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Nachricht vom 04.07.2021    

Buchtipp: Limes. Land und Leute - Der raetische Limes in Mittelfranken

Von Helmi Tischler-Venter

Im Jahr 2005 wurde der Obergermanische-Raetische Limes zum UNESCO Welterbe ernannt. Das insgesamt 550 Kilometer lange Bodendenkmal der ehemaligen Grenze des Reiches zwischen Rhein und Donau erstreckt sich von Rheinbrohl bis zum Kastell Eining an der Donau. Durch das Gebiet der Kuriere verläuft der erste Limesteil.

Buch-Cover. Grafik: Verlag

Dierdorf/Oppenheim. Im Band 4 der Schriften aus dem „LIMESEUM“ Ruffenhofen geht es um den 69,3 Kilometer langen Limesabschnitt in Mittelfranken. Es informiert nicht nur über die Limesanlage selbst, sondern auch über die Institutionen und Beteiligten entlang der Strecke. Dabei war es den Herausgebern Andrea May und Matthias Pausch auch wichtig, den Limes in Bezug zu seinem Umfeld zu setzen. Es soll den Anstoß dazu geben, sich mit „den Römern in unserer Region“ zu befassen.

Die Dimensionen des Welterbes erfasst man erst, wenn man sich bewusst macht, dass das ganze System der römischen Grenzen mehr als 7.000 Kilometer umfasst. Es ist ein Traum der Limes-Forscher, irgendwann einmal die gesamten das römische Reich umspannenden Grenzen in Europa, dem mittleren Osten und in Nordafrika in einem gemeinsamen Welterbe vereint zu sehen.

Die moderne Strukturierung des Limes in 15 „Strecken“ beginnend in Rheinbrohl und endend in Hienheim an der Donau geht auf die systematische Forschungsarbeit der 1892 gegründeten Reichs-Limeskommission zurück.

Ein Buchkapitel schildert sehr lebendig das Leben am Limes aus der Sicht eines Soldaten, wie er erzählt haben könnte. Abbildungen von Lagern, Kleidung und Waffen sowie Steinreliefs veranschaulichen die Erzählung.

Das nächste Kapitel „Entwicklung des Limes“ zeigt zuerst den Grenzverlauf in Franken als Luftaufnahme und Kartengrafik, erläutert dann die technische Grenzbefestigung von Holz-Erde-Bauweise über hölzerne Wachtürme und Palisaden bis hin zu Steinbauten. Der Limes im Landkreis Ansbach wird in Fotos und Ausgrabungsprotokollen festgehalten.

Einzelne Kastelle werden vorgestellt: Das Kastell von Ruffenhofen, das Holzkastell Unterschwaningen und das Kastell Dambach mit Funden und geografischen Darstellungen. Danach gibt es einen Überblick über den Limes im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, bevor das Kastell Gnotzheim und Numeruskastell von Gunzenhausen vorgestellt werden. Letzteres ist der nördlichste Punkt des Raetischen Limes auf dem Schlossbuck bei Gunzenhausen.




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Weitere Kastelle in Fortsetzung der Grenze lagen bei Theilenhofen und Ellingen, wie geringe Bodenfunde belegen. Der „Weißenburger Schatzfund“ und gut erhaltene Römische Thermen zeugen vom einstigen Wohlstand von „Biriciana“, dem einstigen Weißenburg. Ein Zentralmuseum vermittelt mit Funden Einblicke in die römische Badekultur.

Der „Römer Erlebnispfad Burgsalach“ führt an einem Turmnachbau, Steinturmresten und touristischen Informationen vorbei. Im Wald finden sich viele Turmstandorte, ein nicht mehr sichtbares Kastell stand beim heutigen Oberhochstatt.

Östlich von Weißenburg biegt die Römerstraße auf dem Jurahochplateau nach Pfünz ab. Dort liegt ein Kleinkastell, eine der am besten erhaltenen Ruinen am gesamten Obergermanisch-Raetischen Limes.

Seit über 500 Jahren beschäftigen sich Forscher mit dem Limes 1731 wurde erschien eine Publikation „Genäuere Vorstellung des alten römischen VALLI und Land-Wehre; Der Pfahl/Pfahl-Heck auch Teuffels-Mauer“. Moderne Forschung bedient sich neben Ausgrabungen moderner technischer Methoden, um die Welterbefläche zu erkennen und zu schützen. Übergeordnete Forschungseinrichtungen sind die 2003 gegründete Deutsche Limeskommission, Universitäten und die Römisch-Germanische Kommission in Frankfurt sowie die Museen.

Mit der App „LIMES mobil“ kann sich man mit dem Smartphone auf Entdeckungstor am Limes entlangbewegen. Motto: „Dafür, dass man nichts sieht, gibt es ganz schön viel zu entdecken!“ Damit das gelingt, kümmern sich viele Ehrenamtliche mit viel Herzblut um das Welterbe. Die Beschilderung des Limes vom Rhein bis an die Donau ist mittlerweile nahezu lückenlos vorhanden.1995 wurde der Verein Deutsche Limes-Straße gegründet, der im Hinblick auf die touristische Erschließung die wichtigste Institution in Deutschland und darüber hinaus ist.

Erschienen ist das Büchlein mit Literaturangeben und zahlreichen Abbildungen im Nünnerich-Asmus-Verlag, ISBN 978-3-96176-147-0. (htv)


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