Werbung

Nachricht vom 27.02.2022    

Deichstadtvolleys holen Satzgewinn gegen die Wölfe aus Suhl

Zuerst fand wie in allen anderen Bundesligahallen eine Schweigeminute als Protest gegen die russische Aggression in der Ukraine statt. Dann aber begann eine unterhaltsame Partie in Stammformation, mit Madelyn Halteman im Zuspiel und zunächst Lauren Matias im Außenangriff.

Maddy Halteman und Rachel Anderson beim Blockerfolg. Fotos: Tobias Jenatschek

Neuwied. Die Partitur ist bekannt: Neuwied versuchte es mit scharfen und platzierten Aufschlägen, um den variablen Suhler Angriff zu beschränken. Das gelang in der Anfangsphase mit wechselndem Erfolg, doch arbeitete man sich über ein 5:8 durch erfolgreiche Aufschläge, besonders von Rachel Anderson, später zur besten Neuwieder Spielerinnen gewählt, auf 9:9 heran.

Durch eine Aufschlagserie von Maddy Halteman ging man sogar mit 12:10 und 13:11 in Führung. Die Neuwieder Angreiferinnen konnten von ihrer Zuspielerin gut in Szene gesetzt werden und bedankten sich mit Punkterfolgen. Suhl hatte seinerseits jetzt mehr Fortune mit seinen Aufschlägen und kam so immer häufiger zum Zug. Keine der beiden Mannschaften konnte sich aber den vorentscheidenden Vorteil verschaffen und so entwickelte sich die Partie mit Musik. Zum einen brachte ein neuer DJ Vielfalt in die Halle, zum anderen merkten die dergestalt erweckten Zuschauer, dass sie heute die Gastgeberinnen von ihrer besten Seite erleben durften und gingen temperamentvoll mit.

Als Alexis Conaway und Rachel Anderson aggressiv punkteten oder Sarah Kamarah sich mit dem generischen Block duellierte. Erst ab dem 20:20 konnten die Suhler Wölfe entkommen. Bei längeren Ballwechseln war der Erfolg häufiger auf Seiten der erfahreneren Suhlerinnen mit ihren überlegenen Außenangreiferinnen. 23:25, schade, aber nicht ehrenrührig.

In der Begegnung blieb Musik, Neuwied spielte seine Partitur recht erfolgreich und zwang Trainer Hollósy schon früh zur ersten Auszeit. Mit Erfolg, denn die Thüringerinnen beschleunigten jetzt erneut und verschafften sich bis zur 2. Wischpause 4 Punkte Vorsprung, ohne die Neuwiederinnen vorentscheidend distanzieren zu können. Sehenswerte Kombinationen aus guter Annahme hielten die Musik am Laufen, die Spielerinnen tanzten in der Auswechselzone mit. „Das hilft uns, die Energie bis zu unserem Einsatz auf dem Feld hochzuhalten“, verriet Taylor Slover. Lange durfte sie allerdings nicht mehr als Cheerleaderin agieren, denn beim 17:20 kam ihr Einsatz, für den sie sich sofort mit einem erfolgreichen Angriff bedankte. Jetzt machte Maddy Musik mit ihren Aufschlägen, darunter zwei Assen, Taylor verwertete sich ergebende Chancen, als erfolgreiches Duett der California Girls, der DJ antwortete mit einer flotten Jingleversion von Scott McKenzies Traditional „San Francisco“, - ein As von Maddy Halteman beendete den Satz zum 25:20, keinen hatte es mehr auf dem Sitz gehalten – Bundesligaatmosphäre im ehrwürdigen Rhein-Wied-Gymnasium… „I like to win sets – ich gewinne halt gerne Sätze“, kommentierte Slover ihren erfolgreichen Einsatz.



In der Halle hatte man den Eindruck, dass nach dem Satzausgleich noch etwas möglich wäre. Dass daraus dann doch nichts wurde, lag besonders an einer Tempoverschärfung Suhls, das immer dann Erfolg hatte, wenn Neuwieds Risikospiel stockte. Längere Ballwechsel mündeten meist in einen Suhler Erfolg, da die Thüringerinnen ihre Chancen konsequenter verwerteten. Neuwied zog mit 21:25 den Kürzeren, hatte aber nicht enttäuscht.

Immer noch bestand Hoffnung für Neuwied, das weiter für Spannung und Ambiente in der Halle sorgte. Suhl hatte zwar zunächst einen kleinen Punktvorsprung, doch egalisierte Neuwied diesen bis zur zweiten technischen Auszeit, führte sogar mit 23:21, das Publikum stand wieder, musste aber erleben, dass in der spielentscheidenden Phase die erfahrenere Mannschaft dirigiert. Es waren die Suhler Außenangreiferinnen (Roxanne Wibling erhielt die MVP-Medaille), die ihre Punktchancen brutal konsequent nutzten. 24:26, schade, ein Punktgewinn gegen die Favoritinnen war nicht unmöglich…

