Werbung

Nachricht vom 18.05.2021    

Sonderausstellung „August Friedrich Siegert - Die kleine Welt in der großen“

Von Helmi Tischler-Venter

Bis zum 29. August 2021 befindet sich im Roentgen-Museum Neuwied die Sonderausstellung „August Friedrich Siegert (1820-1883) – Die kleine Welt in der großen“. Präsentiert werden rund 50 Kunstwerke des in Neuwied geborenen, später in Düsseldorf lebenden Malers und Akademie-Professors August Friedrich Siegert.

August Friedrich Siegert, Die Fruchtmalerin, 1876, Privatbesitz. Fotos: Christian Wucherpfenngig

Neuwied. Museums-Direktor Bernd Willscheid gab am Dienstag, 18. Mai in einer digitalen, kostenlosen Live-Führung einen Einblick in die Ausstellung, die ab 19. Mai zu sehen sein wird.

August Friedrich Siegert gehörte zur Düsseldorfer Malerschule. Anlässlich des Geburtsjahres 1820 fanden bereits Ausstellungen in Düsseldorf und Kleve statt, die dritte Station ist Neuwied.

August Friedrich Siegert entstammte einer Fabrikantenfamilie (Seifen- und Kerzenfabrikanten), die zur Hautevolee der Stadt Neuwied gehörte. Als ältester Sohn hätte er sicherlich die Fabrik übernehmen sollen, er zeigte aber bereits in jungen Jahren großes Talent im Zeichnen und Malen. Das erkannten auch die Eltern und schickten den Jungen mit 15 Jahren auf die Kunstakademie. An der Kunstakademie Düsseldorf wurde August Friedrich Siegert von bedeutenden Lehrern unterrichtet. Später wurde er selbst Professor an der Kunstakademie. Nach dem Studium blieb er in Düsseldorf und heiratete eine Kaufmannstochter. Das Paar hatte zwei Töchter und zwei Söhne.

August Friedrich Siegert hatte ein gutes Marketing, er verkaufte seine Werke gut, auch ins Ausland, wie zwei Seiten des in Neuwied ausgestellten Geschäftsbuchs beweisen. 1883 starb der Künstler mit 63 Jahren an einer Blutvergiftung.

In der Sonderausstellung sind rund 50 Werke ausgestellt, überwiegend Ölgemälde, von denen Bernd Willscheid zwei vorstellte: „Der kleine Kunstfreund“ ist ein sehr beliebtes Bild, wahrscheinlich das bekannteste Motiv. Man sieht darin den Vorraum eines Maler-Ateliers, in dem ein kleiner Junge, Siegerts Sohn Adolf, ein Schlachtengemälde von Wilhelm Kamphausen betrachtet. Das Kind ist so vertieft in das Gemälde, das es sein Holzpferdchen nicht mehr beachtet. Mit dem Bild im Bild zeigt Siegert, dass er ebenfalls in der Lage ist, ein solch aufwändiges Schlachtengemälde zu fertigen. Im Hintergrund steht ein großer Schrank mit Keramik und Porzellan obenauf. Links daneben wird ein Blick in das Atelier gewährt. Dort sitzt ein Maler vor seiner Staffelei. Das Gesicht gibt Adolph Tidemand wieder, einen Malerfreund aus Norwegen und Patenonkel des kleinen Adolf.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Pädagogische Fachkräfte für Wohnstätte (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Gruppenhelfer/in als pädagogische Kraft (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Mittelhof-Steckenstein

Leiter/-in Personal (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Mittelhof

Fachkraft Wohnstätte Einzelfallhilfe (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Das zweite Gemälde mit dem Titel „Die Fruchtmalerin“ aus dem Jahr 1876 zeigt einen großbürgerlichen Salon mit Gobelin und Paravent, in dem eine junge Dame vor einer Staffelei sitzt. Sie ist herrschaftlich bekleidet, eine weiße Schürze schützt die Kleidung. Links hält sie eine Malpalette, rechts einen Malstock. Auf der Erde sieht man eine Zeichenmappe mit Skizzen von Früchten und Obststillleben. Die Vorlage der Malerin ist ein üppiger Aufbau auf dem Tisch: Obstschale, Obstteller, Glaskaraffe und Glas mit roter Flüssigkeit. Das kleinste der drei Kinder, die ebenfalls im Bild sind, will nach dem Obst greifen. Es handelt sich bei ihnen vermutlich um Kinder aus Siegerts Umfeld.

