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Nachricht vom 16.01.2022    

Deichstadtvolleys holen ersten Bundesligapunkt gegen Straubing

Bei seinem Comeback nach einer längeren Pandemiepause unterlag der VC Neuwied Nawaro Straubing mit 2:3 Sätzen (22:25, 26:24, 25:21, 19:25, 13:15). Dabei hielten sich Genugtuung über den ersten Punktgewinn und Enttäuschung über einen verpassten Sieg die Waage.

Szenen aus dem Spiel. Fotos: Eckhard Schwabe

Neuwied. Letztmalig hatten die Deichstadtvolleys im November in eigener Halle gespielt, dann machte die Pandemie regelmäßigen Trainings- und Spielbetrieb unmöglich. Noch das Mittwochsspiel gegen Münster musste abgesagt werden. Erst dann wurde die Mannschaftsquarantäne aufgehoben und die Spielerinnen konnten nach und nach das Training aufnehmen. Mittelblockerin Rachel Anderson war jetzt durch eine Rückenverletzung außer Gefecht – Dirk Groß ersetzte sie durch Allrounderin Alexis Conaway, die sich mit einer ansprechenden Leistung bedankte und nach Spielende zur besten Neuwieder Akteurin gewählt werden sollte. Im Übrigen standen Haile Watson, Maddy Halteman, Sarah Kamarah, Lauren Matias und Maike Henning in der Startformation.

Neuwied tat sich zunächst recht schwer: Annahmeprobleme führten zu voraussehbaren Angriffsversuchen, so dass Straubings Block zunächst im Vorteil war. Nach der technischen Auszeit gelang es Neuwied seinerseits, den Aufgabendruck zu erhöhen, die Außenangreiferinnen und Blockspielerinnen kamen zu Erfolgen und Neuwied schloss zwischenzeitlich im Punktestand auf. In dieser Spielphase waren jedoch die Angriffe oft zu wenig zwingend, dass Straubing längere Ballwechsel meist für sich entscheiden konnte. Nach der technischen Auszeit wechselte Dirk Groß die Regie aus. Isabelle Marciniak kam für Maddy Halteman und Regionalligaspielerin Senta Barke ersetzte auf der Diagonalposition Routinier Sarah Kamarah und konnte mit einer Aufschlagserie zum Satzende hin ihre Mannschaft noch einmal in eine Aufholjagd führen, gute Blockaktionen und Angriffe über Lauren Matias brachten Neuwied auf 24:22 heran, bevor Straubing mit einem Diagonalangriff den Satz unter Dach und Fach bringen konnte.

Sie hatte ihre Sache aber offenbar so gut gemacht, dass Dirk Groß ihre Einsatzzeit verlängerte. „Senta war präsent, hat gut aufgeschlagen und keine Eigenfehler produziert“, begründete Groß seine Entscheidung. „Als ich aufs Feld kam, war ich ungeheuer nervös“, erzählte der Youngster nach Spielschluss. „Mein Einsatz war eine große Überraschung für mich. Aber ich wollte unbedingt das zum Spiel beisteuern, was ich geben kann“. So hatte sie ihren Anteil am Neuwieder Satzgewinn. Haile Watson konnte immer wieder im Block oder mit Schnellangriffen punkten, Lauren Matias setzte sich häufig mit Angriffen über Position 4 oder aus dem Hinterfeld durch, Maike Henning war einmal mehr zusammen mit Anna Church annahme- und abwehrstark und bewies mit ihren Angriffen Übersicht. Der Satz verlief ausgeglichen, Straubing hatte schließlich Satzball, Alexis Conaway hielt ihre Mannschaft mit einer guten Blockaktion im Spiel und Lauren Matias blieb es vorbehalten, den Deichstadtvolleys den 3. Satzgewinn der Saison zu sichern.

