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Nachricht vom 09.05.2021    

"Brothers in Arms" gaben eindrucksvolles Online-Konzert

In der arg gebeutelten Kulturszene des Westerwaldes gelang es wieder einmal dem Kulturwerk in Wissen, einen Silberstreif am Horizont zu erzeugen: „Brothers in Arms“ rockten mit ihren "Dire Straits"-Covers die Bühne, auch wenn die große Halle außer einigen Journalisten, Technikern und Roadies menschenleer war.

"Brothers in Arms" rockten im Kulturwerk Wissen mit ihren "Dire Straits"-Hits die Bühne. Fotos: Wolfgang Rabsch

Wissen. Live Konzerte mit Publikum sind wegen der Pandemie zurzeit leider nicht möglich, deshalb fand man den Ausweg, per Livestream-Konzert den Fans zuhause ein Konzert ins Wohnzimmer zu übertragen, aber auch, um ein Lebenszeichen zu senden. Vorab kann den Organisatoren um Dominik Weitershagen im Kulturwerk bescheinigt werden, dass sie das richtige Näschen hatten, als sie „Brothers in Arms“ zu diesem denkwürdigen Konzert verpflichteten.

Bei diesem Bandnamen klingeln den eingefleischten Fans der „Dire Straits“ die Ohren, denn diese Band hatte ihre Hochzeit in den 1970er und 80er Jahren. Sie hatten sich dem Bluesrock und Roots Rock verschrieben, bei dem Country, Blues und Folk die Richtung vorgeben.

Da standen nun die fünf Ausnahmemusiker von „Brothers in Arms“ auf der Bühne im Kulturwerk. Wo sonst bis zu 1.500 Menschen ausgelassen Party feiern, herrschte eine eigenartige, aber dennoch positive Stimmung. Jedem im Saal war klar, dass sie Zeuge eines einzigartigen Konzertes werden würden, glücklich konnten aber auch diejenigen sein, die das Konzert online gebucht hatten.

Das Konzert kann getrost unter der Überschrift gestellt werden: „Genuss und Emotionen pur“. Ließ es die Band anfangs mit Songs wie „Romeo & Juliet", "So far away" und "Water of Love" als Warm-up etwas ruhiger angehen, spielten die Musiker sich später in einen regelrechten Rausch. Sparsam in den Bewegungen, voll auf ihre Musik konzentriert, verzauberte die Band mit einer Mischung aus Melancholie und Esprit. Die Songs hatten sämtlich Tiefgang, sie lebten vom sparsamen Gesang von Andreas „AL“ Leisner, der genau wie das Original Mark Knopfler auf schrille Gesangseinlagen verzichtete.

Auch bei den „Dire Straits“ stand der Gesang nicht im Vordergrund, die ganz spezielle Musikalität und Virtuosität der einzelnen Musiker beherrschte das Geschehen. Ähnlich wie Mark Knopfler, ist „AL“ Leisner der unangefochtene Kopf von „Brothers in Arms“. Wie er behutsam mit seiner Gitarre umgeht, nicht die Reißfestigkeit der Saiten austestet, sondern sie fast zärtlich streichelt, ist schon beeindruckend. Auch wenn „AL“ Leisner der Kopf der Band ist, brauchen sich die übrigen Bandmitglieder nicht zu verstecken, auch weil Leisner ihnen genügend Spielraum lässt, ihre eigenen musikalischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.



Eine Band ohne Fehl und Tadel

Der Drummer gibt normalerweise in einer Band den Takt und das Tempo vor, Oli Wahner erfüllte diese Aufgabe bis zur Perfektion, mal hämmernd hart, dann wieder ganz sanft mit Gefühl trommelnd, ein Meister seines Fachs saß an der „Schießbude“. Sebastian Netz zupfte an seiner Bass-Gitarre und entlockte ihr wummernde Bass-Sounds, wo hingegen Moritz Schuster an den Keyboards und Kai Liedke mit dem Saxofon der Musik, wenn bei bestimmten Songs erforderlich, einen leicht orchestralen Anstrich gaben. Die Freude, mal wieder auftreten und sich präsentieren zu können, war zum Greifen spürbar.

Im weiteren Verlauf des Konzertes durften die großen Welthits der „Dire Straits“ nicht fehlen: „Sultans of Swing", "Tunnel of Love", "Walk of Life", und "Money for Nothing" weckten bei den Zuhörern viele Erinnerungen. Das Konzert wurde beendet mit dem Monsterhit, der zugleich auch Namensgeber der Band ist: „Brothers in Arms.“ Wer bei dieser überlangen Version nicht von Gefühlen übermannt wurde, dem war nicht mehr zu helfen. „Brothers in Arms“ wirkte fast wie ein Epos, bei dem man sich wünschte, die Band würde nicht aufhören zu spielen.

Zurück zur Realität: In seinem Schlusswort bedankte sich Bandleader „AL“ bei allen, die den Abend ermöglicht hatten, insbesondere bei Dominik Weitershagen, dem Chef des Kulturwerkes, und dessen Team. "AL“ versprach, wieder mit seiner Band nach Wissen zukommen, dann aber vor vollem Haus und bester Stimmung die Hits von „Dire Straits“ zu präsentieren.

Hier noch einige Fakten zur Band: 2002 gegründet, als erste „Dire Straits“ Cover-Band überhaupt in Europa, über 1.000 umjubelte Auftritte folgten im gesamten In- und Ausland. „AL“ Leisner wurde in einer Rudi-Carrell-Show als bestes Mark Knopfler Double ausgezeichnet. (Wolfgang Rabsch)


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