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Nachricht vom 18.06.2021    

Wäller Tour Brexbachschluchtweg in Grenzau: Rundwanderung im Kannenbäckerland

Von Katharina Kugelmeier

Eine anspruchsvolle Rundwanderung ist die Wäller Tour Brexbachschluchtweg. Durch tiefe Täler, unberührte Wälder und vorbei an schroffen Felsen und scharfen Felshängen führt die Strecke auf über 16 Kilometern. Sogar ein Hauch von Mittelalter können Wandernde erleben, wenn sie die Burgruine Grenzau passieren.

Durch tiefe Täler, unberührte Wälder und vorbei an schroffen Felsen führt der Brexbachschluchtweg. Foto: TI Kannenbäckerland

Grenzau. Mit tollen Ausblicken und spannenden Landschaftswechseln werden Wandernde auf dem Brexbachschluchtweg belohnt. Die als Premiumwanderweg ausgezeichnete Wäller Tour führt auf über 16 Kilometern und mit fast 300 Höhemetern durch wildromantische Landschaften und teils unberührte Natur. Sprudelndes Wasser, schroffe Felsen, so zieht sich die Brexbachschlucht als tiefer Riss vom Rheintal in den Westerwald. Festes Schuhwerk ist auf der über Serpentinen und Pfade führenden Rundtour ein absolutes Muss.

Start der Strecke ist der Wanderparkplatz in Grenzau. Von diesem führt der durchgängig gut ausgeschilderte Weg als erstes hinauf zur Burg Grenzau. Die aus dem Hochmittelalter stammende Spornburg besitzt als einzige Burg Deutschlands einen dreieckigen Bergfried. Sie ist noch heute im Privatbesitz und von April bis Ende Oktober an Wochenenden zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. Weiter geht die Strecke über Waldpfade bis zu den markanten Felsen der Kreuzung am Kaiserstuhl. Nach links führt der Weg weiter bis zum Felssporn, wo eine Bank mit atemberaubender Aussicht über das Brexbachtal zu einer ersten Rast einlädt.

Foto: TI Kannenbäckerland

Über Serpentinen geht es in weiterer Folge steil abwärts ins wildromantische Brexbachtal. Wem dieser Abschnitt zu steil ist, kann mit einem kleinen Umweg über die Ostersmühlen ebenfalls ins Brexbachtal hinab kommen. Dort angelangt gelangt man über einen Waldtrail auf einen Forstweg, welchem man durch den Hochwald wieder zurück in die Talaue folgt. Über eine Wiese geht es vorbei an einem Viadukt, bis man am nächsten Viadukt wieder zurück in den Wald wechselt. Hier erreicht man erstmals die Gleise der Brexbachtalbahn. Während man dem Bachlauf um den Bergsporn herum folgt, kreuzt man diese frühere Bahnstrecke, welche mit zahlreichen Eisenbahnviadukten und dem imposanten Teufelsbergtunnel an die damalige Bedeutung der Strecke erinnert, immer wieder mal.

Foto: TI Kannenbäckerland

Nach Querung der Gleise erreicht man schließlich eine Waldkreuzung, an welcher man auf einen Pfad ins Nebental biegt. Hier geht es wieder bergauf und mit einigen Schlenkern erklimmt man den Teufelsberg, von welchem aus man erneut das Brexbachtal überblicken kann. Nach etwa der Hälfte der Strecke erwartet uns ein weiterer besonderer Ausblick, denn nun können wir erstmals über das Neuwieder Becken schauen. Durch Wald und Wiesen geht es am Modellflugplatz vorbei abwärts bis zu einer Straße, welcher man ein kleines Stück Richtung Alsbach folgt. Gerade bei schönem Wetter lohnt es sich in der Nähe des Modellflugplatzes, den einen oder anderen Blick in den Himmel zu richten. Oft lassen sich die Flugkünste der Modellpiloten mit ihren farbenfrohen Maschinen beobachten.



Hinter dem Dorfgemeinschaftshaus in Alsbach verlässt man die Straße wieder in Richtung offene Felder. Am Waldrand angekommen geht es rechts weiter zu einem Querweg, der zu einem Pfad durch eine tief eingeschnittene Schlucht führt. Durch die Schlucht hindurch wandert man zur nächsten Straße, an der man rechts abbiegt, um dann den Weg ins Masselbachtal zu erreichen. Nach einem traumhaften Aufstieg trifft man erneut auf eine Straße, ab welcher man dann den „Kammerforster Steig“ zum Bahnhof Grenzau nutzt. Am Bahnhof Grenzau geht es nach Überquerung der Straße auf einen Forstweg, über welchen wir an einem weiteren Viadukt vorbei zu unserem Ausgangspunkt gelangen.

Der Brexbachschluchtweg ist eine durchaus sehr anspruchsvolle Wanderung, die weder mit Kilometern noch mit Aufstiegen geizt. Durch die teils serpentinenartigen Wege, Pfade und Trails sollten Wandernde durchaus geübt mit solchen Gegebenheiten sein. Festes Schuhwerk ist ein absolutes Muss, außerdem sollte man vor allem bei warmen etwas zum Trinken mitnehmen, da anstrengende und auch längere Streckenabschnitte ohne Einkehrmöglichkeit sind. Die vielen tollen Eindrücke der vielfältigen Natur und die historischen Überbleibsel belohnen aber für jegliche Mühe und lassen die recht lange Strecke trotzdem sehr kurzweilig wirken. Auch für Kinder kann die Strecke durchaus spannend sein, allerdings sollte man absolut sicher sein, dass die Kinder einer solch schweren Wanderung gewachsen sind.


Tour-Informationen:

Art: Rundweg
Schwierigkeit: schwer
Strecke: 16,4 km
Dauer: 5 Stunde
Steigung: circa 280 Höhenmeter
Familiengeeignet: bedingt
Beschildert: Ja
Beschaffenheit: hauptsächlich Natur- und Schotterwege
Besonderheit: Premiumwanderweg
Startpunkt: Wanderparkplatz Grenzau (Brexbachstraße 11-17, 56203 Höhr-Grenzhausen)
Zielpunkt: wie Startpunkt

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