Werbung

Nachricht vom 12.02.2022    

Nonnenwerth: Was steckt hinter dem dröhnenden Schweigen der politisch Verantwortlichen?

LESERMEINUNG | Eine Lösung des Konfliktes um das Gymnasium Nonnenwerth ist nicht in Sicht. Eine Leserfamilie bemängelt in einem Brief die Zurückhaltung der Politik und stellt Fragen.

Bad Honnef. Der Leserbrief lautet: „Immer noch kämpfen Eltern, Lehrer und Schüler mit dem Mut der Verzweiflung um eine schulische Perspektive im Gymnasium Nonnenwerth. Nach mehr als einem halben Jahr machen sich bei vielen Schülern massive seelische und zunehmend körperliche Folgen bemerkbar: Ständige Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Abgeschlagenheit gesellen sich zu den Trennungsängsten und Gemütstrübungen hinzu. Viele Familien sind ratlos, Eltern teilen Schmerz und Trauer, ohne ihren Kindern wirklich helfen zu können. Dass von Seiten der wichtigen politischen Entscheider nicht einmal verbale Unterstützung und erst recht keinerlei konkrete Hilfe zu erwarten ist, verschlimmert das Gefühl des Alleingelassenseins.

Aber warum ist das so? Mit politischem Willen wäre eine einvernehmliche Lösung sicher möglich. Die andauernde Untätigkeit der Verantwortlichen auf Kreis- und Landesebene kann sicher nicht darin begründet liegen, unsere Kinder mutwillig schädigen zu wollen. Schon die Rückabwicklung des Investorendeals zwischen Peter Soliman und den Franziskanerinnen von Nonnenwerth wäre mit politischer Unterstützung ein Leichtes – und könnte die Zukunft unserer Schule langfristig sichern. Eine Lösung scheint aber trotzdem nicht gewollt zu sein.

Wenn Soliman dem zuständigen Abteilungsleiter im Bauamt Kreis Ahrweiler den Vorwurf macht, dass der mangelnde Brandschutz sein Investment gefährde, warum lässt dieser das auf sich sitzen? Warum wehrt er sich nicht gegen den Vorwurf und warum erfahren wir nichts Genaueres? Wo ist zum Beispiel eine Mängelliste, die einen solchen Vorwurf bekräftigen oder entkräften könnte?

Eine Schulschließung wegen mangelndem Brandschutz?
Permanent wird gesagt, der Schulbetrieb muss geschlossen werden, weil Herr Soliman angeblich mit einem Gutachten dargelegt hat, dass Gefahr für Leib und Leben besteht. Verschwiegen wird hingegen, dass gar kein Gutachten vorliegt, sondern lediglich eine pauschale zweiseitige gutachterliche Stellungnahme und Gesprächsprotokoll als Grundlage für die Schulschließung. Was ist der Grund? Und wieso hat das Land im Sommer einfach hingenommen, ohne die Situation mit dem Recht auf Bildung der Kinder abzuwägen?

Frau Ministerin Hubig und ihre Staatssekretärin zitieren permanent in der Öffentlichkeit das falsche Gesetz. Hier stellt sich die Frage, ist das Absicht, wenn ja, warum?




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Gruppenleitung Wohnstätte (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Gruppenleitung (m/w/d) in der Landschaftspflege

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Erzieher/in im Anerkennungsjahr (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57518 Alsdorf

Fachkraft für Arbeits- und Gesundheitsschutz (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Mittelhof

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Immer wieder wird in den Stellungnahmen mitgeteilt, dass die Trägerschaft über das Land laut § 76 Schulgesetz Rheinland-Pfalz nicht möglich sei. An dieser Stelle ist offensichtlich entgangen, dass Nonnenwerth nach dem Privatschulgesetz betrachtet werden muss und nicht nach dem Schulgesetz. Hier gibt es sehr wohl Möglichkeiten der Übernahme der Schulträgerschaft gem. § 2 des Privatschulgesetzes Rheinland-Pfalz. Dies besagt, dass eine Beteiligung selbst durch das Land oder von den beiden betroffenen Kommunen unterhalb einer 50-prozentigen Beteiligung möglich ist.

