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Nachricht vom 02.09.2021    

Der Druidensteig: Etappe 4 von Daaden bis zum Elkenrother Weiher

Von Katharina Kugelmeier

Auf der vierten Etappe führt er Wandernde von der Bergbaustadt Daaden mit ihrer Barockkirche hinauf zu weiten Hochflächen, vorbei an Schloss Friedewald und über das Neunkhausen‑Weitefelder Plateau bis zum stillen Elkenrother Weiher. Mit rund 13,5 Kilometern Länge und gut 270 Höhenmetern im Aufstieg ist sie eine mittel-schwere Tagesetappe, die den Übergang vom Tal auf die höchsten Lagen des gesamten Druidensteigs markiert.

Blick auf Daaden, dem Ausgangsort der dritten Etappe des Druidensteig. (Foto: Christoph Eul)

Daaden. Der Druidensteig, der auf sieben Etappen von Freusburg nach Hachenburg verläuft und mit etwa 94 Kilometern als längste zertifizierte GeoRoute Deutschlands gilt, verbindet die geologische Vielfalt des Westerwaldes mit seiner langen Bergbau- und Kulturgeschichte. Gerade rund um Daaden wird dieser Charakter deutlich: Die Stadt verdankt ihre Entwicklung dem Erzbergbau, was sich noch heute in der Barockkirche, dem Heimatmuseum und den liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern im Ortskern widerspiegelt. Entlang der Route lassen Infopunkte und GeoBlicke Basaltbrüche, Braunkohleflöze und Klebsandgruben lebendig werden und machen den Blick frei für die geologischen Besonderheiten am Wegesrand.

Die vierte Etappe startet im Herzen von Daaden, unweit von Barockkirche und Heimatmuseum. Ein gelb‑schwarz markierter Zuweg führt vom Bahnhof in wenigen Minuten zum Hauptweg; wer Zeit mitbringt, sollte sich vor dem Aufbruch die Bergbaustadt mit ihren verzierten Fachwerkfassaden und dem kleinen Museum in Ruhe ansehen. Anschließend verlässt der Druidensteig den Ort und steigt auf Natur- und Waldwegen hinauf auf den Hahnenkopf – ein sportlicher Auftakt, der die Muskulatur rasch wieder in Schwung bringt.

Foto: Christoph Eul

Oben angekommen weitet sich der Blick: Zwischen Waldrändern und Wiesen zeigt sich die Landschaft des Daadener Landes, während der Weg weiter in Richtung Friedewald führt. Am Schimmerich informiert ein Geo‑Infopunkt über den früheren Basaltabbau; Halden und Geländestufen lassen erahnen, welche Mengen Gestein hier bewegt wurden. Kurz darauf erreicht man Schloss Friedewald, dessen markanter Zwiebelturm und massives Holztor schon von weitem ins Auge fallen. Die Anlage wirkt wie ein wachender Posten am Rand des Hochplateaus und erzählt von der Herrschaftsgeschichte dieser Grenzregion zwischen Siegerland und Westerwald.

Das Schloss hat eine sehr bewegte Geschichte, wurde es doch einst von Graf Gottfried II. zu Sayn im Jahr 1324 als Schutz- und Trutzburg gegründet, um den Raubritter Albert von Seelbach in die Flucht zu schlagen. Durch diverse Streitigkeiten und finanzielle Probleme verfiel die Burg in den folgenden Jahrzehnten, bis Heinrich IV. zu Sayn im Jahr 1580 das Haupthaus mit der bis heute bedeutenden Renaissance-Fassade errichten ließ. Im 30-Jährigen Krieg wurde das Schloss so stark beschädigt, dass es eine Zeit lang als Steinbruch genutzt wurde, bevor es 1886 Fürst Alexander zu Sayn-Wittgenstein erwarb und mit Kunstinteresse restaurieren ließ. Aufgrund der hohen Kosten musste er das frisch restaurierte Schloss im Jahr 1912 allerdings schon wieder verkaufen. Seitdem wechselte es immer wieder seine Besitzer, jedoch ist es noch immer eines der bedeutendsten Baudenkmäler des Westerwalds. Die im Innenhof befindliche Gastronomie ist leider seit 2015 geschlossen, wodurch eine Einkehr nicht mehr möglich ist und Wandernden nur der Blick von außen auf den markanten Zwiebelturm und das massive Holztor bleibt.

Foto: Christoph Eul

In einem Bogen wandert man durch den hübschen Ortskern und um das Schloss drum herum, bevor man das Schlossdorf wieder verlässt, um auf einen schmalen Waldpfad bergauf zu gelangen. Entlang des Pfades fallen immer wieder große Basaltblöcke auf, die daran erinnern, dass auch hier am Galgenberg früher Basalt abgebaut wurde. Hinter Friedewald beginnt der Weg hinauf in die offene Weite des Neunkhausen‑Weitefelder Plateaus. Auf Höhen um 500 Meter über dem Meeresspiegel verläuft der Druidensteig über schmale Wiesenwege, vorbei an Weideflächen, Hecken und Baumreihen – hier oben erreicht man mit 508 Metern den höchsten Punkt des gesamten Fernwanderweges. Die GeoRoute berührt eines der bedeutendsten Vogelschutzgebiete des Westerwaldes: In dieser Mosaiklandschaft aus Feuchtwiesen, kleinen Mooren, Brachen und Ackerrändern fühlen sich neben Kranichen und Kiebitzen auch seltene Laro‑Limikolen wohl. Spätestens hier wird deutlich, dass der Druidensteig nicht nur ein Bergbauweg, sondern auch ein Weg der Naturvielfalt ist.



