Werbung

Nachricht vom 17.08.2021    

Fledermäuse, die Jäger der Nacht brauchen Hilfe

Von Helmi Tischler-Venter

Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kommen 24 Fledermausarten in Deutschland vor, nur zwei davon gelten derzeit als ungefährdet. 16 stehen sogar auf der "Roten Liste" für gefährdete Arten. Obwohl das Interesse an den Insektenjägern groß ist, ist der Mensch für ihren Rückgang verantwortlich.

Foto: Milan Podany, NABU

Region. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ist die Anzahl der Fledermäuse in Deutschland massiv zurückgegangen. Ursache ist einerseits die intensive Land- und Forstwirtschaft, die zum Beispiel durch den Einsatz von Insektiziden ihre Nahrungsgrundlage vernichtet. Der entsprechende Insekten-Schwund wurde in den letzten Jahren eindeutig festgestellt und beklagt. Bei einbrechender Dunkelheit machen sie sich mit Hilfe ihrer Ortungslaute im Ultraschallbereich auf die Jagd nach Insekten. Andererseits schwinden die Lebensräume der Fledermäuse. Viele traditionelle Quartiere fallen Baumfällung und Gebäudesanierung zum Opfer. Auch durch giftige Holzschutzmittel wurden schon ganze Fledermauskolonien ausgelöscht.

Besonders fatal wirken sich Störungen im Winterquartier aus: Aufgeschreckte Tiere können so viel Energie verlieren, dass sie im Frühling nicht mehr aus dem Winterschlaf erwachen. Daher engagieren sich viele Naturschützer für den Schutz von Fledermäusen, indem sie deren Sommerquartiere erfassen, Winterquartiere errichten, versiegelte Stollen mit Durchfluggittern versehen, verunglückte und geschwächte Tiere aufpäppeln und Hausbesitzer oder Kirchengemeinden beraten, in deren Dachstühlen und Kellergewölben sich Fledermäuse eingerichtet haben.

In jedem Jahr beteiligt sich Gruppen des Naturschutzbunds (NABU) an der Europäischen Fledermausnacht mit Führungen in der Dunkelheit und kreativen Aktionen, die viele interessante Fragen von Kindern und Erwachsenen beantworten sollen.

Zum Beispiel:
Wie orientieren sich Fledermäuse bei völliger Dunkelheit? Saugen Fledermäuse Blut? Wie können sie kopfüber schlafen ohne herunterzufallen? Wie vermehren sich die Fledermäuse?




Stellenanzeige

img

Fachkraft (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld


Tagsüber sind die Kobolde der Nacht kaum zu sehen. Sie bewohnen am liebsten alte, höhlenreiche Bäume. In Wohngebieten sind vor allem die kleine Zwerg- und die viel größere Breitflügelfledermaus anzutreffen. Dort leben sie meist unbemerkt unter Verkleidungen oder in Hohlräumen von Mauern sowie in alten Scheunen, an deren Firstbalken sie gern kolonienweise hängen. Ihre Quartiere befinden sich immer in der Nähe von Gewässern, Teichen und Bächen, die reiche Jagdbeute versprechen.

Die Erfahrung zeigt, dass Nistkästen nur ein schlechter Ersatz sind. Manche Fledermausarten nehmen sie zwar an, doch wenn sie versuchen, den Winter darin zu verbringen, erfrieren sie oft.

Am auffälligsten sind die zu Flügeln umgebildeten Vordergliedmaßen mit Krallen. Das heißt: Fledermäuse fliegen mit den Händen. Dafür sehen sie mit den Ohren und schlafen mit dem Kopf nach unten. Die interessanten Tiere können mit insekten- und fledermausfreundlich gestalteten Gärten angelockt werden. Wer sie im eigenen Garten beobachten kann, wird bald feststellen, dass Fledermäuse kein bisschen gruselig sind, sondern faszinierende Flugkünstler, die in den Abendstunden ihr ganzes Können zeigen.

Der BUND empfiehlt: „Sind Fledermausquartiere bedroht, kontaktieren Sie bitte die Naturschutzbehörde Ihres Landkreises oder Ihrer Stadt.“ (htv)


Lokales: Dierdorf & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Sattelschlepper rutscht auf schneebedeckter B256 von der Fahrbahn

Am Montagabend (5. Januar) ereignete sich auf der B256 ein Verkehrsunfall, der zu einer Vollsperrung ...

Die Himmelsscheibe von Nebra: Ein archäologisches Rätsel

Am 16. Januar gibt Prof. Dr. Harald Meller im MONREPOS Archäologischen Forschungszentrum in Neuwied spannende ...

Unfallflucht auf der B256 bei Bonefeld

Am Abend des 5. Januar kam es auf der Bundesstraße 256 bei Bonefeld zu einem Verkehrsunfall mit drei ...

Unfallflucht auf Parkplatz in Dierdorf

Auf dem Parkplatz des DM-Marktes in Dierdorf kam es am 5. Januar zu einer Verkehrsunfallflucht. Ein geparkter ...

Unbekannte beschädigen Bolzplatz in Großmaischeid

In Großmaischeid kam es zwischen dem 2. und 5. Januar zu einem Vorfall auf dem örtlichen Bolzplatz. Unbekannte ...

Internationaler Star-Pianist Dom Pipkin auf Burg Dattenberg

Am 16. April wird die historische Burg Dattenberg zum Schauplatz eines besonderen musikalischen Abends. ...

Weitere Artikel


Schloss Engers: Jazz-Sternstunden unter freiem Himmel

Die 44. Ausgabe des Jazzfestivals Neuwied findet vom 25. bis 28. August als Open Air am Schloss Engers ...

Tafel Puderbach-Dierdorf sucht ehrenamtliche Helfer

Die Tafel Puderbach-Dierdorf sucht für die Ausgabestelle in Puderbach ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. ...

Reiserückkehrer schleppen Corona in Kreis Neuwied ein

Die Kreisverwaltung Neuwied meldet am Dienstag, dem 16. August 21 neue Corona-Infektionen im Kreis. Die ...

Frauen des Wassersportvereins Neuwied auf Paddeltour

Einmal im Jahr bietet die Kanu-Wandersportabteilung des Neuwieder Wassersportvereins (NWV) eine Frauen-Paddeltour ...

Dr. Hermann Josef Sich verstorben

Am 29. Juli ist der ehemalige FDP-Kommunal- und Kreistagspolitiker sowie Studienrat Dr. Hermann Josef ...

Zeugen zu Diebstahl und zwei Unfallfluchten gesucht

Die Polizei Linz sucht zu drei Delikten, die sich am Samstag, den 14. und Sonntag, den 15. August ereignet ...

Werbung