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Nachricht vom 11.09.2021    

Rotary Neuwied-Andernach hilft den Flutopfern

Damit hatten die Verantwortlichen von Rotary Neuwied-Andernach nicht gerechnet. Ein Spenden-Aufruf des Clubs kurz nach der verheerenden Flutkatastrophe an Ahr und Nette brachte in wenigen Wochen mehr als 60.000 Euro Spendengelder ein.

Die Spenden für Gut Nettehammer fließen besonders in die Wiederherstellung der durch die Flut zerstörten Brücke. Fotos: privat

Neuwied. Das Geld stammt sowohl von Einzelpersonen wie von Firmen. Aufgrund der internationalen Vernetzung der hiesigen Rotarier reichte die Hilfsbereitschaft bis nach Straßburg im Elsass und auf die Philippinen. Amtierender RC-Präsident Bernhard Eckel zeigte sich bei einem kleinen Event zur Scheckübergabe auf dem ebenfalls geschädigten Gut Nettehammer in Andernach dankbar und überwältigt von der Solidarität und tatkräftiger Anteilnahme.

Übergeben wurden vier Schecks stellvertretend für die schwerstbetroffenen Geschädigten im Kreis Adenau und Altenahr sowie für die neurologische Therapie RheinAhr gGmbH und an Gut Nettehammer.

Die kleine Veranstaltung im sonnigen Park von Gut Nettehammer stand im krassen Gegensatz zu dem furchtbaren Leid und der Zerstörung, die unter anderem rund um Adenau zu beklagen sind. Claudia Rössling-Marenbach, derzeitige Rotary-Präsidentin des Clubs Adenau-Nürburgring, berichtete sehr authentisch, wie seit jener Nacht im Juli für sie und ihre Gemeinde alles anders geworden sei. Einige Ortsteile ihrer Heimatstadt seien zwar verschont geblieben, andere fast dem Erdboden gleich gemacht. Und das mit teils entsetzlichen Konsequenzen für die Menschen.

Vor einer Woche habe sie sogar eine fünfköpfige Familie beerdigen müssen, berichtete die evangelische Pfarrerin. Der von Rössling-Marenbach ehrenamtlich geführte Club hat inzwischen Geldspenden von einer knappen Million gesammelt, die seit Mitte Juni für die unbürokratische Soforthilfe, für einen Hilfsfond für „Härtefälle“ und neuerdings auch für ein Patenschafts-Programm für besonders betroffene Familien ausgeschüttet werden. Ihre Arbeit wird vom Partnerclub „Neuwied-Andernach“ mit 20.000 Euro unterstützt.

Ein ähnliches Hilfsprogramm hat der befreundete Rotary Club Bad Neuenahr-Ahrweiler aufgelegt und bislang Spenden von 730.000 Euro gesammelt. Auch hier war nach Worten des selbst von den Schäden betroffenen Präsidenten Roland Brunner die Solidarität, nicht zuletzt durch deutschlandweit angereiste hunderte praktische Helfer, beeindruckend. Er bedankte sich nicht nur für den weiteren Spendenzuwachs aus Neuwied/Andernach von ebenfalls 20.000 Euro, sondern auch für die Gelegenheit, öffentlich über das erlittene Leid reden zu können.

Mit diesen seelischen Verletzungen sprach er auch Barbara Börkel von der neurologischen Therapie RheinAhr gGmbH aus der Seele. Das Zentrum für Rehabilitation, Eingliederung und Nachsorge in Ahrweiler war in der Katastrophennacht total geflutet worden und nutzt die rotarische Spende von 8.000 Euro für den Wiederaufbau und die Etablierung eines weiteren Standortes. Darüber hinaus hat das Team aber auch sein Angebotsspektrum erweitert und lässt sich derzeit in den Grundlagen der Trauma-Therapie schulen. Eindrucksvoll in dem Zusammenhang, das von Börkel geschilderte Beispiel einer Rollstuhlfahrerin, die nur dadurch überlebt habe, da ihr Mann zufällig nicht auf Dienstreise war und sie so habe retten können, und die jetzt vom Geruch ihres Rollstuhls traumatisiert sei.



Vierter im Bunde bei der Scheckvergabe des Rotary Clubs Neuwied-Andernach war das Gut Nettehammer, vertreten durch Hermann Viktor Luithlen und seinen Sohn Friedrich. Bei der Entgegennahme eines Schecks in Höhe von 13.000 Euro lobte Friedrich Luithlen insbesondere die internationale Service-Orientierung von Rotary. Durch seine lokale Verankerung, seine Netzwerke und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, könnten Rotary Clubs Dinge bewegen, die größer als sie selbst seien. Das gespendete Geld soll vor allem der Wiederherstellung der zerstörten Brücke des Gutshofs dienen. Die erfahrene Hilfe auch aus der Bevölkerung seit dem 15. Juli war für den jungen Gutsherrn eine komplett neue Erfahrung. Das „Dasein in unserer Gemeinschaft“ habe sich in seiner Sichtweise seitdem sehr verändert.


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