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Nachricht vom 01.12.2021    

Richtige Vogelfütterung ist Tierschutz

Von Helmi Tischler-Venter

Zurzeit sieht man Scharen von Amseln, Elstern, Meisen und Spatzen in den Gärten. Wer Disteln stehen gelassen hat, kann auch bunt leuchtende Distelfinken an den Samenständen beobachten. Das Beobachten von Vögeln ist sehr beliebt. Wenn man die Tiere an eine Futterstelle gewöhnt, haben auch Kinder an der Fütterung und Vogelbeobachtung Spaß.

Fotos: Wolfgang Tischler

Region. Wildvögel nehmen das Futterangebot über Winter gern an, weil bei Frost und Schnee die Futtersuche schwieriger und aufwendiger ist. Je weniger naturbelassene Gärten und Feldraine die gefiederten Mitbewohner vorfinden, desto mehr sind sie auf Futtergaben angewiesen. Ab April, wenn die Jungen gefüttert werden, sollte man die Futtergabe unterlassen, weil das übliche Wintervogelfutter für Jungvögel schädlich sein kann. Sie werden zumeist von ihren Eltern in den ersten Wochen ausschließlich mit frischen proteinreichen Insekten gefüttert. Die Kleinen könnten an großen Samen ersticken. Fettreiches Futter ist für sie schwer zu verdauen. Daher gilt für die Spanne etwa von April bis Juli: Höchstens möglichst kleine (fettarme) Sämereien von heimischen Wildkräutern, Insektenfutter frisch oder tiefgefroren, anbieten.

Tabu sind gesalzene Essensreste und Brot sowie Küchenabfälle, diese Speisen sind für Singvögel schwer verdaulich oder gar gefährlich.

Wichtig ist dagegen Wasser, besonders bei Frost. Die Wasserstelle, am besten eine flache Schale mit Stein zum Landen, sollte täglich gereinigt werden.

Hygienemaßnahmen sind auch wichtig für alle Futtervorrichtungen. Meisenknödel sind, da frei hängend, recht pflegeleicht. Sie sind, wie der Name schon sagt, nur für balanciertüchtige Meisen geeignet. Auch Futtersilos sind wartungsarm, weil die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können. Auf diese Weise minimieren Sie die Übertragung und Ausbreitung von Krankheitserregern. Außerdem verdirbt darin das Futter nicht. Futterspender sind meist Röhren aus Glas oder Plexiglas mit Dachabdeckung und Sitzrand. Sie müssen so angebracht werden, dass das Futter auch bei starkem Wind, Schnee und Regen nicht durchnässt werden kann. Eine Futterglocke kann man selbst herstellen: Grundlage dafür sind Rindertalg und Margarine. Das Fett wird in einem Topf erhitzt und mit Sonnenblumenkernen, Haferflocken und Weizenkleie gemischt. Diesen Brei lässt man etwas abkühlen und füllt ihn in einen Blumentopf oder eine halbe Kokosnussschale. Ein integriertes Stöckchen dient als Anflughilfe.

Grundsätzlich muss man zwischen Körnerfressern und Insektenfressern unterscheiden. Wer beide Gruppen mit Futter bedient, kann viele verschiedene Vogelarten zu Besuch erwarten. Meisen, Finken und Sperlinge sind Körnerfresser, dagegen sind Amseln, Wacholderdrosseln, Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Zaunkönig Weichfutterfresser. Sie nehmen gern Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, kleingeschnittenes Obst oder Rosinen und Mehlwürmer, die es als Anglerbedarf oder in der Zoohandlung gibt, an. Auch Sämereien wie Hanf, Sesam oder Hafer- und Weizenflocken werden gern gefressen. Lebendfutter wie Mehlwürmer, Grillen, Bienenlarven und Wachsmotten gleichen den Insektenschwund in der Natur etwas aus.



Heimwerkern macht es Spaß, Futterhäuschen aus Holz, Draht und Moos selbst zu bauen. Sollten Sie solch ein herkömmliches Holzhäuschen verwenden, dann reinigen Sie dieses regelmäßig mit heißem Wasser und legen Sie täglich nur wenig Futter nach. Es empfiehlt sich aus hygienischen Gründen, beim Reinigen Handschuhe zu tragen.

Alle Futterstellen müssen katzensicher sein und Greifvögeln keinen Ansitz in unmittelbarer Nähe anbieten. Fensterscheiben in der Nähe von Futterstellen stellen eine Gefahr für Vögel dar. Um eine Kollision mit Scheiben zu verhindern, hat sich das Bekleben mit Greifvogelsilhouetten bewährt.

Sperlinge und Rabenvögel sind Allesfresser, sie bedienen sich gern am Hühnerfutter. Sie suchen auch auf dem Komposthaufen nach Fressbarem. Vogelfutter am Boden kann Ratten anlocken. Daher darf man Futter am Boden nur in geeigneten Tellern ausbringen, die man überwacht und im Fall, dass sie Ratten anlocken, wieder entfernt. Auch wenn Sie kranke Vögel im Umfeld ihrer Futterstelle oder Tränke vorfinden, müssen Sie die Fütterung sofort einstellen, damit die Tiere sich nicht gegenseitig anstecken!

Wichtiger als die regelmäßige Fütterung ist die naturnahe Gestaltung des eigenen Gartens. Diese Maßnahme sichert den Vögeln das artgerechte Überwintern. Jeder Einzelne kann mit vielfältigen Blumenwiesen im naturnahen Garten und dem Verzicht von chemischen Pflanzenschutzmitteln zum Tierschutz beitragen. htv


Mehr zum Thema:    Ratgeber   
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