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Nachricht vom 26.08.2021    

Forstbetrieb Pfau - kompetenter Ansprechpartner in Sachen Holz

Von Helmi Tischler-Venter

Im Daadener Land, zwischen Derschen, Emmerzhausen und dem Truppenübungsplatz Stegskopf liegt Mauden. Dort verbirgt sich ein Global Player: Forstunternehmen Pfau, 1986 als reiner Holzrückebetrieb von Ulrich und Marlies Pfau gegründet.

Ein Teil des Teams des Forstbetriebes Pfau mit Sandra Köster (3.v.l.), Landrat Enders (4.v.l.) und Lars Kober (3.v.r.). Foto: Wolfgang Tischler

Mauden. Mitte der 1990er Jahre kam die maschinelle Holzernte mit Harvester hinzu. Ein Holz-LKW für den Transport erweiterte zusätzlich den Leistungsumfang. Heute beschäftigt der Betrieb 25 Mitarbeiter in der völlig papierfreien Verwaltung und verfügt über einen umfangreichen Fuhrpark. Weitsicht und Anpassungsvermögen sind Eigenschaften des Unternehmers, die auch Landrat Dr. Peter Enders und den Leiter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Altenkirchen, Lars Kober beeindruckten. Die beiden Herren besuchten zusammen mit Vorständin Sandra Köster von der kreisübergreifenden Regionalinitiative „Wir Westerwälder“ den Holzfachbetrieb im Hinblick auf die am 10. und 11. September digital stattfindenden „Westerwälder Holztage“.

Landrat Enders erläuterte, er nutze gern die Dachmarke „Wir Westerwälder“, um die Region - Westerwaldkreis, Kreise Neuwied und Altenkirchen - zu vertreten und ihre Stärken herauszustellen. Der Holzbereich sei allerdings nicht unproblematisch. Betroffen von der Kalamität seien alle von den Fällern bis zu den Handwerkern.

Geschäftsführer Ulrich Pfau bestätigte das Problem, dass durch die jahrelange Trockenheit der Wald so geschädigt ist, dass große Bestände absterben. Der Wald benötige fünf bis sechs Jahre, um ein Stressjahr zu bewältigen. Die drei Stressjahre hintereinander waren für die Bäume tödlich und ermöglichten dem Borkenkäfer massenhafte Vermehrung, wodurch er bereits die Lüftung von Maschinen zugesetzt hat. Nun geht wegen des Waldsterbens dem Betrieb allmählich die Arbeit aus.

Da von Seiten der Handwerker immer wieder gefordert wird, regionale Betriebe bevorzugt zu beliefern und Landrat Enders einen Runden Tisch anstrebt, der ein Kontingent für die lokale Region garantiert, stellte Juniorchef Alexander Pfau die Frage in den Raum, wo „regional“ anfange und aufhöre. Zudem wies er auf das Problem hin, dass andere Baumarten als die Fichte zu langsam wachsen. Das bedeute, dass „die Industrie nehmen muss, was da ist.“ Alexander ergänzte, dass die viele Bürokratie ein zusätzliches Problem sei.

Ulrich Pfau betonte, man beliefere vorrangig die hiesigen Stammkunden, in erster Linie die Firmen van Roje, Hassel und Mann „mit den Mengen, die die haben wollen“, da fehle es nicht an Holz. Früher sei das Holz maximal 100 Kilometer weit in die Papier-Industrie gefahren worden. Mittlerweile gehen auch bei Pfau 80 Prozent der Ernte mit Zügen in den Export, circa 2.000 Festmeter pro Zug werden weiter weg transportiert. Das meiste Holz geht nach China, was für Europa zunächst die Rettung darstellte. Die Preise werden in den USA gemacht, wo Schnittholz doppelt so teuer ist wie in Europa. Daher geht sehr viel Schnittholz in Containern in den Export. Das exportierte Holz wird in der Zukunft fehlen. Die Holzbeschaffung für die hiesige Holzindustrie wird die Zukunftsaufgabe werden. Pfau sieht die Lösung in der Rückwärtsnutzung der aufgebauten Vertriebswege.



Im Hinblick auf die holzarme Zukunft baut der Unternehmer, der auf viel Erfahrung, modernste Technik im Einklang mit der Natur und lückenlose digitale Dokumentation verweisen kann, zehn Vollernter ab und stellt um auf mehr Wegebau, um seine Fach-Mitarbeiter weiterhin einsetzen zu können. Er will mit Hilfe von LKWs, die alles fahren können, flexibler werden für die Zukunft. Auch einen Hydraulikservice bietet er an mit einem voll ausgestatteten Werkstattbus. „Wir bieten das, was wir können, für Dritte an. Die Arbeit am Holz, dessen gesamte Kette in unserer Hand liegt - vom stehenden Baum bis zum Sägewerk - wird weiterlaufen. Für den Transport sind die (meist privaten) Bahnunternehmen am wirtschaftlichsten. Es gibt viel Wandel auf dem Markt.“

Sandra Köster wies auf die von „Wir Westerwälder“ gestaltete Plattform für die Holzindustrie hin, auf der sich Betriebe darstellen können. Es gibt auch eine Stellenbörse für Fachkräfte und Azubis und über die Schulen sollen Ausbildungswege vorgestellt werden. Am 11. September soll der Startschuss der Seite erfolgen. Am 10. September wird bei van Roje ein Fachbesucher-Tag angeboten. Geplant ist, nach der Aussteller-Akquise Vermarktungswege zu generieren und Schüler-Informationen zu verbreiten. Über die Plattform soll ein nachhaltiges Netzwerk entstehen.

Die beliebten „Westerwälder Holztage“ müssen in diesem Jahr Corona-bedingt digital stattfinden. Aber für das nächste Jahr wird wieder eine Live-Veranstaltung im Sägewerk van Roje in Oberhonnefeld-Gierend geplant, zu der hoffentlich wieder viele interessierte Besucher kommen können.
(htv)



Mehr zum Thema:    Regionale Erzeuger   
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