Werbung

Nachricht vom 30.11.2021    

BUND fordert: Straßenhaus verkehrsberuhigen, nicht einschnüren!

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Rheinland-Pfalz, wendet sich auch weiterhin gegen jeglichen Neubau einer Ortsumgehung der Bundesstraße 256 in Straßenhaus. Bereits im Mai 2018 hatte der Umweltverband in seiner Stellungnahme im Zuge des Planfeststellungsverfahrens eine Neutrassierung gänzlich abgelehnt.

In der Ortsdurchfahrt Straßenhaus herrscht immer Verkehr. Foto: Wolfgang Tischler

Straßenhaus. „Zu groß sind die negativen Auswirkungen auf die Schutzgüter Boden, Wald, Wasser, Landschaft, Arten und Klima. Lärm und Luftverschmutzung würden in andere Ortsbereiche verlagert sowie Bodenversiegelung und Landschaftszerschneidung unausgleichbar weiter vorangetrieben,“ fasst das Koblenzer BUND-Landesvorstandsmitglied Egbert Bialk die Bedenken der damaligen Einwendung zusammen.

Der BUND geht noch weiter: „Hauptkritikpunkt ist aber, dass weder umweltverträgliche Alternativen, zum Beispiel kleine ortsangepasste Verbesserungen, überhaupt in Betracht gezogen noch die Wirkung auf die völkerrechtlich verbindlichen Klimaziele aus dem Paris-Abkommen in den Blick genommen wurden. Der Bundesverkehrswegeplan 2030, der die gesetzliche Planrechtfertigung sein soll, verstößt gegen EU-Umweltrecht und ist aus unserer Sicht verfassungswidrig. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom März 2021, so unser aktuelles Rechtsgutachten, bestätigt prinzipiell auch unsere Einwendungen im Fall Straßenhaus, die wir bereits vor mehr als drei Jahren ausführlich vorgebracht haben,“ so Bialk.

Da diese grundlegende Problematik auch in Berlin bekannt ist für viele der rund 1.000 bundesdeutschen Verkehrsprojekte, wurden nach dem Verfassungsgerichtsurteil die Klimaziele und Maßnahmen gesetzlich verschärft und im neuen Koalitionsvertrag die Neuaufstellung des „Bundesverkehrswegeplanes 2040“ vereinbart. Bis zur Verabschiedung dieses Planes strebt die Ampel-Koalition „einen neuen Infrastrukturkonsens bei den Bundesverkehrswegen“ an, heißt es dort. In einem „Dialogprozess“ mit Verbänden soll sich über neue Prioritäten der Projekte aus dem bestehenden Plan verständigt werden. Bialk: „Hier wird es mit den Umweltverbänden keinen Konsens für eine vordringliche, zeitnahe Genehmigung der Ortsumgehung Straßenhaus geben, auch wenn der neue Verkehrsminister Wissing noch so viel Einfluss hat und Druck macht.“



Der BUND empfiehlt, wie übrigens auch bei der umstrittenen Umgehung der B 8 bei Weyerbusch im Nachbarkreis Altenkirchen, die schrittweise Verkehrsberuhigung der Ortsdurchfahrt. Kreisel, gesicherte Querungen für Fußgänger und abschnittsweise Tempolimits im Zentrum würden die Sicherheit und Lebensqualität erhöhen. Die Natur, der Handel und die Grundlagen der Landwirtschaft blieben erhalten, und das Dorf würde nicht weiter eingeschnürt und letztlich auch viel Steuergeld gespart. „Aber damit muss man im Interesse der Menschen und der Natur jetzt anfangen, statt von der großen autogerechten Lösung zu träumen“, fordert Egbert Bialk.

Rechtsgutachten des BUND Bundesverbands zum Bundesverkehrswegeplan ist hier einsehbar.



Mehr dazu:   Auto & Verkehr  
Lokales: Rengsdorf & Umgebung

Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Rengsdorf auf Facebook werden!


Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus der Region


Sommerfest und Jedermannslauf rund um das Heinrich-Haus in Engers

Neuwied. Los geht es am Sonntag, 11. September, um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kapelle am Rhein. Ab 11 Uhr beginnt ...

Open Air auf dem Schlosshof Engers mit Konstantin Wecker

Neuwied. „Poesie und Musik können vielleicht die Welt nicht verändern, aber sie können denen Mut machen, die sie verändern ...

"Rendez-Vous regional - KÄSE & WEIN" - Naturgenuss in Leutesdorf

Kreis Neuwied. Im Reben umrankten Innenhof und weiteren Räumen des Leutesdorfer Traditionsweinguts genießen Besucher die ...

Sankt Katharinen: Streit zwischen zwei PKW-Fahrern endet in Bedrohung

Sankt Katharinen. Im Zuge dessen ging ein 56-jähriger Beteiligter aus Neustadt/Wied an seinen Pkw, holte einen Gegenstand ...

Das Leben nach dem Schlaganfall - Andreas Hess im Gespräch

Selters. Nach dem Notruf brachten die Rettungskräfte Andreas Hess in die Schlaganfalleinheit (Stroke Unit) des Evangelischen ...

Spielplatz in Windhagen-Stockhausen modernisiert

Windhagen-Stockhausen. Die Ortsgemeinde Windhagen wünscht den Kindern viel Vergnügen mit den Spielgeräten und einen angenehmen ...

Weitere Artikel


Die Westerwald-Brauerei startet wieder die beliebte Hachenburger Prämien Power

Hachenburg. Die Westerwald-Brauerei startet mit „Hachenburger Prämien Power“ am 1. Dezember wieder eine breit angelegte Kundentreueaktion. ...

Muslimische Grabfelder im Kreis Neuwied - ein Problem

Neuwied. Die Neuwieder Moscheegemeinden haben sich daraufhin zusammengefunden, um nach Lösungen für die Musliminnen und Muslime ...

Arbeitsmarkt in Kreisen Altenkirchen und Neuwied zeigt sich frostig

Region. Ende November waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Neuwied – dieser umfasst die Kreise Neuwied und Altenkirchen ...

Austausch zwischen Christen und Muslimen in der Offenen Gemeinde Heilig Kreuz

Neuwied. Die Glocken läuteten zu Beginn. Josef Freise erklärte, dass das "Angelus-Läuten" der Kirchenglocken am Morgen, am ...

Lana Horstmann ruft zum Jugendwettbewerb auf

Region. Die Erfahrungen aus dieser Zeit wirken bis heute nach und bestimmen den öffentlichen Diskurs mit. Aber wie hat sich ...

Corona im Kreis Neuwied: Viele Impfmöglichkeiten

Neuwied. Am heutigen Dienstag meldet die Kreisverwaltung 93 Neuinfektionen. Die meisten Fälle kommen aus der Stadt Neuwied ...

Werbung