Werbung

Nachricht vom 05.10.2021    

Gefeierter Theaterstar: Carl Blasel - Ein Wiener Bühnenleben

Das alte goldene Wien mit seiner Theaterlandschaft ist Thema im neuen Buch von Catrin Möderler. Die Protagonistinnen und Protagonisten werden wieder lebendig, auch dank der emsigen Recherchearbeit der Autorin. In ihrem neuen Buch erzählt sie aus dem Leben von Carl Blasel (1831-1922) - Theaterdirektor, Sänger und Schauspieler in Wien.

Stephanie Eichhorn, Leiterin der Stadtbücherei (links), nimmt das Buch über Carl Blasel von Autorin Catrin Möderler in Empfang, um es für die Ausleihe bereitzustellen. Foto: privat

Bad Honnef. Und: Sein Weg kreuzte sich mit dem der schönen Mila Röder (1847-1887), die in Bad Honnef auf dem Alten Friedhof im Familien-Mausoleum bestattet ist und die zur Legende wurde.

„Carl Blasel – Ein Wiener Bühnenleben“ ergänzt die beiden ersten Werke von Catrin Möderler, in denen sie zum einen über Mila Röder und zum anderen über deren Stiefvater Ferdinand Röder berichtet hat. Die Autorin überreichte ihr neues Buch über Carl Blasel an die Leiterin der Stadtbücherei Bad Honnef Stephanie Eichhorn, die es für die Ausleihe bereitstellt.

Bemerkenswert an Carl Blasels Leben ist, dass er fast 80 Jahre auf der Bühne stand. Er habe wohl ein Langlebigkeits-Gen gehabt, sagt Catrin Möderler. Er war zu seinem 90. Geburtstag noch in einer Nestroy-Rolle gefeiert worden. Kurz vor seinem Tod hielt er sich im Gasthaus seines Sohnes im Prater auf, begrüßte die Gäste und erzählte ihnen Geschichten. Er musste sich danach ins Bett legen und konnte friedlich einschlafen. Er erhielt ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof. Aber auf dem Grabstein ist sein Vorname mit „K“ geschrieben, wo er doch so viel Wert auf das „C“ gelegt hatte.

Das Erstaunliche ist, dass er alle Entwicklungen des Kulturbetriebes von der Biedermeierzeit bis in die Tonfilmzeit in den Roaring Twenties erfolgreich mitgestaltet hat. Eine Auszeit oder Urlaub hat es für ihn nie gegeben: Jeden Tag stand er auf der Bühne und am Wochenende gab es schon mal mehrere Vorstellungen. Er führte eine lange Ehe mit Johanna, die nach 50 Jahren gemeinsamer Zeit vor ihm im Jahr 1910 starb. Die Ehe hielt, obwohl er immer den Liebhaber, vor allem in den Operetten gegeben hatte und von sich selbst sagte, dass er ein Damenliebling sei.

Mila Röder schließlich war damals von ihren Eltern zu einer gefeierten Sängerin aufgebaut worden. Ihre Stimme hält den Anforderungen wohl nicht stand, so wird berichtet. „Absolut unbestritten dagegen ist die einzigartige Schönheit, der Liebreiz und der unwiderstehliche Charme der jungen Künstlerin. Wo sie auftaucht, ist sie sofort der umschwärmte Mittelpunkt der großen Gesellschaft.“ (Catrin Möderler, Carl Blasel – Ein Wiener Bühnenleben, Seite 115). Carl Blasel in der männlichen Hauptrolle ist in den Offenbach-Operetten „Der Schnellball“ und „Fleurette“ ihr Bühnenpartner. Die letzten Lebensjahre verbrachte Mila Röder in Honnef. Ihr Stiefvater, Mutter Annette und sie fanden im Mausoleum auf dem Alten Friedhof ihre letzte Ruhe. Die Büste der Mila Röder, die Mutter Annette damals in großer Trauer anfertigen ließ und ins Mausoleum gab, steht heute vor Wind und Wetter geschützt im Rathaus. Sie bewahrt Milas Schönheit.

Autorin Catrin Möderler ist fasziniert von dieser großen Theaterzeit im 19. Jahrhundert. Theater war damals das Massenmedium. Hier erhielten die Menschen, auch die einfachen ihre Bildung. Catrin Möderler sagt: „Kultur ist der Kit, der die Gesellschaft zusammenhält und macht sie besser.“

Carl Blasel war beliebt und wurde gefeiert, trotzdem hat es bisher keine umfangreiche Biographie über ihn gegeben. Catrin Möderler ergriff diese Gelegenheit und bringt Licht in die Vergangenheit.