So zollte Suhls Libera Elisa Lohmann den Gegnerinnen Respekt: „Neuwied hat großen Kampfgeist gezeigt, dem mussten wir standhalten und selbst kämpfen!“ Dirk Groß pflichtete ihr bei: „Gegen ein Topteam haben wir heute unser bestes Spiel geliefert und müssen trotzdem nur mit einem Satzgewinn zufrieden sein. Schade, dass wir uns nicht mit einem Punkt belohnen konnten, aber es ist der Kampf, der uns auszeichnet!“ Spielführerin Sarah Kamarah fühle sich nach dem 6. Spiel in zwei Wochen „wie von einem Auto überrollt, aber“, so fügt sie an, „wollen wir immer so gut spielen, wie wir können und alles geben“. Deshalb darf man auch stolz auf das Team aus deutschen, kalifornischen und Midwest-Spielerinnen sein, die auf dem Feld gemeinsam für Musik gesorgt, in der Mannschaftszone gemeinsam getanzt und den Zuschauern einen spannenden Erstligaabend gegönnt hatten.

Für die Deichstadtvolleys bleibt wenig Zeit zur Rekreation, schon am Mittwoch, 2. März, um 19 Uhr ist man in der Ballsporthalle Vilsbiburg und bei Sport1extra zu Gast. (hw)

Die Deichstadtvolleys: Church, Pollard, Marciniak, Henning, Conaway, Anderson, Halteman, Bevan-Matias, Kamarah, Slover, Barke, Watson; Trainer: Dirk Groß

VfB Suhl LOTTO Thüringen: Kadiku, Wiblin, Harbin, Meis, Sunjic, Meijers, Haneline, Lohmann, Pallag, Jaksetic, Prosvirina, de Zwart; Trainer: Laszlo Hollósys




Lesen Sie gerne und oft unsere Artikel? Dann helfen Sie uns und unterstützen Sie unsere journalistische Arbeit im Kreis Neuwied mit einer einmaligen Spende über PayPal oder einem monatlichen Unterstützer-Abo über unseren Partner Steady. Nur durch Ihre Mithilfe können wir weiterhin eine ausgiebige Berichterstattung garantieren. Vielen Dank!



Mehr dazu:   Deichstadtvolleys Neuwied  
Lokales: Neuwied & Umgebung

Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Neuwied auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
 


Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus der Sport


Novemberblues … bei den Deichstadtvolleys

Neuwied. Es war ein kühler, unfreundlicher Novembertag, das Spiel der Gastgeberinnen trug auch nicht dazu bei, der etwas ...

Erfolgreiches Tennisjahr für den Rollitennis e.V. aus Windhagen

Windhagen. In der gemischten Erwachsenengruppe konnte sich Christian Burg mit 975 Punkten vor Dominik Lust (470 Punkte) behaupten. ...

Deichstadtvolleys: Rote Raben im Anflug auf Neuwied

Neuwied. In Rheinland-Pfalz ist die Eliteliga nur bei den Deichstadtvolleys zu genießen. Am Mittwoch, dem 30. November, präsentieren ...

Deichstadtvolleys verlegen LOTTO-Derby gegen Suhl

Neuwied. Grund für die Bitte um Verlegung war, dass der VfB Suhl LOTTO Thüringen kurz vor dem ursprünglichen Termin (17. ...

EHC Neuwied schlägt den Neusser EV mit 6:1 - trotz sieben Ausfällen

Neuwied. Der erste Spielabschnitt hat bei den Bären derzeit die Tendenz, ein Eingewöhnungsdrittel zu sein. Gegen Spitzenreiter ...

Eishockey statt Fußball-WM? Neuwieder Bären brauchen gegen Neuss die Fan-Unterstützung

Neuwied. „Was bei der WM abläuft, ist nicht gutzuheißen“, findet der 35-Jährige klare Worte. „Zum Beispiel trägt dieses Turnier ...

Weitere Artikel


YAKARI: Der weiße Bär in Gefahr

Neustadt. Den fröhlichen Indianerjungen zeichnet eine grenzenlose Neugier für die Welt und großen Respekt für die Natur und ...

Es geht um die „Extrawurst“ im Schlosstheater Neuwied

Neuwied. In der Inszenierung von Volker Schmalöer spielt das Stück in Neuwied. Heribert Bräsemann wurde soeben mit hundert ...

Polizei Straßenhaus stellt vier alkoholisierte Autofahrer

Dierdorf. Am Sonntagmorgen, gegen 3 Uhr, wurde im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle bei dem 18-jährigem Fahrzeugführer ...

Feuerwehr Puderbach: Wehrleiter Dirk Kuhl verabschiedet

Puderbach. Hauptbrandmeister Dirk Kuhl ist seit rund 40 Jahren in der Feuerwehr aktiv. Davon 20 Jahre als Wehrführer des ...

Buchtipp: „Das Verkehrte und das Richtige“ von Annegret Held

Dierdorf. Aber das Buch ist eine Liebeserklärung an Helds Heimat, an ihr Dorf „Scholmerbach“, an seine Bewohner, an die Eltern ...

Mehrere hundert Menschen demonstrieren in Neuwied gegen Krieg in der Ukraine

Neuwied. Dem Aufruf der Grünen waren mehrere hundert Menschen gefolgt und brachten ihren Unmut gegen die russische Invasion ...

Werbung