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Nachricht vom 24.09.2021    

Kulturstadt seit einem Jahrzehnt als Fairtrade-Town aktiv

Wer zehn Jahre jung ist, versprüht für gewöhnlich einen enormen Aktivitätsdrang. Bei der Lenkungsgruppe Fair Town Unkel ist das nicht anders. Zum zehnjährigen Jubiläum „Fairtrade Stadt Unkel“ ist von dem engagierten Team eine Image-Plakat-Aktion ins Leben gerufen worden, deren Name Programm ist: „Unkel meine Stadt“.

Lenkungsgruppe Fair Town mit Uta und Volker Thomalla, Gisela Menden, Manuela Thelen und Ute Bockshecker (von links). Zu 10 Jahre „Fair Trade Stadt Unkel“ hat die Gruppe ihre Plakat-Aktion „Unkel meine Stadt“ verwirklicht; Schirmherr ist Stadtbürgermeister Gerhard Hausen. Foto: Kulturstadt Unkel/Thomas Herschbach

Unkel. Deren Premiere widmet sich dem Thema „Müll“. Aus traurigem Grund: Entlang der B42 findet sich in unschöner Regelmäßigkeit reichlich Abfall aller Couleur – zumeist Verpackungen von Fast Food-Anbietern, Getränkedosen und leere Flaschen von einst Hochprozentigem.

Um die Zeitgenossen, die ihren Abfall wild entsorgen, zu erreichen, wurde die Idee zu einem Plakat mit Fotos von Müll, der sich an der Ausfahrt der B42 gesammelt hat., geboren.

Die Fotos auf dem ersten Plakat der Serie entstanden auf einer Strecke von nur 200 Metern entlang der B42 innerhalb weniger Minuten. Das Plakat zeigt auch nur eine kleine Auswahl des Mülls, der dort aus Fahrzeugen geworfen wurde.

Die Berechnungsmodelle der Lenkungsgruppe lassen aufhorchen:
Demnach entstehen in Deutschland rund 617 Kilogramm Müll pro Person und Jahr. Das sind 130 Kilogramm mehr als in anderen EU-Ländern! Je nach Material braucht Müll in der Natur bis zu 500 Jahre, bis er zersetzt ist. Und nur 6,6 Prozent des gesamten Mülls in Deutschland werden recycelt.

Allein im Landkreis Neuwied fallen pro Jahr 130 Tonnen illegal abgelagerten Mülls an, darunter auch in nicht geringen Mengen Altöl, unbekannte Flüssigkeiten und Sondermüll. In diesem Jahr ist es besonders schlimm: 2021 gab es bereits 160 Tonnen illegal gemeldeter Ablagerungen, fünf Prozent davon in Unkel, teilte der Landkreis Neuwied auf Anfrage mit. Etwa zehn Prozent davon liegt sichtbar auf und an Straßen.



Die Lenkungsgruppe führt weitere ökonomische und ökologische Nischen auf, die noch weitestgehend brachliegen: „Stoffbeutel statt Plastiktüten würden in Deutschland 5,75 Milliarden Tüten pro Jahr einsparen. Obst und Gemüse regional und lose einzukaufen würde 53.000 Tonnen Kunststoff und 34.000 Tonnen Papier sparen. Wasser in Mehrwegflaschen zu kaufen oder selber zu sprudeln, erspart 17 Milliarden Einwegverpackungen pro Jahr. Und Mikroplastik gelangt über das Wasser ins Meer und mit dem Seefisch wieder auf unserem Teller mit noch nicht absehbaren Folgen.“

Aus der Idee für ein Plakat zur Müllvermeidung entstand die Idee für eine ganze Reihe von Plakaten in Corporate Identity, die zum Nachdenken anregen sollen. Jedes der Plakate mit dem Wiedererkennungseffekt des roten Rahmens, der Werbebotschaft und des QR-Codes zur Homepage der Kulturstadt www.unkel-kulturstadt.de ist während einer Laufzeit von elf Tagen zu sehen, dann folgt ein neues Thema.

Wer sich in und für Unkel überparteilich engagiert, ist aufgerufen, ebenfalls die Patenschaft für eines der Motive zu übernehmen. Eine Reihe von Einrichtungen der Kulturstadt und die Verbandsgemeinde haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. Es gibt aber durchaus noch freie Kapazitäten. (PM)


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