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Nachricht vom 06.03.2026    

Der Druidensteig: Etappe 2 von Kirchen (Sieg) nach Herdorf-Sassenroth

Von Katharina Kugelmeier

Auf der neuen zweiten Etappe führt er Wandernde vom Siegtal in Kirchen über aussichtsreiche Höhen, vorbei an der Freusburger Mühle und hinauf zum sagenumwobenen Druidenstein, bevor es durch stille Wälder hinab nach Herdorf-Sassenroth geht. Mit rund 17,6 Kilometern Länge und gut 500 Höhenmetern im Aufstieg ist sie eine der forderndsten Etappen des gesamten Weges.

Bergbau ist in der Region allgegenwärtig. (Foto: Christoph Eul)

Kirchen (Sieg). Der Druidensteig, der auf sieben Etappen von Freusburg bis nach Hachenburg verläuft und mit etwa 94 Kilometern als längste zertifizierte GeoRoute Deutschlands gilt, erschließt die Landschaft zwischen Sieg und Hohem Westerwald. Seit über 2.000 Jahren wird in dieser Region Erz abgebaut, und noch heute prägen ehemalige Gruben, Halden und Pingen das Landschaftsbild. Mehr als 30 Infopunkte entlang des Qualitätswanderweges geben Einblicke in Geologie, Bergbaugeschichte und das Leben der Menschen, die hier über Jahrhunderte vom Erz lebten.

Die zweite Etappe startet direkt am Bahnhof in Kirchen, dessen historisches Empfangsgebäude heute als Restaurant genutzt wird. Von hier folgt man der Markierung des Druidensteigs zunächst durch die Straßen der Stadt, bevor ein Anstieg in Richtung Kahlberg beginnt. Über schmale Waldpfade gewinnt man zügig an Höhe, bis man den Ottoturm erreicht – einen knapp 20 Meter hohen Aussichtsturm, der als GeoBlick eine beeindruckende Rundsicht ins Siegtal, hinüber zur Freusburg und auf die Höhen des Westerwaldes bietet. Wer die 102 Stufen hinaufsteigt, wird mit einem weiten Panorama belohnt, das einen ersten Eindruck von der Dimension der bevorstehenden Wanderung vermittelt.

Foto: Andreas Hof

Nach dieser Aussichtspause führt der Druidensteig weiter über Wald- und Wiesenpfade, die immer wieder Blicke nach Herkersdorf und ins Asdorftal freigeben. Oberhalb von Kirchen-Herkersdorf trifft man auf einen kunstvoll gestalteten historischen Kreuzweg aus den 1920er Jahren, dessen eindrucksvolle Stationen und Sandsteinreliefs den steilen Aufstieg begleiten. Die Ruhe des Waldes, das Knirschen des Bodens unter den Schuhen und die Bildstöcke am Weg schaffen eine fast meditative Atmosphäre – ein starker Kontrast zur Betriebsamkeit im Tal.

Wenig später steht man unvermittelt vor dem Star der Etappe: dem Nationalen Geotop Druidenstein. Der 1 bis 20 Millionen Jahre alte Basaltkegel ragt markant aus dem Hang und gilt als geologisches Highlight des gesamten Druidensteigs. Sagen erzählen, hier hätten Kelten Opfer dargebracht, und noch heute soll man in Vollmondnächten das Wehklagen der Geopferten hören – ob man daran glaubt oder nicht, die besondere Atmosphäre dieses Naturdenkmals ist kaum zu übersehen. Rund um den Fels laden Bänke und eine bewirtschaftete Wanderhütte zur Rast ein; hier bietet es sich an, eine längere Pause einzulegen und den größten Anstieg des Tages Revue passieren zu lassen.

Ab dem Druidenstein ist der härteste Teil der Etappe geschafft. Zunächst geht es bergab in Richtung Hellertal, wo der Weg den Charakter von Waldwegen und schmalen Pfaden annimmt. Auf dem anschließenden Wasserberg fallen dem aufmerksamen Blick immer wieder Pingen – trichterförmige Vertiefungen – und alte Gruben auf, die von intensivem Tagebau in früheren Jahrhunderten zeugen. Infotafeln erklären, wie hier Eisenerz gewonnen und abtransportiert wurde, und machen deutlich, wie sehr der Bergbau Landschaft und Leben geprägt hat.




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Foto: Andreas Hof

Der Weg bleibt abwechslungsreich: Mal führt er durch dichte Wälder, mal über lichte Schneisen mit weitem Blick auf Herdorf, das nun als Band von Dächern im Hellertal zu sehen ist. Kurz vor dem Ziel steigt man noch einmal moderat an, bevor man über den Abstieg nach Sassenroth schließlich das Fördergerüst des Kreisbergbaumuseums erblickt – das markante Wahrzeichen des Etappenendes. Hier, am Geo-Infozentrum des Landkreises Altenkirchen, endet die Etappe mit einem letzten Blick auf Gruben, Loren und Exponate, die die Geschichte der Region lebendig machen.

Die zweite Etappe des Druidensteigs ist damit geschafft. Knapp 18 Kilometer, über 500 Höhenmeter im Aufstieg und mehrere längere Anstiege machen sie zu einer sportlichen, aber äußerst lohnenden Tagesetappe, die Geologie, Bergbaugeschichte und weite Ausblicke ideal verbindet. Wer hier gut ankommt, darf mit einem gewissen Selbstbewusstsein auf die weiteren Etappen blicken – die konditionelle Messlatte liegt auf dieser Strecke bereits recht hoch. Für eine entspannte Tour sollte man ausreichend Wasser, Verpflegung und ein kleines Erste‑Hilfe‑Set mitführen und vorab prüfen, welche Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten in Kirchen, Herdorf und den umliegenden Orten zur Verfügung stehen.

Der Druidensteig ist als Deutschlands schönster Wanderweg 2026 nominiert und freut sich über jede Stimme aus der Wandercommunity. Unter https://www.westerwald.info/druidensteig-waehlen-2026 kann noch bis zum 30.06.2026 abgestimmt werden.

Tour-Informationen:

Art: Fernwanderweg-Etappe
Schwierigkeit: mittel bis anspruchsvoll
Strecke: 17,6 km
Dauer: ca. 5,5 Stunden
Steigung: ca. 520 Höhenmeter auf, 470 Höhenmeter ab
Beschildert: Ja, durchgehend markiert
Beschaffenheit: überwiegend Naturwege und Pfade, dazu Waldwege und kurze Asphaltabschnitte
Besonderheit: Druidenstein als nationales Geotop und geologisches Highlight, Ottoturm und historischer Kreuzweg
Startpunkt: Bahnhof Kirchen (Sieg), Bahnhofstraße, 57548 Kirchen (Sieg)
Zielpunkt: Geo-Infozentrum/Bergbaumuseum des Landkreises Altenkirchen, Schulstraße 13, 57562 Herdorf-Sassenroth

Download GPX-Datei & weitere Infos

Entdecke den kompletten Druidensteig! Hier geht es direkt zu den Etappen:
Etappe 1
Etappe 2
Etappe 3
Etappe 4
Etappe 5
Etappe 6
Etappe 7


In unserer Facebook-Wandergruppe "Wandern im Westerwald" gibt es übrigens auch ständig schöne neue Ecken der Region zu entdecken.

Haben Sie auch einen Wander- oder Ausflugstipp? Dann schreiben Sie uns gerne an westerwaldtipps@die-kuriere.info. Vielen Dank!


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Mehr dazu:   Freizeit   Wandern & Spazieren im Westerwald  
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