Werbung

Nachricht vom 07.05.2021    

Impfzentrum hat mittlerweile 50.000 Impfungen verabreicht

Das Impfzentrum in Oberhonnefeld arbeitet seit sieben Wochen sieben Tage in der Woche. Die Impfkapazität noch nicht ausgeschöpft. Die Reserveliste ist nur begrenzt einsehbar. Bitte nicht im Zentrum anrufen.

Symbolfoto

Kreis Neuwied. Eine wichtige Wegmarke im Kampf gegen die Corona-Pandemie ist erreicht: Die rund 100 Mitarbeiter des Impfzentrums (IZ) in Oberhonnefeld und der daran angeschlossenen „Mobilen Teams“ haben mittlerweile 50.000 Impfungen verabreicht.

Zeit, die Erreichung dieses Zwischenziels zu feiern, hatten die Mitarbeiter jedoch nicht. Denn am IZ wird nunmehr seit dem 15. März an sieben Tagen in der Woche jeweils von 8 bis mindestens 22 Uhr durchgearbeitet. Auch Feiertage bilden keine Ausnahme. „Was unsere Mitarbeiter leisten, um mitzuhelfen, die in dieser Form bislang einmalige Krise zu bewältigen, ist phänomenal“, lobt Landrat Achim Hallerbach. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass die Kollegen vor Ort in vielen Fällen leider keinen Handlungsspielraum haben und nur umsetzen können, was auf höherer Ebene geplant und organisiert wird.

So teilt das Land die vom Bund für die Impfzentren vorgesehenen Impfdosen den Landkreisen je nach Einwohnerzahl zu. Dass das Oberhonnefelder Impfzentrum dabei im aktuellen Zustand – zwei Impfstraße laufen im Zwei-Schicht-Betrieb – nicht nur allen vom Land gelieferten Impfstoff verarbeitet, sondern durchaus noch Kapazitäten hätte, einige Dosen mehr zu verimpfen, spielt bei der Zuteilung keine Rolle. Eine Vergrößerung oder der Aufbau eines zweiten IZ von Seiten des Kreises wären folglich sinnlos.

Auch die Termine werden rein über die Impfhotline des Landes vergeben. Vor Ort muss lediglich anhand der Unterlagen geprüft werden, ob die Menschen auch eine Berechtigung für die Impfung (Zugehörigkeit zur jeweiligen Prioritätsgruppe) haben. Das hat in der Vergangenheit durchaus dazu geführt, dass Menschen unter Vorgabe nicht korrekter oder unvollständiger Angaben bei der Hotline einen Termin erhalten hatten, dann aber wieder nach Hause geschickt werden mussten. „Keine schöne Situation für unsere Mitarbeiter, sondern eine große Belastung“, sagt Impfkoordinator Werner Böcking. Denn nicht nur teils ungehaltene Reaktionen waren die Folge, letztlich war damit auch jeweils ein Termin umsonst vergeben worden. Immerhin hat Böcking aber erfreut festgestellt, dass solche Fälle bei den weiter laufenden Kontrollen in letzter Zeit deutlich seltener festgestellt worden sind und zuletzt kaum mehr vorkamen.

Mittlerweile hat das IZ auch zumindest einen begrenzten Zugriff auf die Reserveliste des Landes und kann jeweils am Abend noch Impfberechtigte abtelefonieren, ob sie spontan Zeit haben, nach Oberhonnefeld zu fahren und sich impfen zu lassen. So können die Lücken durch nicht genutzte Termine wieder ausgeglichen werden. Böcking und sein Kollege Matthias Blum machen in diesem Zusammenhang noch einmal deutlich, dass es völlig sinnlos ist, eigenständig ohne Termin zum IZ zu fahren. „Wir dürfen diese Menschen nicht impfen, so die Vorgaben der Impfverordnung und des Landes“, betonen sie.



Anders als zunächst gedacht und kommuniziert, ist der Zugriff auf die vom Land für den Kreis geführte Reserveliste jedoch begrenzt. Die Mitarbeiter im IZ können nicht einfach hineinschauen und menschlich verständliche Nachfragen, ob jemand auf dieser Liste steht, beantworten. Daher bitten das Impfzentrum und die Kreisverwaltung eindringlich, von solchen Anrufen abzusehen. Hinzu kommt, dass die Landesliste offensichtlich dynamisch ist. So ist gerade in den vergangenen Tagen zu beobachten gewesen, dass sich noch zahlreiche Menschen der Prioritätsgruppe I neu angemeldet haben und dort nun erscheinen. „Die Liste wächst. Wir können nur vermuten, dass das vor allem an der aktuellen Diskussion um Erleichterungen für Geimpfte liegt“, überlegt Böcking.

