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Nachricht vom 21.07.2021    

Ellen Demuth auf Sommertour – Station beim Verein Schattentöchter

Gleich zu Anfang der Sommertour von Ellen Demuth, MdL, stand mit dem Besuch von „Projekt Schattentöchter“ schwere Kost auf dem Programm: Die Abgeordnete traf sich zum Gespräch mit den beiden Sozialarbeiterinnen des Vereines.

Ellen Demuth (rechts) im Gespräch mit Betty Kneisler vom Verein Schattentöchter. Foto: privat

Neuwied. „Projekt Schattentöchter“ wurde im Juli 2017 gegründet und ist eine Beratungsstelle, die mit aufsuchender Arbeit Frauen berät, die als Prostituierte arbeiten. Auf Wunsch werden diese Frauen beim Ausstieg aus diesem Gewerbe beraten und begleitet. Ein weiteres wichtiges Anliegendes Vereines ist die Aufklärungsarbeit. Neben den beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen arbeiten 15 ehrenamtliche Frauen und Männer für den Verein.

Betty Kneisler, eine der beiden Sozialarbeiterinnen, gab tiefe und ausführliche Einblicke in ihre Arbeit. Ellen Demuth berichtet: „Entgegen der weitläufig verbreiteten Meinung, vor allem bei Männern, steht fest, dass neun von zehn Frauen sich aus der Not heraus prostituieren oder sogar dazu gezwungen werden. Dies macht deutlich, dass ein Umdenken in unserer Gesellschaft stattfinden muss: Käufliche Sexualität muss verboten werden, kein Mensch darf verkäuflich sein, und Sexualität darf nie erzwungen werden. Die Schilderungen von Frau Kneisler machen einmal mehr deutlich, wie schwierig es ist, für Einrichtungen wie Frauenhäuser oder Beratungsstellen finanzielle Unterstützung in ausreichendem Maße zu generieren.

Der Verein plant im Moment die Einrichtung eines ‚Hoffnungshauses‘ mit fünf Plätzen für von Prostitution betroffene Frauen. Dafür stellt er einen Spendenantrag an ‚Aktion Mensch‘. Dieses Vorhaben werde ich nach Kräften unterstützen.“ Ellen Demuth betont: „Auch die Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit, die der Verein leistet, ist wichtig, vor allem für unsere Kinder. Ich werde mich dafür einsetzen, dass an Schulen viel mehr in diesem Bereich geleistet wird. Denn leider, so berichten die Sozialarbeiterinnen, ist das Thema Pornografie auch an Schulen präsent, und das schon bei Schülerinnen und Schülern ab einem Alter von 11 Jahren. Pornos anzuschauen darf nicht zum Normalfall werden, denn dadurch steigt die Gewaltbereitschaft und die Suchtgefahr in diesem Bereich. Die Methode ‚Loverboy‘ gefährdet unsere jungen Schülerinnen. Projekte wie „Fit for Love“, die es beispielsweise in Hamburg gibt, müssen die Lehrpläne ergänzen, um unsere Kinder frühzeitig aufzuklären. Vereine wie „ProjektSchattentöchter“ könnten diese Projekte durchführen, und dazu beitragen, dass Kinder lernen, dass Liebe und Sex nichts mit Zwang und Gewalt zu tun haben. Beziehungen führen kann man erlernen, und vor allem, dass diese immer selbstbestimmt und freiwillig sein müssen.“



„Ein letzter Bereich, der mir wichtig ist, ist die Ausbildung von Polizisten und Sozialarbeitern. In den Lehrmodulen dieser beiden Studienbereiche sollte die Thematik Sexualdelikte einen größeren Raum einnehmen, damit später im Berufsleben ein professioneller Umgang damit möglich ist. (PM)


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