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Nachricht vom 28.04.2021    

Schafsrisse in der VG Altenkirchen-Flammersfeld: Wolfsnachsweise bestätigt

Das Senckenberg-Institut für Wildtiergenetik hat zum ersten Mal mehrere Wölfe an Schafsrissen in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld am 19. und 22. März nachgewiesen. Auch bei einer toten Kuh haben die Experten Wölfe im Verdacht, der Nachweis steht aber noch aus.

In der VG Altenkirchen-Flammersfeld haben Wölfe Schafe gerissen. Der Nachweis ist nun erbracht. (Symbolfoto)

Altenkirchen. Eine Individualisierung ist bei einer solchen Art der Proben meist herausfordernd und nicht gänzlich zuverlässig. Die DNA-Ergebnisse und die Situation der letzten Wochen legen jedoch nahe, dass der Rüde GW1896m für die beiden Risse verantwortlich sein und anschließend ein Jungtier des Leuscheider Rudels die Risse aufgesucht haben könnte.

An zwei weiteren Rissen vom 25. März und 14. April hat das Institut den Wolf GW1896m alleine nachgewiesen. Weitere Wolfsnachweise in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld konnten anhand von Bildern und Kotfunden erbracht werden. Die Individualisierungen von den Proben stehen noch aus.

Ebenfalls Ende März kam es bei Rettersen erneut zu einem Autounfall mit einem Wolf. In diesem Fall konnte GW1956f, eine junge Fähe des Leuscheider Rudels, genetisch bestätigt werden. Eine Nachsuche nach dem vermutlich nur leicht verletzten Tier blieb erfolglos.

Das Senckenberg-Institut hat zudem an einem Wildtierriss am 26. März in der Verbandsgemeinde Kirchberg im Rhein-Hunsrück-Kreis einen Wolf aus der in Rheinland-Pfalz seltener nachgewiesenen Alpenpopulation bestätigt. Eine Individualisierung des Tieres steht ebenfalls noch aus.

Verdachtsfall in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld
Am 26. April hat das Team der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld eine tote Kuh mit leichten Fraßspuren untersucht. Das Tier der ansonsten ausgebrochenen Herde steckte tief in einem schlammigen Bereich der Weide fest und konnte sich vermutlich nicht mehr bewegen. Die Todesursache ist unklar, die Fraßspuren könnten durch verschiedene Tierarten verursacht worden sein. Das Team der SNU hat DNA-Proben genommen und an das Senckenberg-Institut geschickt. Es handelt sich hier bisher um einen Verdachtsfall und keinen bestätigten Wolfsnachweis.



Bei allen Nutztierrissen gab es einen unzureichenden Herdenschutz oder Durchschlupfmöglichkeiten im Zaun. Das Umweltministerium weist darauf hin, dass ein guter Herdenschutz das wichtigste und beste Mittel zur Verhinderung von Übergriffen auf Nutztiere ist und eine Landesförderung von Schutzmaßnahmen in Präventionsgebieten möglich ist.
Um die Tierhalterinnen und Tierhalter erneut umfassend zu informieren, wird aktuell eine Informationsveranstaltung vorbereitet.

Hintergrund:
Das Ministerium hat beim Thema Wolf vorausschauend gehandelt und noch vor den ersten Wolfsnachweisen einen Wolfsmanagementplan erstellt. Nutztierrisse werden zu 100 Prozent entschädigt, wenn sie nachweislich von einem Wolf verursacht wurden. Zudem können bei der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) sogenannte „Notfallzäune“ für unmittelbar Betroffene kostenlos ausgeliehen werden. Ziel ist immer, dass sich Wölfe nicht an das Reißen von Weidetieren gewöhnen. Dies ist am besten durch geeignete Zäune zu erreichen. Informationen zur Zauntechnik und zu den Fördermöglichkeiten gibt es auf der Internetseite des Ministeriums.

Bei Verdacht auf einen Wolfsriss können sich die betroffenen Tierhalterinnen und -halter über die Wolfshotline 06306 – 911199 oder via Mail an wolf(at)snu.rlp.de an die SNU wenden, die auch die Anträge auf Entschädigung entgegennimmt. Sobald Wölfe genetisch oder anhand einer Foto- oder Videoaufnahme bestätigt wurden, werden die Nachweise online hier veröffentlicht. (PM)


Mehr dazu:   Wolf  
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