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Nachricht vom 02.08.2021    

Fieberambulanz im Gewerbegebiet Distelfeld geschlossen

Landrat Achim Hallerbach dankt den Soldaten für „unverzichtbare Hilfe“. Fieberambulanz Neuwied ist geschlossen - Gesundheitsamtsleiterin Ilonka Degenhardt: „Zusammenarbeit mit Bundeswehr hat richtig gut funktioniert.“

Landrat Achim Hallerbach und die stellvertretende Gesundheitsamtsleiterin Ilonka Degenhardt dankten den beiden Oberstabsgefreiten Carsten Ackermann (2. von links) und Christof Jeneral stellvertretend für den Einsatz von rund 50 Soldaten in der Fieberambulanz seit April 2020. Foto: Kreisverwaltung

Kreis Neuwied. 16 Monate nach der Eröffnung hat das Gesundheitsamt des Kreises Neuwied seine Fieberambulanz im Gewerbegebiet Distelfeld geschlossen. Grund dafür ist vor allem die deutlich gesunkene Nachfrage. Mussten in der Hochphase bis zu 400 Tests am Tag durchgeführt werden, sind es derzeit im Schnitt noch knapp 30. Hinzu kommt, dass die Bundeswehr ihre Unterstützungskräfte abgezogen und in die Katastrophenregion im Kreis Ahrweiler verlegt hat.

Landrat Achim Hallerbach verabschiedete die Soldaten und dankte ihnen ausdrücklich. „Sie haben ihre Schlagkraft und Disziplin eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Eine unverzichtbare Hilfe“, betonte er und unterstrich, dass er den Abzug bedauert. „Er schmerzt, aber wir können die andere Verwendung natürlich nachvollziehen“, machte Hallerbach deutlich. Der Landrat bekräftigte, dass der Betrieb der Fieberambulanz in der durchgeführten Form ohne die Bundeswehr nicht möglich gewesen wäre.

Ilonka Degenhardt lobte als stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes vor allem die „super-tolle Zusammenarbeit“. Seit April 2020 hätten insgesamt rund 50 Kräfte des Sanitätsregiments Koblenz und des IT-Bataillons Gerolstein sowohl bei der Abnahme der Abstriche als auch bei der Kontaktnachverfolgung unterstützt. „Das hat wirklich richtig gut funktioniert. Ohne sie hätten wir das nicht geschafft“, unterstrich sie. Die beiden Oberstabsgefreiten Carsten Ackermann und Christof Jeneral gaben die lobenden Worte bei der Verabschiedung zurück. „Es war eine schöne Zeit und gab nie Probleme“, sagten sie übereinstimmend.

Die Fieberambulanz im Distelfeld war im März 2020 auf eine Entscheidung des da noch ganz frisch eingerichteten Krisenstabes um Landrat Achim Hallerbach aufgebaut worden und eine der ersten Einrichtungen dieser Art in der Region. Hallerbach dankte allen Einsatzkräften – namentlich auch von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Technischem Hilfswerk – für ihre Arbeit. „Die Fieberambulanz ist damals dank vieler Helfer innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden gestampft worden und war seitdem eine wichtige Dauereinrichtung in der Pandemiebekämpfung. Ich hoffe trotzdem, dass wir sie nicht demnächst wieder brauchen werden“, teilte der Landrat mit und appellierte zum wiederholten Male an die Eigenverantwortung der Menschen. „Bleiben Sie vorsichtig, überlegen Sie gut, ob sie wirklich in diesem Jahr in ein Risikogebiet verreisen müssen und schützen sie sich selbst und andere, in dem sie sich impfen lassen“, sagte er.



Die Fieberambulanz im Distelfeld wird nicht abgebaut. Sollte der Bedarf wieder stark steigen, kann sie zeitnah reaktiviert werden. „Wir wechseln nur in den Standby-Modus. Die Infrastruktur bleibt erhalten“, versicherte Degenhardt.

Die PCR-Testungen auf das Coronavirus führen jetzt ausschließlich niedergelassene Mediziner durch. Es besteht freie Arztwahl, das Neuwieder Gesundheitsamt hat aber zur Sicherstellung ausreichender Kapazitäten eine Vereinbarung mit dem „Testzentrum Neuwied“ in der Marktstraße geschlossen. Damit können auf jeden Fall weiterhin alle Kontaktpersonen von Infizierten sowie Menschen mit einem positiven Schnell-/Selbsttest getestet werden. Auch die Nachtestungen von Infizierten werden selbstverständlich weiter garantiert. Für all diese Personen fallen auch nach wie vor keine eigenen Kosten an, das Gesundheitsamt bleibt der Auftraggeber.

Wie Ilonka Degenhardt erklärte, werden auch weiterhin alle positiven PCR-Tests anschließend sequenziert, also auf mögliche Mutationen untersucht. „Es ändert sich für all diese Menschen im Endeffekt nichts. Sie müssen nur einen anderen Ort aufsuchen“, sagte Degenhardt. Allein diejenigen, die für private Urlaubsreisen Tests brauchen, müssen sich jetzt ebenfalls selbst um eine Möglichkeit kümmern und – wie bislang – auch selbst bezahlen.


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