Die mangelnde Transparenz von politischer Seite wirft immer neue Fragen auf. Möglicherweise ist eine Rückabwicklung wegen der prekären Finanzlage der Franziskanerinnen schwierig, die ganz in der Nähe zwei Krankenhäuser betreiben und weitere Investments wie zum Beispiel ein Hospiz planen. Haben die Verantwortlichen auf Landes- und Kreisebene sich angesichts der Pandemie und der Flutkatastrophe des letzten Sommers entschlossen, Gesundheit und Bildung gegeneinander abzuwägen? Sind in die Gesundheitseinrichtungen Landesmittel geflossen? Werden die Schüler auf Nonnenwerth demgegenüber als „geringeres Opfer“ gesehen?

Wäre dem so, dann wäre dies nichts weniger als ein Skandal. Wir Eltern erleben täglich großes Leid. Unsere Kinder haben teils schon in der Grundschule auf ihr Bildungsideal hingearbeitet und sehen nun einen Lebenstraum platzen. Sie sind hilflos und traumatisiert. Und wir suchen ebenso hilflos nach Erklärungen, die wir nicht bekommen. Warum macht Frau Dreyer das Thema nicht zur Chefsache? Die Rückabwicklung eines misslungenen Deals zur Rettung unserer Bildungslandschaft und der Zukunft von über 500 Kindern und Jugendlichen kann nicht das Problem sein. Zumal einige von Ihnen bereits letzten Sommer ihr ganzes Hab und Gut in der Flut verloren haben. Sollen sie jetzt auch noch ihre Schule verlieren? Was steckt wirklich hinter dem Schweigen der Landespolitik sowie dem Kreis Ahrweiler?“
Familie Khazdouzian, Eltern von zwei Schülerinnen auf Nonnenwerth


Mehr dazu:   Lesermeinung  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Hauptverhandlung und Urteil im Schauprozess beim Amtsgericht Montabaur (Teil 2)

Im Nachgang zum gestrigen Artikel bleibt noch festzustellen, dass der “Weisse Ring“ (Außenstelle Westerwald) ...

Neuwied: Servicebetriebe fällen beschädigte Weide am Deich

Ein Sturmschaden hat in Neuwied den Einsatz der Servicebetriebe ausgelöst. Am Deichvorgelände musste ...

Haus Sonneneck in Anhausen eröffnet: Pflege und Gemeinschaft vor Ort

Mit dem Haus Sonneneck entsteht in Anhausen ein neues Angebot für ältere Menschen. Die Einrichtung verbindet ...

Norbert Faltin erhält goldene Verdienstnadel des VdK

Im Kreisverband Neuwied des Sozialverbands VdK wurde ein langjährig engagiertes Mitglied ausgezeichnet. ...

Austausch zwischen Handwerk und Politik in Neuwied

In Neuwied stand ein persönlicher Austausch zwischen Politik und Handwerk im Mittelpunkt. Vertreter der ...

Zeugen gesucht: Verkehrsunfall in Melsbach

In Melsbach kam es am Mittwoch (6. Mai 2026) zu einem Verkehrsunfall, bei dem zwei Pkw kollidierten. ...

Weitere Artikel


Mobiles Impfen in Bad Honnef am 14. und 15. Februar 2022

Einen weiteren mobilen Impfeinsatz des Rhein-Sieg-Kreises wird es in Bad Honnef geben: Am Montag, 14. ...

Nachholspielplan für Deichstadtvolleys: vier Spiele in sieben Tagen

Am 19. März endet die Hauptrunde der Bundesligasaison, dann beginnen die Play-offs. Etliche Mannschaften ...

Der Wolf im Westerwald: Experten reagieren auf Fragen und Sorgen der Bevölkerung

Die Wolfssichtungen im Westerwald häufen sich, die Bevölkerung zeigt sich verunsichert. Um für Fragen, ...

Gesellschaftsspiele & Co im MGH Neuwied

Trotz hoher Inzidenzen geht der Spieletreff im Mehrgenerationenhaus Neuwied unter Einhaltung der jeweiligen ...

Abwechslungsreiche Einsätze der Polizei Linz

Die Polizei Linz berichtet von diversen Einsätzen der letzten beiden Tage. Feuerwehr und Syna mussten ...

Holzernte im Winter – muss das sein?

Die Forstreviere Anhausen und Straßenhaus informieren: Unser Wald hat vielfältige Ansprüche zu erfüllen. ...

Werbung