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Nachricht vom 14.09.2021    

TRIO - Konstantin Wecker begeisterte im Bad Honnefer Kursaal

Es war ein besonderer Abend, in vielfacher Hinsicht. Am Montag trat Konstantin Wecker im vollbesetzten Bad Honnefer Kursaal auf und begeisterte das Publikum am ersten „Abend der Brüderlichkeit" des stadteigenen Festivals „Lieder.Freude.Miteinander.“

TRIO im Kursaal Bad Honnef - von links: Jo Barnikel; Fany Kammerlander und Konstantin Wecker. Foto: Tom Scheben

Bad Honnef. „Sie glauben gar nicht, wie froh ich bin, dass ich heute hier stehen darf", begrüßte Bürgermeister Otto Neuhoff die knapp 300 Gäste. „Verschoben, umgeplant, verschoben – jetzt endlich dürfen wir Beethovens 250. Geburtstag gemeinsam feiern. Und das tun wir auch." Neuhoff verriet, welche zwei „Wahlbuchstaben" aus dem Logo BTHVN2020 sich die Stadt Bad Honnef ausgesucht hatte: Das N für Natur und das H für Humanismus. „Und welchen Repräsentanten könnte es da Besseres geben als Konstantin Wecker, der seit Jahrzehnten im Geist des Humanismus auf den Bühnen unterwegs ist und nimmermüde den Freiheitsgedanken transportiert", sagte Bad Honnefs Bürgermeister.

Dass er das nach wie vor mit Leidenschaft tut, bewies Wecker umgehend. Mit der Ballade „Willy", die Wecker ursprünglich 1987 schrieb und immer wieder dem aktuellen Zeitgeschehen entsprechend überarbeitet, eröffnete der stimmstarke und gut gelaunte 74-Jährige - „Sie wissen gar nicht, wie schön das ist, wieder drinnen aufzutreten, ich muss sofort das Sakko ausziehen, so warm ist das" - den Abend. Die jüngste Version des „Willy" dreht sich um das Attentat von Hanau: „Ein 43-jähriger Faschist ermordete in Hanau am 19. Februar 2020 neun Menschen." Und: „Einer von ihnen hieß Vili, Vili-Viorel Paun, er war gerade 22 Jahre alt."

Neben den politischen Tönen und ihrem Sehnen nach Utopia kamen aber auch die menschelnden zum Gehör: als besonderes Schmankerl hatte Wecker eine alte Tonbandaufnahme im Gepäck, auf der er gemeinsam mit seinem Vater – noch vor dem Stimmbruch - als La Traviata ein Duett singt.

Aber auch an Beethoven kam Wecker in seinem liebevollen Elternhaus anscheinend nicht vorbei – im Gegenteil. „Ich arbeite seit 30 Jahren mit Jo Barnikel, diesem fantastischen Pianisten, und seit fünf Jahren mit Fany Kammerlander, dieser wundervollen Cellistin, zusammen", stellte der Künstler die beiden Mitstreiter des Trios vor. „Vor ein paar Jahren – ich schreibe ja immer erst meine Texte und vertone sie anschließend – kam ich mit den Zeilen ‚lasst uns jetzt zusammenstehen, es bleibt nicht mehr so viel Zeit' und intonierte sie. Aber irgendwie kam mir die Melodie so bekannt vor. Ich war irritiert. Bis die beiden lachten und meinten ‚Konstantin, was ist denn mit dir los? Erkennst du Beethovens Neunte nicht mehr?'" Wem jetzt das „Freude schöner Götterfunken" in den Sinn kommt, wird feststellen, dass auch hier Weckers Text wieder ergreifend präzise passt.

Nach einem fulminanten, fast dreistündigen Konzert, das mit mehreren Zugaben und Standing Oviations gekrönt wurde, war wieder einmal zu spüren: Der Geist eines Live-Konzerts ist sowohl für Kunstschaffende als auch für das Publikum durch nichts zu ersetzen.





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