Unter dem Strich macht Landrat Achim Hallerbach deutlich, dass die Mitarbeiter den Betrieb des Impfzentrums bei aller Belastung und trotz wechselnder Vorgaben– Stichwort AstraZeneca-Zulassung – hervorragend organisiert haben. „Ich kann nur wiederholen: Die Leute leisten tolle Arbeit. Es wird hier kein Impfstoff verschwendet, weggekippt oder sogar entsorgt“, betont er. Hallerbach macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass der Kreis Neuwied auch weiterhin an seiner Transparenz festhalten und vorliegende Zahlen immer zeitnah veröffentlichen will. Vergleiche oder Gegenrechnungen mit der Gesamtstatistik führen jedoch in die Irre, da nicht alle Zahlen für die jeweiligen Kreise erfasst sind. Das gilt beispielsweise für die Impfungen von Krankenhauspersonal, der Polizei und in Haftanstalten. Auch Auspendler, die zum Beispiel als Pflegekräfte, Krankenhauspersonal, Lehrer oder Polizist in NRW arbeiten und dort geimpft worden sind, tauchen in den Statistiken für den Kreis Neuwied nicht auf. Trotzdem sind diese Menschen faktisch geimpft und damit vor einer schweren Erkrankung geschützt.
PM


Mehr zum Thema:    Coronavirus   
Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Rengsdorf auf Facebook werden!


Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus der Region


Kulturstadt Unkel soll immer schön sauber bleiben

Unkel. Mit Zangen und Spießen sind die Schülerinnen und Schüler zurzeit an der Rheinpromenade unterwegs, um die malerische ...

Collagen von Ulrich Scheel zum Thema Wiederbewaldung

Bendorf. Ulrich Scheel will als kunstschaffender Bürger mit seinen Möglichkeiten und Mitteln einen Beitrag leisten, auf die ...

Polizei Linz meldet drei Unfallfluchten

Verkehrsunfallflucht
Rheinbreitbach. In der Nacht zum Mittwoch wurde der Polizeiinspektion in Linz ein Verkehrsunfall auf ...

Westerwälder Rezepte: Ein Huhn für drei Mahlzeiten

Dierdorf. Unsere Redakteurin Helmi Tischler-Venter erinnert sich: Meine Großmutter, die den Haushalt führte, ging - ohne ...

Frank Potthast verabschiedet sich vom Jobcenter in den Ruhestand

Neuwied. Zwischen ehrenamtlichem Engagement und Plänen für die Freizeit gibt es für den Neu-Ruheständler Potthast immer noch ...

Zeugenaufruf zu Verkehrsunfall und Verkehrsunfallflucht

Windhagen. Am Freitag ereignete sich im Zeitraum von 15:50 Uhr bis 16:05 Uhr in der Hauptstraße in Windhagen eine Verkehrsunfallflucht. ...

Weitere Artikel


Insektenfreundlich: Gewinner der Bienen-Beet-Box stehen fest

Neuwied. An der Aktion konnten sich Bürger aus dem gesamten Kreis beteiligen, die Schottergärten, Rasen- oder Rohbodenfläche ...

Corona im Kreis Neuwied: Inzidenzwert fällt weiter

Neuwied. Der vom RKI berechnete Inzidenzwert liegt bei 125,3.

Im Impfzentrum Oberhonnefeld wurden gestern 152 Erst- und ...

Erneuerung der Wasserleitung zwischen Roßbach und Hähnen

Neuwied. In der Vergangenheit kam es in dem rund 3.400 Meter langen Abschnitt immer wieder zu Versorgungsunterbrechungen. ...

Radtour „Rund um den Knoten“: Rundtour durch typische Westerwald-Landschaft

Rennerod. Eine besonders schöne und abwechslungsreiche Radtour ist die Rundtour „Rund um den Knoten“, deren Name von dem ...

Für Kinderchorland-Preis Rheinland-Pfalz bewerben

Region. Vom 27. August bis zum 9. September rollt der Kinderchorland-Sing-Bus durch Rheinland-Pfalz, sofern es die Zahlen ...

Junge Erwachsene teilen ihr Leben mit der Bibel

Koblenz/Neuwied. Die ökumenische Initiative „AnsprechBar“ lädt zum Bibelteilen ein. Seit dem 13. April findet alle zwei Wochen ...

Werbung