Linie darum, die CO2-Bilanz von Neuwied zu ermitteln und nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts angesichts des Klimawandels wie in ganz Deutschland bis 2045 CO2-neutral zu werden. Erreicht werden soll dies unter anderem durch den Einsatz regenerativer Energien. Leider kollidiert gerade die sogenannte grüne Energieerzeugung oft mit dem Tier- und Naturschutz.

„Windkraft tötet Vögel, Fledermäuse und Milliarden von Insekten, Wasserkraftturbinen schreddern Fische, für Biomassekraftwerke werden Anbauflächen belegt und Solarzellen sind umweltschädlich in der Herstellung.“ kommentiert Dr. Jutta Etscheidt als Fraktionsvorsitzende die Bedenken der Bürgerliste und fügt hinzu: „Da müssen wir schon ehrlich sein: Der Energiehunger der Spezies Mensch wird auf dem Rücken anderer Lebewesen ausgetragen“.

Alternativen um Natur zu schonen
Als Lösungsansatz wurden die Energieeinsparung und Möglichkeiten des naturschonenden Einsatzes regenerativer Energie diskutiert. So gibt es zum Beispiel Windkraftanlagen mit Fledermaussensoren und Abschaltautomatik und bei der Überbauung von Freiflächen mit Photovoltaik kommt es drauf an, wo und wie gebaut wird. Vorgeschlagen wurden auch der vermehrte Einsatz von Geothermie und Nahkaltwärme sowie die schrittweise Einführung energieautarker Baugebiete. Das Thema grüner Wasserstoff wurde bereits durch einen Stadtratsantrag der Bürgerliste in die Diskussion gebracht. „Es sind intelligente Lösungen gefragt, um den Schaden an unserer Lebensgrundlage zu minimieren,“ fasst Dr. Etscheidt zusammen. „Es nützt niemandem, wenn wir zwar den Klimawandel in den Griff bekommen, dafür aber das Artensterben in beängstigender Weise Fahrt aufnimmt.




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Alle Beteiligten waren sich einig, dass zunächst vorrangig möglichst viele Dächer mit Photovoltaik belegt werden sollten. Selbst die städtischen Gebäude haben hier trotz Stadtratsbeschluss noch nicht aufgerüstet. Bernd Dillenberger, für die Bürgerliste in mehreren Ausschüssen aktiv, lenkte in Hinblick auf große Dachflächen die Betrachtung dabei auch auf die Neuwieder Gewerbegebiete, die sich leider völlig unökologisch präsentieren. Die Bürgerliste fordert schon länger einen deutlichen Kurswechsel in der gewerblichen Bebauung, zum Beispiel mit Dach- und Fassadenbegrünung, Solarzellen auf den Dächern, Regenwassernutzung und insektenfreundlichen Beeten, um die großflächige Versiegelung zumindest zum Teil zu kompensieren.

Zum Schluss gab es noch Fragen zur Einstellung eines Klimaanpassungsmanagers, der Klimawirkungsprüfung bei Baugebieten, zum Kommunalwald und zu vielen Themen rund ums Fahrradfahren. Alle Anwesenden bedankten sich herzlich bei Frau Dr. Gültekin für ihre kompetenten Ausführungen und Diskussionsbeiträge. (PM)


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