Mit sanften Wellen führt der Weg weiter über die Hochebene, bevor es langsam wieder bergab in Richtung Elkenroth geht. Mehrere Natur- und Vogelschutzgebiete säumen den Verlauf; Informationstafeln erzählen von Braunkohleflözen, Klebsandgruben und den Besonderheiten der Böden, die hier für eine einzigartige Flora und Fauna sorgen. Schließlich taucht zwischen Bäumen der Elkenrother Weiher auf – ein stiller, von Wald und Wiesen umgebener See, der als Etappenziel und Rastplatz gleichermaßen beliebt ist. Die letzten Meter legt man auf einem schmalen Fuß- und Naturpfad zurück, bevor man das Ufer erreicht und die Etappe ganz entspannt ausklingen lassen kann.

Foto: Christoph Eul

Auf diesen letzten Metern der Strecke lohnt es sich ganz besonders, die Augen offen zu halten. Neben zahlreichen dauerhaft in diesem Vogelschutzgebiet lebenden Arten kann man vor allem im Frühling und Herbst viele Zugvögel bei einer Rast beobachten. Von Kranichen über Kiebitze bis hin zu den seltenen Laro-Limikolen – die Vielzahl der Vögel lässt hier nicht nur die Herzen von Vogelkundlern höherschlagen. Durch die wie ein Mosaik anmutende Landschaft mit dem Wechsel von offenen Wiesen zu kleinen Baum- und Gehölzgruppen kommt man schließlich zum Elkenrother Weiher. Am gegenüberliegenden Ende kann man schon die Informationstafeln an den Gabionenwürfeln sehen, welche man über einen schmalen Fußpfad am Ufer entlang erreicht. Ein kleiner Naturlehrpfad weist noch einmal auf die besondere Naturlandschaft hin. Außerdem findet man hier weitere Infotafeln, die von den auf dem Neunkhausen-Weitefelder Plateau vorkommenden Braunkohleflözen sowie den sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindenden Klebsandgruben berichten. Seit 1870 wurde rund um Elkenroth nämlich für ungefähr 100 Jahre lang Klebsand abgebaut, zunächst in mühevoller Handarbeit und im Laufe der Jahre immer weiter modernisiert und 1955 schließlich mechanisiert.

Die vierte Etappe des Druidensteigs ist damit geschafft. Rund 13,5 Kilometer, gut 270 Höhenmeter im Aufstieg und der Übergang vom Bergbaustädtchen Daaden hinauf in die weite Hochflächenlandschaft machen sie zu einer abwechslungsreichen, aber gut planbaren Tagesetappe. Mit Daaden und Elkenroth bestehen zudem gute Anbindungen an den ÖPNV: Ein Zuweg verbindet den Bahnhof Daaden mit dem Hauptweg, von Elkenroth führt ein rund 1,5 Kilometer langer, gelb‑schwarz markierter Zuweg zur Bushaltestelle an der Marienberger Straße/Kirchstraße. Wie auf allen Etappen des Druidensteigs empfiehlt es sich, ausreichend Wasser, einen kleinen Snack und wetterangepasste Kleidung mitzunehmen – auf dem Plateau kann der Wind deutlich frischer wehen als im Tal.

Der wenige Fußminuten entfernte Ort Elkenroth bietet verschiedene Einkehr- und Unterkunftsmöglichkeiten. Wer nicht in Elkenroth bleiben möchte, kann dem Druidensteig weiter folgen und über einen markierten Zuweg zum Bahnhof Niederdreisbach kommen. Hier hält die Daadetalbahn, welche die Städte Betzdorf und Daaden anbindet. So kommt man entweder zurück zum Ausgangsort oder in andere Orte mit Übernachtungsmöglichkeiten. Auch wenn diese dritte Etappe eine der leichteren des Druidensteigs ist, sollte man dennoch ein wenig geübt sein und auf jeden Fall eine kleine Ausrüstung dabeihaben. Einkehrmöglichkeiten gibt es kaum, weshalb eine ausreichende Verpflegung im Rucksack mitgenommen werden sollte. Feste Schuhe sind sowieso ein Muss und vor allem Fernwandernde sollten unbedingt wetterfeste Kleidung im Rucksack haben. Auch als Tagestour bietet sich diese Etappe des Druidensteigs an. Am Bahnhof Daaden kann man das Auto kostenfrei parken und am Abend mit der Bahn von Niederdreisbach aus wieder erreichen.

Der Druidensteig ist als Deutschlands schönster Wanderweg 2026 nominiert und freut sich über jede Stimme aus der Wandercommunity. Unter https://www.westerwald.info/druidensteig-waehlen-2026 kann noch bis zum 30.06.2026 abgestimmt werden.

Tour-Informationen:

Art: Fernwanderweg‑Etappe
Schwierigkeit: mittel
Strecke: ca. 13,5 km
Dauer: ca. 4 Stunden
Steigung: ca. 271 Höhenmeter auf, ca. 100–110 Höhenmeter ab
Beschildert: Ja, durchgehend markiert
Beschaffenheit: Naturwege und Wiesenpfade, dazu Waldwege, Schotter- und Asphaltabschnitte
Besonderheit: Barockkirche und Heimatmuseum in Daaden, Geo‑Infopunkt Schimmerich (Basaltabbau), Schloss Friedewald, höchster Punkt des Druidensteigs (508 m), Neunkhausen‑Weitefelder Plateau, Elkenrother Weiher, bedeutendes Vogelschutzgebiet
Startpunkt: Daaden, Stadtmitte/Heimatmuseum; ca. 500 m Zuweg (gelb‑schwarz markiert) vom Bahnhof Daaden
Zielpunkt: Elkenrother Weiher; ca. 1,5 km Zuweg (gelb‑schwarz markiert) zur Bushaltestelle Elkenroth, Marienberger Straße/Kirchstraße

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