Daraus wurde dann im nächsten Durchgang der 1. Punktgewinn für den Neuling. Wieder lief man zunächst einem knappen Punkterückstand hinterher, wieder kämpfte man sich ins Spiel, Licht und Schatten wechselten ab. Dann reklamierten die Neuwiederinnen eine Entscheidung des Schiedsrichters, der einen Straubinger Blockabpraller übersehen haben sollte und so eine 4. Neuwieder Ballberührung abpfiff. Offenbar setzten die Neuwiederinnen, die durch Vize-Kapitänin Isabelle Marciniak heftig und höflich protestiert hatten, dadurch Adrenalin frei und steigerten sich kämpferisch. Beim 18:18 hatte man den Straubinger Vorsprung egalisiert. Besonders Maike Henning konnte in der packendsten Phase des Spiels mit viel Übersicht etliche Punkte beitragen. Lauren Matias blieb es schließlich vorbehalten, sich in mehreren Versuchen durch den Straubinger Block zu kämpfen und die 2:1-Satzführung herzustellen. Stand dem Neuling sein erster Sieg bevor?



Daraus sollte nichts werden. Bei Straubing trat eine Phase der Neuorientierung ein, die lange verletzte Mittelblockerin Samantha Cash gab ihr Comeback, das Angriffsspiel der Gäste wurde umso variabler und es gelang Straubings Stellerin Anna Mebus immer besser, wahlweise den Mittelblock zu bedienen oder mit schnellen Pässen auf Außen Erfolg zu generieren. Nicht zuletzt dadurch fiel die Wahl zur Spielerin des Tages von Dirk Groß auf Sina Fuchs. Straubing dominierte so den Satz, Dirk Groß holte wieder Sarah Kamarah aufs Feld, ohne dass sich etwas am Verlauf änderte, Straubing beendete mit dem 19:25 den Neuwieder Höhenflug.

Im Tiebreak lag Straubing permanent in Führung, zeigte das variablere Angriffsspiel. Neuwied kämpfte und konnte zwischenzeitlich zum 6:6 und 8:8 ausgleichen; am Ende stand es nochmal 13:14, bevor die routiniertere Mannschaft den 2. Punkt mit nach Niederbayern nehmen durfte.

Hatte Neuwied nun einen Punkt gewonnen oder zwei verloren? In einigen Gesichtern der Neuwiederinnen war Enttäuschung zu lesen, für Dirk Groß aber stand das Urteil fest. „Mit dem Punkt bin ich zufrieden, denn wir haben stark gefightet. Klar hätten wir das Spiel unter anderen Umständen auch gewinnen können, aber nach nur zwei Tagen Training hat unsere Mannschaft einen guten Job gemacht. Darauf kann man aufbauen“. Für ihn steht die Entwicklung der Mannschaft im ersten Bundesligajahr vor Prestigeerfolgen.

Sein Straubinger Kollege Van der Mark zollt dieser Leistung Respekt, hatte diese aber auch einkalkuliert: „Wir wollten unbedingt 3 Punkte holen, um noch einmal Anschluss an die Playoff-Plätze zu finden, aber mir war auch klar, dass das sehr schwer werden würde. Nach einer so langen Pause wie die von Neuwied sind Mannschaften natürlich voll motiviert und setzen Kräfte frei. Durch den guten Neuwieder Aufschlag und die enge Halle sind wir zu vorsichtig geworden. Auch haben wir nach einem Satzverlust bisher immer das Spiel verloren. Wir haben also heute aus einer schwierigen Situation heraus gewonnen“. Die Verletzungen einiger seiner Spielerinnen aber will er nicht als Entschuldigung gelten lassen. „Wir spielen im Profibereich und müssen deshalb immer mit dem erfolgreich sein, was uns zur Verfügung steht.

Am nächsten Samstag um 19.30 Uhr steht mit dem Spiel bei Allianz MTV Stuttgart eine besonders schwierige Aufgabe beim Tabellenführer an. (hw)

Die Deichstadtvolleys: Church, Pollard, Marciniak, Henning, Barke, Conaway, Halteman, Watson, Bevan-Matias, Kamarah, Slover, Anderson; Trainer: Dirk Groß

Nawaro Straubing: Hoogers, Lieb, Mebus, Krause, Fuchs, Kleuskens, Jordan, de Tante, Brown, Cash, Trainer: Bart Jan van der Mark



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