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Nachricht vom 29.08.2021    

Neu erbautes „Pulverhäuschen“ bei Oberhonnefeld-Gierend lädt zur Rast ein

Von Helmi Tischler-Venter

Der Verschönerungsverein Oberhonnefeld-Gierend setzte die 2018 bei der Eröffnung des Erz-Wanderwegs geborene Idee, das ehemalige Pulverhäuschen wieder aufzubauen, in die Tat um. Am 28. August nahmen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger an der Fertigstellungsfeier teil.

Das Pulverhäuschen. Fotos: Helmi Tischler-Venter

Oberhonnefeld-Gierend. Am Startpunkt des Erzwegs im Westerwaldpark trafen sich Helfer, Interessierte und Kommunalpolitiker, unter ihnen Ortsbürgermeister Oliver Weihrauch, die ehemalige Ortsbürgermeisterin Rita Lehnert, die das Projekt auf den Weg brachte und die Geschäftsführerin des Naturparks, Irmgard Schröer. Nach dem Erz-Wanderweg wurde auch der Bau des Pulverhäuschens vom Land über den Naturpark mit rund 5.200 Euro gefördert. Den Restbetrag von rund 1.300 Euro steuert die Ortsgemeinde bei, die mit den beiden Projekten die Erzbaugeschichte der Region veranschaulicht.

Unter Führung von Klaus Puderbach ging die Gruppe zuerst ein Stück parallel zur Autobahn und bog dann nach links in den Wald ab. Der Wanderweg führt unterhalb der Grube Georg am sogenannten Pulverhäuschen vorbei, einem Sprengstoffdepot zur Zeit des Bergbaus. An diesem neuen Prunkstück mit seiner markanten Bruchsteinfassade wurde ein Stopp eingelegt. Klaus Puderbach erläuterte die Geschichte des Bauwerks.

Vom Gebäude war 2018 nur noch das Fundament aus Bruchsteinen vorhanden. Als Planvorlage diente eine Tuschezeichnung, die Karl-Heinz Frankhäuser 1997 anhand der Beschreibung von Augenzeugen erstellt hatte.

Da die freigelegten Fundamente irreparabel verwittert waren, wurde das Häuschen - aus Kostengründen mit modernen Baumaterialien - rekonstruiert. Die Planung und Durchführung des Wiederaufbaus lag in den Händen von 15 Mitgliedern des Verschönerungsvereins Oberhonnefeld-Gierend. Die Arbeiten fanden im Jahr 2020 statt. Nach dem ersten Lockdown wurden im Sommer und Herbst rund 25 Arbeitseinsätze durchgeführt. Dabei durfte aufgrund der Corona-Einschränkungen immer nur in kleinen Gruppen bis maximal fünf Personen gearbeitet werden.



Verschönerungsverein und Gemeinde danken allen ehrenamtlichen Helfern, besonders der Dachdeckerfirma Horst Reinhard für die unentgeltliche Montage des Daches, Jürgen Braasch für Planung, Materialeinkauf und vorbereitende Arbeiten, Thomas Braasch für die konstante Versorgung des Arbeitstrupps mit Material und Verpflegung und Axel Born für Rat und Tat bei den Maurerarbeiten.

Das offene Häuschen bietet mit einer Tischgruppe daneben Rast- und Unterstellmöglichkeit. Der Wanderweg wird von Radfahrern und Wanderern rege genutzt. Er führt an bergbaulichen Landmarken vorbei, die informativ beschildert sind, nach Hümmerich.

Wie in fast allen Bergbauregionen wurden auch im Westerwald die Bodenschätze zunächst in Pingen gefördert. Dabei grub man den Erzadern oder Kohleflözen von der Erdoberfläche aus nach, bis das Grundwasser ein Weiterschachten verhinderte. Die Pingen sind heute noch als muldenförmige Vertiefungen im Wald zu erkennen.

Das Mundloch des Kohlseifen-Stollens ist aus Sicherheitsgründen vergittert. Der Stollen ist einer von drei Stollen, die ab 1803 mit Sprengpulver und Pickel in den Berg getrieben und bis 1925 zum Eisenerzabbau genutzt wurden. Der Stollen führte einst durch den Berg hindurch. Im Zuge des Neubaus der ICE-Strecke Köln-Frankfurt 1996 musste der oberste Stollen komplett und der Kohlseifenstollen teilweise mit Beton verfüllt werden.

Bergab und bergauf durch Fichten- und Mischwald und ein idyllisches Bachtal führte der Weg zurück nach Oberhonnefeld-Gierend, wo die Ortsgemeinde im wetterfesten Kultur- und Jugendzentrum (KuJu) die Wanderer zu einem Imbiss einlud. (htv)


Mehr zum Thema:    Westerwaldtipps   
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