Catrin Möderler fühlt sich in Wien zu Hause, ihr Vater stammte von dort. Auch deshalb könne sie über Wien mit Intensität berichten. Sie freute sich durch die Recherchen für das Carl-Blasel-Buch, Wien noch einmal von einer neuen Seite kennenlernen zu dürfen. Durch den Fortschritt in der Digitalisierung war es ihr möglich, Originaldokumente einzusehen.

Für das nächste Projekt wird sich Catrin Möderler mit dem Leben der Bertha von Romani (1828-1914) befassen. Sie war auch eine Ehefrau von Ferdinand Röder, einige Zeit vor der Verbindung Ferdinands mit Milas Mutter. Bertha von Romani kann noch heute ein Vorbild sein, weil sie ihr Leben selbstbestimmt führte. Die Leserinnen und Leser können gespannt sein, welche Geheimnisse Catrin Möderler diesmal lüften wird. Jedes ihrer Bücher entführt in die Welt der berühmten Stars alter Zeiten und ist ein besonderes Lesevergnügen.



Im Buchhandel und im Internet erhältlich: Catrin Möderler, Carl Blasel – Ein Wiener Bühnenleben, tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, ISBN 978-3-347-33282-9. (PM)


Mehr dazu:   Buchtipps  


Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus der Kultur


Friedrich Dönhoff - Die Welt ist so, wie man sie sieht

Neuwied/Wissen. Viele Jahre lang war Marion Gräfin Dönhoffs Großneffe Friedrich einer der Menschen, die ihr am nächsten standen. ...

"Die Welt ist so, wie man sie sieht" - Lesungen in Neuwied und Wissen

Neuwied/Wissen. Marion Gräfin Dönhoff (1909-2002), geboren und aufgewachsen in Ostpreußen, flüchtete 1944 vor sowjetischen ...

Vergnüglicher literarischer Abend im Café mit dem Trio Poesie in Unkel

Unkel. Solveig Ariane Prusko, Programmleiterin der Westerwälder Literaturtage machte die Erfahrung, dass Lesungen eher angenommen ...

Wandelkonzert: "Ein musikalischer Spaziergang durch Neuwied"

Neuwied. Los geht es um 15 Uhr an den neugestalteten Treppen bei der Deichkrone am Rheinufer. Von dort aus führt der Weg ...

Vorverkauf startet: Tickets für die neue Spielzeit 2022/2023 im Schlosstheater sichern

Neuwied. So feiert am 15. September im Schlosstheater Neuwied die Uraufführung der ersten Komödie von Erfolgsautor Sebastian ...

Theater am Werk Koblenz geht in Bendorf auf musikalisch-literarische "Reise"

Bendorf-Sayn. 1835 "erfand" Karl Baedeker in seiner Verlagsbuchhandlung am Koblenzer Görresplatz den modernen Reiseführer. ...

Weitere Artikel


„Einheitsbuddeln“ in der Engerser Landstraße in Neuwied.

Neuwied. Hunderte von Frühlingszwiebeln standen zur Bepflanzung an den Grünflächen rund um die Haltestellen der Blücherstraße ...

Teilnehmer von Integrationskursen ließen sich impfen

Neuwied. Zuvor waren VHS-Leiterin Jutta Günther und Meike Pfeiffer gemeinsam in die Integrationskurse gegangen, um mit Unterstützung ...

Innovative und nachhaltige Projekte am Deich in Neuwied

Neuwied. NUANS - das sind in diesem Jahr die Künstler Anna Heidenhain, Elmar Hermann und Hugo Holger Schneider - stellen ...

Heimisches Holz ist jetzt digital

Dierdorf. Nebenbei lernt der Zuschauer bei seinem virtuellen Spaziergang viel über Aufforstungen, die Nutzung des Waldes ...

Lange Schlangen vor dem Impfbus an der Deichwelle

Neuwied. Schon eine halbe Stunde vor dem Start bildete sich vor dem Impfbus eine Schlange, die den ganzen Tag nicht abbrach: ...

Gefährliche Überholmanöver durch LKW und herausgehobene Gullydeckel

Windhagen. Im Zeitraum von Samstag, dem 2. Oktober um 18 Uhr bis Sonntag, dem 3. Oktober um 7:30 Uhr, hob eine unbekannte ...

Werbung