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Nachricht vom 22.08.2021    

Endlich wieder Kabarett in Waldbreitbach im Hotel zur Post

Normalerweise steht die Überraschung am Ende. In diesem Jahr beginnen die Veranstaltungen mit dem nachgeholten Kabarett „a la surprise“. Die drei Überraschungskünstler und die Veranstalter zeigten sich gleichermaßen froh, wieder einen Saal voller Menschen zu sehen, auch wenn die Abstände sehr groß sein müssen.

Von links: Sabine Murza mit Dudu, Michael Eller und Hans-Hermann Thielke. Fotos: Wolfgang Tischler

Waldbreitbach. Den Rampensau-Start machte Comedian Michael Eller, der schon oft auf Kreuzfahrtschiffen die Gäste unterhielt. Er habe befürchtet, dass ohne Bühnenauftritte seine kreative Seite verstümmele, denn Komik für einen selbst beschränke sich auf Reaktionstests an Mitmenschen beim Augenarzt oder in der Schlange vor der Post. Seine skurrilen Erfahrungen mit Kreuzfahrern teilte der Comedian gern mit seinem Publikum. Er habe regionale Riesenunterschiede im Humor feststellen können: Berliner Humor sei treffsicher bis böse, Schweizer lachten gern zeitverzögert und Wiener besäßen einen sehr morbiden Humor. Die Menschen auf den Schiffen zeigten die komplette Bandbreite sozialen Elends, von der verpönten Liegestuhlreservierung bis zu merkwürdigen Namen.

Stimmgewaltig brachte Sabine Murza alias Murzarella mit ihren Puppen das Waldbreitbacher Publikum zum Toben: Die kapriziöse Frau Adelheid gab ihr Debüt als „Königin der Nacht“, bevor sie erschöpft mit Hitzesausen in ihrer Garderobe verschwand.

Weitere beeindruckende Opernarien verhinderte Kanalratte Kalle Koslowski, den „Meister an der Technik“ zu „richtig geiler Musik“ animierend. Den ACDC-Song „Highway to hell“ röhrten Murzarella und Kalle headbangend gemeinsam. Auch mit „We will rock you“ rockten sie den Saal. „Echt live!“, wie Geschäftsführer Hajo Reuschenbach betonte, denn es war keinerlei Mundbewegung bei der Künstlerin zu sehen.



Ein rotzfrecher Kakadu namens Dudu, der mit Krächzstimme herzergreifend Schlager sang und sich für die Reinkarnation von Frank Sinatra hielt, zeigte im Duett mit seiner Meisterin deren Fertigkeit, blitzschnell in verschiedenen Stimmen und auf exzellentem Niveau zu singen.

Wie immer modisch auf dem neuesten Stand und nach 35 Jahren bei der Post berufsbedingt humoristisch trainiert durch einen Spaß-Aufbau-Lehrgang, analysierte der pedantisch-liebenswerte Beamte Hans-Hermann Thielke seine Kollegen und Kunden an den Annnahmeschaltern mit Diskretionsabstandsmarkierungen. Immer nach dem Motto, dass der Schalterbeamte immer freundlich sein soll, sobald der Kunde in den Schalternahbereich eingedrungen ist. Aufs Lächeln fixiert, vergisst man dann schon mal den Kunden anzusprechen.

Thielke macht sich ab und zu Gedanken, wie später noch alles wird, wobei er peinlich genau nach Futur I und Futur II differenziert. Angst hat er nur vor der drohenden Übermacht der künstlichen Intelligenz, denn jeder vierte Deutsche sei bereits von vorgetäuschter Intelligenz betroffen, er nutze die abgeguckte Mimik eines realintelligenten Menschen.

Nach einem gemeinsamen Finale mit Dudu belohnte das Waldbreitbacher Publikum die Überraschungskünstler mit anhaltendem Applaus.

Die neue Kabarettsaison 2021/22 beginnt am 19. September mit Peter Vollmer: „Es lockt das Weib, doch bockt der Leib“. (htv)


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