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Nachricht vom 17.02.2022    

Deichstadtvolleys präsentieren sich in Schwerin kämpferisch

Was macht den Unterschied zwischen dem im 2. Spiel bei Palmberg Schwerin gut aufgelegten Neuling und einer reifen Erstliga-Spitzentruppe aus? Immerhin erreichten die Deichstadtvolleys ihr Ziel, den Favoriten gelegentlich zu ärgern, dies zumindest im dritten Satz.

Geschlossene Mannschaftsleistung: Alle Spielerinnen begleiten den Angriff von Taylor Slover. Fotos: Michael Dittmer

Neuwied. Wie im Spiel vor zwei Tagen musste Dirk Groß auf die verletzte Madelyn Halteman im Zuspiel verzichten, Alexis Conaway hat sich inzwischen auf der 2. Mittelblockposition etabliert, Taylor Slover erhielt zunächst den Vorzug vor Lauren Matias.

Im ersten Satz war der Unterschied zwischen beiden Teams gewohnt klar: Neuwied kam immer dann zu Erfolgen, wenn die riskanten Aufschläge genügend Druck erzeugten, ansonsten erspielte sich Schwerin aus der Annahme heraus seine Chancen, die humorlos verwertet wurden. Ebenso erging es den Deichstadtvolleys, wenn sie eigene Chancen zu punkten nicht nutzen konnten und Schwerin es dann im Gegenzug krachen ließ. Wenn das Neuwieder Aufbauspiel zu durchsichtig angelegt war, sahen sich vor allem die Außenangreiferinnen einem hohen Dreierblock gegenüber, der ihnen wenig Chancen ließ. Hinzu kam die physische Überlegenheit der Norddeutschen, die im Durchschnitt deutlich mehr Körpergröße und damit Arbeitshöhe ans Netz bringen konnten. So ging der Satz, ähnlich wie am Montag, mit 25:15 an die Einheimischen. Neuauflage des Montagspiels?

Im 2. Durchgang zahlte Neuwied zunächst mit einigen Servicefehlern Tribut für sein hohes Risiko, doch dank Einzelleistungen der mutig angreifenden Taylor Slover, Block- und Schnellangriffen über Rachel Anderson hielt Neuwied auf der Anzeigetafel Anschluss an Schwerin und kämpfte sich mit 11:10 wieder heran, doch zeigte sich in dieser Phase, dass die liga- und international erfahrenen Norddeutschen dann, wenn es eng wird, keine entscheidenden Fehler mehr machen und sich auf eine höhere Passqualität stützen können: Über die Leistungsträgerinnen wurde rasch ein 5-Punkte-Vorsprung sichergestellt, der ins Ziel gebracht wurde. Zwischenfazit. Die Neuwiederinnen als Auszubildende im Oberhaus hatten beim 20:25 gezeigt, was sie können.

Eine Steigerung im 3. Satz hatte wohl keiner der Zuschauer und auch die Schwerinerinnen nicht mehr erwartet. Lauren Matias ersetzte Taylor Slover, die etliche gute Spielszenen gehabt hatte und führte sich gleich mit einigen Punkterfolgen ein. Das gute Neuwieder Aufschlagspiel, besonders von der später zur besten Neuwieder Spielerinnen gewählten Sarah Kamarah, brachte Schwerin in Verlegenheit – Neuwied führte zur technischen Auszeit mit 8:4! Dieses bislang seltene Ereignis setzte bei den Rheinländerinnen Kräfte frei. Über den Kampf um jeden Ball fand man ins Spiel und kam in der wohl stärksten Phase in dieser Saison zu einigen sehenswerten Punkten. Lauren Matias schlug kraftvoll am gegnerischen Block vorbei, Isabelle Marciniak spielte Rachel Anderson ein um das andere Mal frei und Routinier Sarah Kamarah feierte im Umgang mit dem Schweriner Block Erfolge: Neuwied lag auch zur 2. technischen Auszeit noch mit 4 Punkten vorne. Nicht nur in der Palmberg Arena herrschte ungläubiges Staunen, doch schien es nur eine Frage der Zeit, bis es Schwerin wieder gelingen sollte, seine Trümpfe auszuspielen.



Indes kämpfte Neuwied weiter, Sarah Kamarah punktete diagonal, Maike Henning sorgte mit einem krachenden Einerblock gegen eine größenmäßig bevorzugte Gegnerin für Jubel, Neuwied hatte 5 Punkte Vorsprung, die satzentscheidende Phase nahte, doch Schwerin kam zurück. Bei 22:22 war der Gleichstand erreicht, beide Trainer hatten ihre Auszeiten verbraucht und keine der beiden Mannschaften konnte einen Vorsprung erzielen. Nach einer gelungenen Blockaktion kam Neuwied zu einem Satzball, der ebenso abgewehrt wurde wie vier Matchbälle Schwerins. Der 5. Matchball beantwortete dann die eingangs gestellte Frage: Nach einem erzwungen drucklosen Angriff Neuwieds zeigte Schwerin im Gegenzug, wie es geht: Gegen einen kämpferisch starken Neuling halfen schließlich individuelle Klasse und somit die Erfahrung, in entscheidenden Situationen die richtige Lösung zu finden und die Möglichkeiten zu haben, diese umzusetzen.

Zufrieden mit der Leistungssteigerung seiner Mannschaft war natürlich auch Dirk Groß: „Wir haben heute eine beeindruckende Leistung gezeigt. Nach einem weniger guten ersten Satz haben wir uns deutlich gesteigert und uns im 2. Satz noch bis auf 20 Punkte herangekämpft. Im 3. Satz waren es dann die kämpferische Einstellung und die sehr gute Teamleistung. Da wäre vielleicht sogar noch etwas mehr drin gewesen, aber wir dürfen nicht vergessen, wo wir stehen und wen wir vor uns hatten. Wir können mit der Gesamtsituation sehr zufrieden sein: Kurz hintereinander haben wir gute Leistungen abgeliefert und uns gesteigert. Wir sind in den Tagen hier von Schwerin mit allem sehr gut unterstützt worden, das war sehr wichtig, denn wir haben noch zwei Spiele vor uns.“

Am Donnerstagvormittag zieht der Tross weiter nach Potsdam, wo schon am Nachmittag wieder für die Begegnung beim SC Potsdam am Freitag um 19 Uhr in der MBS-Arena trainiert wird. Das Spiel wird wieder bei Sportextra zu sehen sein
(hw)

Palmberg Schwerin: Stoltenborg, Pogany, Nestler, Speech, Alsmeier, Hölzig, Neuhaus, Samedy, Imoudu, Baijens, Ambrosius; Trainer. Felix Koslowski

Die Deichstadtvolleys: Church, Pollard, Marciniak, Henning, Barke, Conaway, Anderson, Watson, Bevan-Matias, Kamarah, Slover; Trainer. Dirk Groß



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