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Nachricht vom 23.03.2022    

Westerwälder Rezepte: Omas echte und falsche Markklößchen

Von Helmi Tischler-Venter

Die traditionelle Vorspeise für ein Festtagsmahl ist eine Suppe mit Markklößchen, mal als Einlage in einer klaren Rinderbrühe, mal zusammen mit fein geschnittenem Gemüse und Suppennudeln. Es gibt Markklößchen fertig zu kaufen, dabei sind sie leicht selbst herzustellen.

Foto: Wolfgang Tischler

Region. Für die Rinderbrühe werden entweder Rinderknochen mit Suppengemüse und Salz in reichlich Wasser gekocht, oder man bereitet mit Suppenpulver eine flotte Brühe zu.

Meine Oma führte den Haushalt meiner Familie immer sehr sparsam, daher kaufte sie echte Rindermarkknochen nur vor den Hohen Feiertagen Ostern und Weihnachten. Um trotzdem öfter die beliebten Markklößchen auf den Tisch bringen zu können, verwendete sie Butter anstelle des Rindermarks. Auch die falschen Markklößchen schmeckten sehr lecker. Außerdem gab es meist ein paar mehr Klößchen, denn in der Regel war das Servieren der Suppe mit dem Kommando „Drei!“ verbunden, das war Omas Ansage, dass für jeden Esser drei Klößchen vorgesehen waren. Wenn die Köchin die Suppenschüssel mit total betrübter Mine zu Tisch trug, wussten wir, dass die Markklößchen zerfallen waren. Die Masse ergab eine durchaus schmackhafte Suppeneinlage, aber der Klößchencharakter fehlte halt.

Zutaten für vier Portionen echter Markklößchen:
2 bis 3 Markknochen
3 Eier
200 Gramm Semmelbrösel
Petersilie (etwa 10 Gramm)
Salz
Pfeffer
Muskatnuss, gerieben

Zutaten für falsche Markklößchen:
100 Gramm Butter
2 Eier (etwa 110 Gramm)
Petersilie
Salz
Pfeffer
Muskat
250 Gramm Paniermehl

Die Zubereitung ist für beide Klößchenarten gleich, nur wird für echte Markklößchen das Rindermark verwendet, für die unechten die Butter: Mit einem spitzen Küchenmesserchen das Mark aus den Rinderknochen lösen, etwas zerdrücken und in einem kleinen Topf bei schwacher Hitze auslassen. Anschließend das Mark durch ein Sieb geben, sodass auch die kleinsten Knochensplitter herausgefiltert werden und das Mark erkalten lassen.



Die Butter für die falschen Markklößchen ebenso bei geringer Hitze schmelzen und abkühlen lassen.

Semmelbrösel oder kleingehackte Brötchen mit den Eiern vermischen. Fein geschnittene Petersilie zugeben, zuletzt die Flüssigkeit aus den ausgelassenen Markknochen, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss kräftig würzen. Und alles vermischen. Es soll eine kompakte Masse entstehen, die nicht an den Händen klebt und nicht auseinanderfällt, sondern sich gut formen lässt. Sollte die Masse kleben, müssen Sie mehr Paniermehl zugeben, falls sie auseinanderfällt, geben Sie noch ein Ei dazu.

Sobald die Kloßmasse die richtige kompakte Konsistenz aufweist, formen Sie kleine Klößchen aus der Masse.

Markklößchen in einer beliebigen Rindfleischsuppe oder Gemüsebrühe circa 15 Minuten ziehen lassen. Sie dürfen nicht kochen, weil sie sonst zerfallen. Sobald die Klößchen an der Oberfläche schwimmen, sind sie fertig. Suppe mit Schnittlauch oder Schnittknoblauch bestreuen und heiß servieren.

Die Markklößchen lassen sich auch gut einfrieren - einfach auf einem Teller vorfrieren lassen, sodass sie sich nicht berühren und anschließend in Gefrierbeutel füllen. Bei Bedarf die tiefgekühlten Klößchen in die heiße Brühe geben und gar ziehen lassen. (htv)

Guten Appetit

Falls Sie auch ein leckeres Rezept für uns haben, schicken Sie es uns gerne an redaktion@nr-kurier.de. Bitte mit selbst geschriebenem Text und mindestens einem eigenen Foto. Vielen Dank!


Mehr dazu:   Westerwälder Rezepte  
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