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Nachricht vom 30.05.2021    

Coronapolitik Rheinland-Pfalz: Fatales Signal für die Chorkultur

Chorverband Rheinland-Pfalz fordert einmal mehr machbare Perspektiven für die Chormusik von der Landesregierung ein. Freude über neuen Kulturstaatsekretär Jürgen Hardeck.

Nach aktueller Vorgabe maximal möglich: Proben in Gruppen von maximal zehn erwachsenen Personen und Chorleiter im Freien. Foto: Frauenchor Dachsenhausen - SiLa

Region. Das Präsidium des Chorverbands Rheinland-Pfalz begrüßt die Ernennung von Prof. Jürgen Hardeck zum neuen Staatssekretär für Kultur. „Diese Ernennung ist insbesondere für die Musikszene ein positives Signal“, so der Präsident des Chorverbands, Karl Wolff. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!“

Kulturentwicklungsplan muss Grundlage für ein Kulturfördergesetz sein
Konstruktiv möchte der Chorverband die kulturpolitische Entwicklung des Landes begleiten. So sei zwar im Koalitionsvertrag kein Kulturfördergesetz verankert, letztlich sei aber der angestrebte Kulturentwicklungsplan zu begrüßen. „Der Kulturentwicklungsplan kann und muss eine solide Grundlage für ein späteres Kulturfördergesetz sein“, bewertet auch Marcus Heintel, Vorsitzender des Kreis-Chorverbandes Bernkastel-Wittlich, die Festlegung im Koalitionsvertrag positiv.

„Als eine der Fachbereichsvertretungen zahlreicher rheinland-pfälzischer Kulturinstitutionen bieten sich die Chorverbände in Rheinland-Pfalz gerne für den Bereich der Chorkultur als Dialogpartner in einem Fachgremium an.“ Die Verantwortlichen im Chorverband haben die Expertise und legen Wert darauf, aktiv am Planungsprozess beteiligt und miteinbezogen zu werden. Nicht zuletzt wäre dies ein deutliches Zeichen der Wertschätzung gegenüber der Amateurmusik. „Alles andere wäre ein fatales Signal für die Chorkulturschaffenden und generell für die Amateurmusik im Land“, bekräftigt Vizepräsident Tobias Hellmann die Erwartungshaltung an Landesregierung und Parlament.

Coronapolitik in Rheinland-Pfalz lässt jede praxisorientierte Perspektive vermissen
Als geradezu desaströs bewertet der Chorverband den augenblicklichen Status quo der Coronapolitik in Bezug auf den Probenbetrieb der Amateurmusik in Chor und Orchester. Diese lasse jede praxisorientierte, planbare Perspektive vermissen. „Fast gewinnt man den Eindruck, als soll der Neustart der Chorkultur bewusst verzögert werden“, zeigt sich Vizepräsident Tobias Hellmann deutlich verärgert. Die Nachbarländer haben bereits sinnvolle, pragmatische Lösungen erarbeitet. So sei beispielweise in Hessen der Probenbetrieb, auch im Innenbereich mit Hygienekonzept, Abstandsregeln und unter Einbeziehung der Ordnungsämter möglich. Voraussetzung sei dort lediglich, dass die Inzidenz eines Kreises entweder fünf Tage unter 50 oder 14 Tage stabil unter 100 liege. „Und dies ohne praxisferne Begrenzung der Personenzahl auf fünf oder maximal zehn Erwachsene, wie in Rheinland-Pfalz. Nur bei uns im Land soll erst noch ein ‚Modellprojekt für die Amateurmusik in Chören und Orchestern mit wissenschaftlicher Begleitung‘ starten. Das wurde bereits mehrfach angekündigt, aber nach wie vor fehlt die konkrete Ausgestaltung“, so Hellmann weiter. Es sei daher nicht verwunderlich, dass diese Ankündigung schlicht als Verzögerungstaktik wahrgenommen werde.




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Der Chorverband Rheinland-Pfalz steht jederzeit als Gesprächspartner zur Verfügung
Bei einer landesweiten Inzidenz von mittlerweile deutlich unter 40, in vielen Landkreisen gar deutlich unter 30 und sogar 20, sei eine Öffnung für die Amateurmusik ganz sicher verantwortlich möglich, das aktuelle Verhalten der Landesregierung vollkommen unverständlich. „Wir fordern die Landesregierung nun dazu auf, wirklich machbare Perspektiven für die Chormusik aufzuzeigen – und damit ein deutliches Zeichen zu geben, dass man auch die Kultur der Amateurmusik im Land ernst nimmt und wertschätzt. Als Hilfestellung können die Konzepte der Landesregierungen in Hessen und auch Bayern dienen“, so der Appell des Chorverband-Präsidiums. „Der Chorverband Rheinland-Pfalz steht, wie bereits im letzten Jahr, erneut als Gesprächspartner zur Verfügung.“
(PM)



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