Werbung

Nachricht vom 25.04.2021    

Amnesty-Gruppe Neuwied hält Mahnwache für Alexej Nawalny

Mit einer Mahnwache bekundet die Neuwieder Amnesty-Gruppe ihre Solidarität mit Alexej Nawalny. Der bekannte russische Oppositionspolitiker wurde trotz schlechten Gesundheitszustands in ein berüchtigtes Straflager gebracht.

Fotos: Jürgen Grab

Neuwied. Amnesty International fordert den russischen Präsidenten auf sicherzustellen, dass der Oppositionspolitiker und Antikorruptionsaktivist Alexej Nawalny sofort freigelassen wird und dafür zu sorgen, dass er während seiner Haft Zugang zu qualifiziertem medizinischem Personal seiner Wahl erhält.

Von der Neuwieder Amnesty-International-Gruppe wurde kürzlich eine Mahnwache auf dem Luisenplatz organisiert, bei der auf das Wirken dieses politischen Widerständlers hingewiesen wurde. Zur Vorgeschichte des Dramas um einen engagierten russischen Bürger ist anzumerken, dass dieser zu Beginn des Jahres eine zunächst zur Bewährung ausgesetzte zweieinhalb-jährige Freiheitsstrafe erhalten hat. Zwischenzeitlich erkrankte Alexej Nawalny während eines inländischen Fluges nach Moskau schwer, wobei eine Vielzahl von internationalen Sachverständigen eine Vergiftung mit dem Nervengift Nowitschok diagnostizierten. Nawalny wurde zur ärztlichen Behandlung nach Deutschland gebracht, wo er in einem sehr kritischen gesundheitlichen Zustand behandelt wurde.

Nach einer erfolgreichen Behandlung kehrte Nawalny freiwillig nach Russland zurück, wurde jedoch bereits auf dem Moskauer Flughafen verhaftet und in eines der für ihre harten Bedingungen berüchtigten Straflager gebracht. Dies war mit der Begründung erfolgt, Nawalny habe sich nicht an die Bewährungslauflagen gehalten, sich regelmäßig bei den Behörden zu melden. Nachdem er sich zuvor durchaus an die Auflagen gehalten hatte, konnte er diese aufgrund seiner Erkrankung und Behandlung in Deutschland später natürlich nicht erfüllen. Im Straflager trat der Inhaftierte in einen Hungerstreik, wobei sich sein Gesundheitszustand zusehends verschlechterte, er jedoch auch keine notwendige ärztliche Behandlung erhielt.

Gemeinsam mit allen deutschen Amnesty-Gruppen organisierte auch die Neuwieder Gemeinschaft der AI-Menschenrechtsorganisation am Samstag (24. April) eine Mahnwache, an der auch weitere heimische Bürgerinnen und Bürger teilnahmen. Zahlreiche Passanten lasen die ausgelegten informierenden Transparente und suchten auch das Gespräch mit den aktiven Mahnwachen-Teilnehmer/innen, die gerne weitere Auskünfte erteilten.

Gruppensprecherin Susanne Kudies erinnerte daran, dass Nawalny im vergangenen Jahr nur knapp einen Giftanschlag überlebt hatte und seine Festnahme nach der Rückkehr aus Deutschland erfolgte, was für Empörung in vielen europäischen Ländern sorgte. Eine entsprechende Beschwerde hatte keinen Erfolg, und er wurde sofort in dieses Straflager mit der Begründung gebracht, dass er gegen Bewährungsauflagen verstoßen habe.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Kita - Assistenz (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57555 Mudersbach

Aushilfe im Gruppendienst auf geringfügiger Basis (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

pädagogische Fachkraft (m/w/d) in Teilzeit

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57518 Alsdorf

Kita - Assistenz (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
51598 Friesenhagen

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Susanne Kudies, Inge Rockenfeller, Manfred Kirsch und Siegfried Kowallek haben nun ein Informationspapier erstellt, in dem sie weitere Informationen über die Aktivitäten von Alexej Nawalny erstellt haben, die sich gegen das von Staatspräsident Putin installierte Oligarchengeflecht (die uneingeschränkte Herrschaft von einigen wenigen Mächtigen) richteten. Der Neuwieder Menschenrechtsaktivist Manfred Kirsch zeigte sich erschrocken darüber, dass die in Russland „gelenkte“ Justiz die Inhaftierung mit der Nichteinhaltung von Bewährungsauflagen begründet hat und wertete dies als blanken Zynismus, da sich Nawalny doch wegen seines lebensgefährlichen Giftanschlages in Deutschland zur Behandlung befand und insofern die angeordneten jeweiligen amtlichen Meldungen nicht erfüllen konnte.

