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Nachricht vom 07.02.2022    

Klimawandel: Kreis Neuwied will eigenen Anpassungsmanager einstellen

Der zuständige Ausschuss beschließt einstimmig die Bewerbung um Fördermittel des Bundes. Landrat Achim Hallerbach: „Wichtige Module und gute Ergänzung in unserer Gesamtstrategie.“

Landrat Achim Hallerbach setzt gemeinsam mit Umweltreferatsleiterin Ina Heidelbach (links) und der externen Klimaschutzmanagerin Tanja Reichling von der Transferstelle Bingen auf Verstärkung durch einen Klimawandelanpassungsmanager. Foto: Kreisverwaltung

Kreis Neuwied. Der Klimawandel ist - wenn auch durch die Corona-Pandemie derzeit in der öffentlichen Wahrnehmung ein wenig überlagert - das entscheidende Zukunftsthema unserer Zeit. Daran lässt Landrat Achim Hallerbach keinen Zweifel. Der Kreis Neuwied hat sich deshalb in vielen Bereichen bereits auf den Weg gemacht, Verbesserungen zu erzielen. Eine eigene Klimaschutzmanagerin ist gefunden und wird in Kürze ihre Arbeit aufnehmen.

Jetzt soll mit einem Klimawandel-Anpassungsmanager eine weitere feste Kraft hinzukommen. Der zuständige Ausschuss für Klimaschutz, Energie und Ressourcenwirtschaft, kurz KER, hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, eine zunächst für zwei Jahre befristete Stelle auszuschreiben, so ein von der Verwaltung zu stellender Förderantrag beim Berliner Umweltministerium erfolgreich ist. Dann würde der Bund von den prognostizierten Gesamtkosten in Höhe von rund 220.000 Euro 90 Prozent übernehmen. „Eine solche Kraft wäre in unserer Gesamtstrategie eine gute Ergänzung“, betonte Hallerbach. Ziel ist, dass er oder sie am 1. Oktober den Dienst antritt.

Doch wie und wo soll sich der Klimawandel-Anpassungsmanager engagieren? Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie hat 21 Themenfelder identifiziert. Wie Tanja Reichling von der „Transferstelle Bingen“ im Ausschuss berichtete, soll sich der künftige Manager des Kreises Neuwied vor allem fünf daraus ausgewählten Feldern widmen, in denen Anpassungen an den Klimawandel vorgenommen werden sollen, teilweise auch müssen. „Und die sind keinesfalls ausgewürfelt, sondern an den Schnittstellen zu unseren anderen, laufenden Projekten angesiedelt“, hielt Landrat Achim Hallerbach fest.



Konkret geht es um:
„Leben an Land“: Unter diesem Schlagwort geht es um ein Aufforstungskonzept, nachhaltige Wald-Bewirtschaftung, ein touristisches Konzept und eine biodiversitätsverträgliche Boden- und Waldbewirtschaftung.

„Sauberes Wasser und Sanitärversorgung“: Ziele für den Kreis Neuwied wären hier, Fließgewässern wieder Raum zur Erhöhung des Grundwasserspiegels zu geben, Gewässer zu renaturieren und einen Gewässerpflegeplan zu initiieren.

„Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster“: Die Verwaltung soll eine Leitlinie zur nachhaltigen Beschaffung erstellen und umsetzen, außerdem Maßnahmen zur Plastikvermeidung fortführen.

„Gesundheit und Wohlergehen“. Hier soll der Anpassungsmanager zum Beispiel regionale und saisonale Kochkurse initiieren und das Thema Bürgerbusse nach außen kommunizieren.

„Nachhaltige Städte und Gemeinde“: In diesem Bereich geht es um E-Mobilitäts- und Carsharing-Konzepte sowie darum, Bebauungspläne anpassungs- und widerstandsfähiger zu gestalten. Das Grünflächenmanagement soll weiter ausgebaut werden. Der Manager soll Wettbewerbe ausloben.

„Um die Projektziele zu erreichen, soll der Anpassungsmanager zunächst ein nachhaltiges Anpassungskonzept erstellen. Darin geht es zum einen um eine Bestandsaufnahme, aber auch um die Identifizierung von Hotspots im Kreis,“ unterstrich Landrat Achim Hallerbach. Wo gibt es besondere klimatische Risiken? Schließlich sollen eine Gesamtstrategie aufgezeichnet und ein Maßnahmenkatalog erarbeitet werden. Zum Arbeitsauftrag gehören auch eine Verstetigungsstrategie, Controlling-Konzepte und Öffentlichkeitsarbeit.


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