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Nachricht vom 11.09.2021    

„KOPFÜBER“-Theatertreffen eröffnet das „Jusch“ in Neuwied

Von Helmi Tischler-Venter

Intendant Lajos Wenzel hatte am Freitag, dem 10. September doppelten Grund zum Strahlen: „Jusch“, das Junge Schlosstheater für Kinder und Jugendliche, wurde eröffnet mit einer besonderen Veranstaltung, dem Kopfüber-Theatertreffen für junges Publikum in Rheinland-Pfalz unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Eröffnung des Jungen Schlosstheaters. Fotos: Helmi Tischler-Venter

Neuwied. Wegen eines Platzregens bei Mainz, traf Katharina Binz, die Ministerin für Familie, Frauen, Kultur und Integration mit leichter Verspätung in Neuwied ein. „Wir sind komplett!“, war das Stichwort für das auf dem Baugerüst drapierte Ensemble Marabu. „Wie in Bayreuth“, freute sich Wenzel, „aber nicht ganz so ernst.“

Ministerin Binz bescheinigte dem Kinder- und Jugendtheater in Rheinland-Pfalz eine dynamische Entwicklung und versprach, das Land werde auch weiterhin seinen Beitrag leisten zum Kinder- und Jugendtheater. Dieses existiere seit den 70er Jahren bei uns und in der ehemaligen DDR seit den 50er Jahren. Seither habe sich viel getan. Eine eigene Kunstform sei entstanden als notwendiger Bestandteil der Theaterarbeit in Deutschland. „Das Kinder- und Jugendtheater in Rheinland-Pfalz ist quicklebendig, innovativ und voller Inspirationen für alle.

Das „KOPFÜBER“-Theatertreffen ist eine gute Gelegenheit, sich ein Bild zu machen von der Breite des Angebots.“ Alle Fachleute seien zum begleitenden Fachaustausch und zur Vernetzung nach Neuwied gekommen. Nach Analyse der Ministerin warten auf sie und die gesamte Kulturszene einige Aufgaben. So müssten die Alters- und Spartengrenzen stärker überwunden werden, Regisseure und die verschiedenen Kinder- und Jugendtheater müssten zusammengeführt werden und dem Theater obliege die Aufgabe, thematisch und ästhetisch weiter zu diversifizieren. Sie sei überzeugt, dass Lajos Wenzel als Intendant und Gastgeber sich allen Herausforderungen stellen werde. Die Möglichkeiten erweitere er mit dem „Jusch“ als erstem Landes-Theater, das über eine eigene Spielstätte für Kinder- und Jugendtheater verfügt, enorm.

Oberbürgermeister Jan Einig in seiner Funktion als Vorsitzender des Theaterrats, freute sich mit der Eröffnung einer Spielstätte für das „Jusch“ einen weiteren wichtigen Mosaikstein für die Kulturszene Neuwieds setzen zu können. Gerade die Kulturszene erleide in der Corona-Pandemie deutlichere Einschnitte als andere Bereiche. Die Landesbühne offeriere ein qualitativ hochwertiges Programm, das Kinder- und Jugendtheater erhalte im Seitenflügel des Schlosses eine ganz eigene Spielstätte und beginne mit einem Paukenschlag, dem „KOPFÜBER-Theatertreffen“ mit vielen Gast-Theatergruppen. „Theater führt an magische Orte, aber es lässt Raum für Träume. Kinder brauchen Orte, wo Traum und Realität aufeinandertreffen“, resümierte Einig.




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Jutta Staerk von der Comedia Köln aus dem Vorstand der „ASSITEJ“ gefiel der lautmalerische und empowernde neue Name „Jusch“, der wie ein frischer Wind klingt, besonders gut. Nun sei auch Rheinland-Pfalz aus dem Dornröschenschlaf erwacht und eröffne in Neuwied als Erstes ein eigenes Theater für Kinder und Jugendliche, dazu noch im Schloss. Maximilian zu Wied habe an den Traum des Intendanten geglaubt und privat investiert. „An viel zu vielen Stellen sehen wir die Zukunft der nächsten Generation gefährdet. Lassen wir die nicht auch noch ideell verhungern!“, appellierte die Theaterfachfrau und äußerte die Hoffnung, „das Jusch mit eigener Spielstätte könnte ein kleines Zentrum werden.“

Lajos Wenzel dankte Isabell Fürstin zu Wied, den anwesenden Abgeordneten, Stadträten und Sponsoren sowie seinem „tollen Team“ und versprach den wenigen anwesenden Kindern, dass die folgende erste Aufführung im „Jusch“ die letzte sein werde, in der 45 Erwachsene und zwei Kinder sitzen.

Gespielt wurde „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ nach dem Buch von Martin Baltscheit. Es zeigt Kindern anschaulich und liebevoll, wie wichtig es ist lesen und schreiben zu können. Denn der stolze Löwe, der laut brüllen, aber nicht schreiben kann, verliebt sich und muss deshalb dringend einen Liebesbrief schreiben.

Weitere Aufführungen folgen am Samstag und Sonntag. Siehe hier. Das "Jusch" ist barrierefrei konzipiert. Das Foyer zieren Kunstwerke von Elmar Hermann und Ani Schulze. Wir berichteten. Tickets gibt es über die Kasse des Schlosstheaters 02631 – 222 88 oder online über www.schlosstheater.de. (htv)


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