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Nachricht vom 14.10.2021    

Johanna-Loewenherz-Stiftung ehrt Katrin Pütz

Sie war Schreiner-Gesellin, Sennerin, Fahrrad-Reiseleiterin und hat im australischen Outback wilde Stiere eingefangen. Sie hat Agrartechnik studiert und könnte als Angestellte in einem Großkonzern richtig gutes Geld verdienen. Stattdessen kämpft die Westerwälderin Katrin Pütz für eine neue Entwicklungsstrategie.

Die Ehrenpreisträgerin Katrin Pütz (2.v.links) mit ihrer Schwester Christina Fries, die stellvertretend für die erkrankte Elizabeth Baumann die Laudatio verlas, Landrat Achim Hallerbach und die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Doris Eyl-Müller (1.v. links) bei der Preisverleihung. Foto: privat

Kreis Neuwied. Sie erfindet den Biogas-Rucksack und gründet „(B)Energy“ – ein Unternehmen, ein „social business“, das in Afrika aus Hilfsempfängern Geschäftsleute machen will. Die Johanna-Loewenherz-Stiftung des Kreises Neuwied hat Katrin Pütz dafür mit ihrem Ehrenpreis ausgezeichnet.

Landrat Achim Hallerbach zeigte sich bei der Verleihung tief beeindruckt von der Preisträgerin und deren Ansatz, den Menschen in Afrika auf Augenhöhe zu begegnen und ihnen die Möglichkeit zu geben, selbst unternehmerisch tätig zu werden, statt mit Entwicklungshilfegeldern eigene Aktivitäten zu unterdrücken und Marktwirtschaft zu verhindern. „Nebenbei“, hob Hallerbach hervor, können Frauen mit dem Biogas-Rucksack wesentlich schadstoffärmer kochen als mit der sonst üblichen Verbrennung von Holz. „Das ist gut für die Gesundheit und leistet außerdem einen Beitrag gegen die Abholzung der Wälder“, betonte der Landrat, der sich zuversichtlich zeigte, dass sich Pütz mit ihrer Innovation durchsetzen kann.

„Katrin Pütz ist ein echtes Vorbild für Mädchen und junge Frauen“, machte Doris Eyl-Müller, als Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Neuwied, in ihrer Ansprache deutlich. „MINT-Studium als Frau: geht! Firmengründung als Frau: geht! Für eine Idee brennen und kämpfen als Frau: geht!“, fasste sie zusammen und zeigte sich überzeugt, dass Johanna Loewenherz Katrin Pütz gefallen hätte. „Sie würden vortrefflich diskutieren und zweifelsfrei auch streiten“, war sie sich sicher.



Als „atemberaubend“ bezeichnete die erkrankte Laudatorin Elizabeth Baumann das Engagement von Katrin Pütz. In dem stellvertretend von Christina Fries verlesenen Beitrag, machte sie deutlich, dass die Preisträgerin als Solo-Selbstständige die alleinige Verantwortung für ihr Unternehmen trägt. „Keine Sicherheiten, kein kalkulierbares Einkommen, stattdessen durchgearbeitete Nächte und Wochenenden“, hielt sie fest. Sie betonte, dass mit Katrin Pütz Biogas-Projekt den Käufern die Möglichkeit gegeben wird, Unabhängigkeit zu erlangen. „Konsumenten werden zu Produzenten, zu Unternehmern, die das Biogas verkaufen können, um Geld zu verdienen“, führte sie aus und betonte: Das Entscheidende für Katrin ist, dass ihre Rezepturen wirklich zu den Bedingungen vor Ort passen.“ Und eben das sei bei (B)Energy der Fall.

Pütz, die selbst vier Jahre in Äthiopien gelebt hat, sei eine „Visionärin, die weiter denkt“ und ihr Energiekonzept in größere Zusammenhänge einbettet. „Sie setzt auf humane Marktwirtschaft. Sie ermöglicht ein Umdenken, eine Abkehr von Altem“, machte sie deutlich. Und gerade Letzteres ist wohl ein zentraler Punkt, der Katrin Pütz sehr gut zu Johanna Loewenherz passen lässt.

Die aufgezeichnete Preisverleihung wird am 21. Oktober 2021, 17 Uhr auf der Homepage der Johanna-Loewenherz-Stiftung www.johanna-loewenherz-stiftung.de freigeschaltet. (PM)


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