Die Malerin ist Emilie Preyer, eine bekannte Düsseldorfer Obstmalerin, der als Frau der Zugang zur Kunstakademie verwehrt war und die daher Unterricht bei ihrem Vater, dem Stilllebenmaler Johann Wilhelm Preyer nahm. Das Gemälde ist auch ein Stück Sozialkritik, denn Emilie Preyer war so erfolgreich, dass sie ein eigenes Atelier führte.

Der kleine Einblick, den Bernd Willscheid mit seiner Video-Führung gab, motiviert, die Ausstellung im Roentgen-Museum Neuwied live zu betrachten. Das geht ab Mittwoch, dem 19. Mai unter Beachtung der geltenden Corona-Hygiene-Regeln und Terminvereinbarung.
(htv)

Video vom Rundgang durch die Ausstellung




Lokales: Neuwied & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Silvesterrakete sorgt für Schreckmoment auf Autobahnabfahrt bei Oberhonnefeld-Gierend

In Oberhonnefeld-Gierend kam es in der Nacht von Samstag auf Sonntag (21. und 22. März) zu einem gefährlichen ...

Koblenzer Ehepaar rettet historische Bibel vor dem Verfall

Eine wertvolle Bibel aus dem 16. Jahrhundert konnte dank der Unterstützung von Buchpaten restauriert ...

Frühlingserwachen in Hachenburg: Ein Wochenende voller Genuss und verkaufsoffener Sonntag

Frühlingssonne und angenehme Temperaturen lockten die Besucher am Samstag, dem 21. März, zum "Früh im ...

"Montabaur blüht auf 2026" lockte wieder viele Menschen in die Kreisstadt

Es ist schon zur Gewohnheit geworden, von den Wetterverhältnissen in Montabaur eingangs zu berichten, ...

Rheinland-Pfalz-Ausstellung: Expertentipps der Verbraucherzentrale für Besucher

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz präsentiert sich auf der Rheinland-Pfalz-Ausstellung mit einem ...

Historische Einblicke: Ministerratsprotokolle Rheinland-Pfalz online entdecken

Am Mittwoch, 25. März, wird im Landeshauptarchiv Koblenz ein bedeutender Schritt in der Digitalisierung ...

Weitere Artikel


Quartiersmanager Mario Seitz empfängt OB Jan Einig

Oberbürgermeister Jan Einig informierte sich vor Ort bei Quartiersmanager Mario Seitz über die aktuellen ...

Sparkasse Neuwied unterstützt Bildungsförderung

Gesellschaftliches und soziales Engagement ist in der Unternehmensphilosophie der Sparkasse Neuwied fest ...

Der klimagerechte Garten - kostenloser Online Vortrag

Am 8. Juni bietet die Kreis-Volkshochschule Neuwied um 18 Uhr einen kostenlosen Online-Vortrag in Kooperation ...

Auf Gelben Füßen durch den Straßenverkehr

Verkehrssicherheitsprojekt der Unfallkasse Rheinland-Pfalz bietet Kindern Unterstützung auf dem Schulweg ...

Ampel an der Andernacher Straße vorübergehend aus

Im Zuge der Umrüstungsarbeiten von insgesamt 13 Lichtzeichenanlagen vorwiegend in der Neuwieder Innenstadt ...

Zähler werden wieder abgelesen

Ab Samstag, den 22. Mai 2021 wird die Ablesung von Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserzählern wieder persönlich, ...

Werbung