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Nachricht vom 20.02.2022    

Müde Deichstadtvolleys unterliegen Potsdam

Erneut mit 3:0 Sätzen (13, 19, 21) unterlagen die Deichstadtvolleys beim SC Potsdam. Dabei sah man deutlich, dass die anstrengende Woche mit jeweils zwei Spielen in Schwerin und Potsdam deutliche Spuren hinterlassen hatte.

Potsdam konnte immer wieder den Neuwieder Block, hier mit Taylor Slover und Alexis Conaway ignorieren. Fotos: Nicol Marschall

Neuwied. Potsdams Trainer Hernandez hatte in seinem nominellen Auswärtsspiel diesmal eher seinen Auswechselspielerinnen den Vorzug gegeben. Diese verdeutlichten, dass bei den Topteams der Liga auch auf der Auswechselbank starke Spielerinnen und ehrgeizige Talente zu finden sind. Bei den Deichstadtvolleys ist man von derartigem Luxus noch weit entfernt, so dass Dirk Groß sich schon freuen konnte, ab Mitte des ersten Satzes wieder auf Maddy Halteman zurückzugreifen; Lexi Pollard spielte bis in den Schlussabschnitt hinein auf der Diagonalposition.

Potsdam konnte das Spielgeschehen nach Belieben gestalten und besonders im 1.Satz zeigen, dass man nicht zu Gastgeschenken aufgelegt war. Starke Aufschläge setzten Neuwied unter Druck und provozierten Annahmefehler, die Potsdam dankend verwerten konnte. Neuwied seinerseits fiel es besonders im 1. Durchgang schwer, zwingende Angriffsaktionen zu generieren, was Potsdam im Gegenzug variable Angriffsmöglichkeiten eröffnete. Dem Neuwieder Block blieb zu selten die Möglichkeit, sich zu formieren oder aber er wurde von den eine Etage höher operierenden Brandenburgerinnen einfach ignoriert. Resignation schien sich breitzumachen. Nach einem 25:14 drohte das letzte Tourneespiel sang- und klanglos zu enden.

Dass dies dann nicht ganz so kam, war dem wieder erwachenden Kampfgeist der Rheinländerinnen und zunehmenden Nachlässigkeiten auf Potsdamer Seite zu verdanken. Nach der ersten technischen Auszeit fand Neuwied besser ins Spiel. Besonders Taylor Slover, der Entdeckung der Tournee, war es zu verdanken, dass sich Neuwied heranarbeiten und mit 15:15 erstmals den Einstand herstellen konnte. So verlief die Partie eine Zeitlang ausgeglichen, man hielt jeweils das Side Out und näherte sich der satzentscheidenden Phase. Potsdam konnte jetzt noch eine Schippe zulegen, den Aufschlagdruck erhöhen. Zweimal scheiterten Neuwieder Angriffsversuche am Block, dann hatte Potsdam seine Pflicht mit 25:19 erfüllt.

Im dritten Durchgang war Dirk Groß zunächst sehr früh gezwungen, sein Team an die Seitenlinie zu bitten, was durchaus Erfolg hatte. Von einem 1:6 arbeiteten sich seine Schützlinge wieder bis auf 9:10 heran und kamen zu Angriffserfolgen über Taylor Slover, erstmalig in der Partie aber auch über die Mittelblockerinnen. So war es Blockaktionen von Alexis Conaway zu verdanken, dass Neuwied ausgleichen und mit 18:17 erstmalig in Führung gehen konnte. In der Crunchtime brachten ein langer Ballwechsel mit besserem Ausgang für Potsdam und eine knappe Entscheidung gegen Maike Henning nach einem Linienangriff die entscheidenden Vorteile für einen Potsdamer Satzgewinn (25:21), das durch den Sieg vorläufig auf den zweiten Tabellenplatz vorrückt.



Neben der Potsdamer Außenangreiferin Valeria Papa wurde dieses Mal die kampfstarke Libera Anna Church zur besten Neuwiederin gewählt. Ihrem Trainer Dirk Groß war die Erleichterung darüber anzumerken, dass die schwere Tourneewoche abgeschlossen ist. „Wir haben diese große Belastung ordentlich überstanden und uns keine Verletzungen eingefangen und in den vier Spielen alles gegeben, was wir können!“ Schließlich habe man mit Schwerin und Potsdam Titelaspiranten vor sich gehabt. „Heute sind wir in den beiden letzten Sätzen jeweils noch mal gut herangekommen“, lobt er den Kampfgeist seiner Truppe. Um aber einen solchen Satz auch erfolgreich zu Ende spielen zu können, fehle noch die Beständigkeit. „Der Gegner spielte aber auf so hohem Niveau, dass er ohne großen Mehraufwand das Spiel wieder in den Griff bekommen konnte. Es gibt eben einen riesengroßen Unterschied zu dem, was wir im Moment präsentieren können“.

Gespannt darüber, was seine Mannschaft aus der harten Woche mitnehmen kann, ist nicht nur er: Schon am Mittwoch um 19 Uhr empfangen seine Deichstadtvolleys den USC Münster in der Rhein-Wied-Sporthalle. Tickets gibt es online und an der Abendkasse. Es gelten die 2G+-Regeln. (hw)

Die Deichstadtvolleys: Church, Pollard, Marciniak, Henning, Barke, Conaway, Anderson, Halteman, Kamarah, Slover, Watson, Bevan-Matias; Trainer. Dirk Groß

SC Potsdam: Bokan, Wilczek, Lilley, Stiriz, Papa, Nemeth, Cekulaev, Jegdic, Savic, Page, Vlachaki, van Aalen, Emonts, Helic; Trainer: Naranjo Hernandez





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