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Nachricht vom 25.09.2021    

„WERK!“ auf dem Rasselstein-Gelände Neuwied verbindet Industrie und Kunst

Von Helmi Tischler-Venter

„WERK!“ wurde als Titel gewählt, weil das Wort sowohl Arbeitsplatz als auch Kunstobjekt bezeichnet, genau das kombiniert die internationale Kunstausstellung in der Lagerhalle auf dem ehemaligen Rasselstein-Gelände in Neuwied. Das Ausrufezeichen fordert zur Aktion auf.

Anne-Louise Hoffmann: "Pusats Dream" in der Kunstausstellung in der ehemaligen Lagerhalle auf dem Rasselstein-Gelände. Fotos: Helmi Tischler-Venter

Neuwied. Die Ausstellung versammelt künstlerische Positionen, die sich mit unterschiedlichen Facetten von Arbeit beschäftigen. Der Neuwieder Künstler Elmar Hermann, der sein Atelier in der ehemaligen Cafeteria des Werks hat, empfiehlt, sich mit dem Plan in der Hand frei durch die Halle zu bewegen und die Kunstwerke intensiv zu genießen.

Die erste Arbeit mit deutlich industriellem Bezug steht bereits vor dem Eingang zur Werkshalle, neben der Cocktail-Bar, die bei der Vernissage am Freitag, dem 24. September aufgebaut war. Der große Kubus „Sea Crystal“ wurde von dem Schweizer Nicolas Thomkins mit Aluminium der Firma ASAŞ gestaltet, die heute Inhaberin des im Jahr 2015 geschlossenen Rasselstein-Komplexes ist.

Mit einem innovativen Konzept bindet ASAŞ künstlerische Produktion in die Arbeitsabläufe der Firma ein. stellt Fragen nach Standort- und Produktionsbedingungen, die sowohl für Wirtschaft als auch Kultur relevant sind. Künstler brauchen die Wirtschaft als Unterstützer, betonte Herrmann und dankte der anwesenden Führungsriege der Firma ASAŞ, die nicht nur die wunderbare große Halle als Galerie zur Verfügung stellt, sondern auch beim Aufbau mit Gabelstapler, Verlängerungskabel und weiterem Equipment Hilfe leistete.
In Kooperation mit ASAŞ entstand auch Elmar Hermanns glänzende Skulptur „Don Carlos“, eine Parallelarbeit zu dem das Foyer des jungen Neuwieder Schlosstheaters schmückenden Kunstwerks.

Die beteiligten Künstler begaben sich auf die Suche nach Spuren der großen Epoche der Industriekultur. Da dem Gelände eine Konversion bevorsteht, erleben vorgefundene Materialien bereits jetzt als Kunstbestandteil eine Konversion. So entstanden extra für die aktuelle Ausstellung neue, zum Teil große Arbeiten.



In der Video-Installation „Bendorf Crazynes“ der Künstlergruppe „Nuans“, die Arbeitsabläufe zeigt, wird die vergangene Metallverarbeitung noch einmal an einem authentischen Ort lebendig, in direktem nachbarlichem Bezug zu Nicole Ahlands geprinteten Aluminiumbahnen mit dem Titel „Lichtflug I“.

Um zu den darüberliegenden Stockwerken zu gelangen, muss die Eingangshalle nach links verlassen werden, dort findet man die Treppe. Gleich trifft man im ersten Stock auf „Pusats Dream“, einen Drachenkopf aus Polynet Laubstop und Kabelbindern, in dessen Maul Frauenbeine in rotem Latex zappeln. Anne-Louise Hoffmann bringt mit ihrer Performance damit Betrachter zum Schmunzeln.

Markante Punkte auf Holztafeln füllen den Raum. Sie sind neue Arbeiten des Neuwieder Künstlers Norbert Bleidt, der ein langes Leben lang in diesem Bereich gearbeitet hat.

Einen großen Rasselstein ganz konträr in Textil und Luft gefasst hat Felicitas Rohden aus Brüssel.

Unter dem Dach warten Spiegelungen der Dachkonstruktion auf Betrachter. Erst beim Näherkommen erschließen sich die Bilder in Glasplatten, die auf Stahl-Walzrollen gelagert sind. Mit Ibrahim Erdogans Arbeiten „The roofs above me“ endet die Ausstellung im Himmel.

Parallel zur Illumination „LUMAGICA“ weiter vorn im ehemaligen Rasselstein-Gelände, kann die Ausstellung „WERK!“ im Hauptlager nach vorheriger Anmeldung unter anmeldung@werk-neuwied.de bis zum 31. Oktober besucht werden. Einfahrt gegenüber der Rasselsteiner Straße 107. (htv)


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