Seine Mitstreiterin in Sachen Menschenrechte, Inge Rockenfeller, hob hervor, dass Anfang des Jahres Amnesty International den russischen Behörden 200.000 Unterschriften übergeben hat, in denen die sofortige Freilassung des russischen Oppositionspolitikers gefordert wurde. „Und auch wir von der Neuwieder AI-Gruppe stehen absolut zu dieser Forderung, denn seine Haftbedingungen kommen Misshandlung und Folter gleich. Wir fordern für Nawalny aktuell eine umfassende medizinische Versorgung, wobei jedoch die sofortige Freilassung aus der Haft im Mittelpunkt unserer Anklagen steht“, betonen die engagierten Amnesty-Protagonisten.

Dabei waren auch die zahlreichen weiteren Teilnehmer/innen an der Mahnwache der begründeten Auffassung, dass die aktuellen Kampagnen der Menschenrechtsorganisation auf jeden Fall weitergehen müssen. “Denn nicht nur Nawalny geschieht Unrecht, sondern ebenso den vielen Teilnehmern von Kundgebungen und Protestmärschen in Russlands Städten, die ihre Meinungs- und Versammlungsfreiheit nicht ausüben können, da sie erbarmungslos durch die Polizei weggedrängt, verprügelt und verhaftet werden“, verweisen die Mitglieder der regionalen Amnesty-Gruppe auf die aktuelle kritikwürdige Situation in Russland.
Jürgen Grab


Lokales: Neuwied & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
   

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Eine-Welt-Laden Neuwied unterstützt Integrationsprojekt "Starke Nachbar*innen"

Der Eine-Welt-Laden Neuwied hat eine großzügige Spende an das EIRENE-Projekt "Starke Nachbar*innen" überreicht. ...

Jubiläum bei "Punch Up Boxing" in Neuwied: Ein Ort für alle Generationen

Seit 25 Jahren ist "Punch Up Boxing" eine feste Größe im Neuwieder Sportgeschehen. Anlässlich des Jubiläums ...

Neuwieds Bürgermeister trifft neuen EIRENE-Geschäftsführer

In Neuwied fand ein bedeutendes Treffen zwischen Bürgermeister Peter Jung und dem neuen Geschäftsführer ...

Abenteuerliche Sommerferien mit dem KiJub Neuwied

Das Kinder- und Jugendbüro Neuwied (KiJub) bot in den Sommerferien ein abwechslungsreiches Programm für ...

Junges Springtamarin sorgt für Aufregung im Zoo Neuwied

Der Zoo Neuwied freut sich über Nachwuchs bei den Springtamarinen. Das Jungtier, das im Juni geboren ...

Mordprozess Amy Lopez: Gutachter hält 81-Jährigen für voll schuldfähig

Am zweiten Verhandlungstag im Mordprozess um die US-amerikanische Studentin Amy Lopez hat der psychiatrische ...

Weitere Artikel


Tankstelle in Dierdorf überfallen

Am Sonntagabend, den 25. April, um 21:03 Uhr, kam es zu einem Raubüberfall durch einen bewaffneten Täter ...

Gleisbauarbeiten am Bahnhof Neuwied

Die DB Netz AG führt im Zuge ihres bundesweiten Sanierungsprogramms Gleis- und Weichenerneuerungen im ...

VC Neuwied: Drei Amerikanerinnen haben Verträge für erste Liga unterzeichnet

Nach den Turbulenzen um die Spielabsagen am letzten Ligawochenende gibt es jetzt gute Nachrichten für ...

Bewässerungskonzept für Stadtbäume auf den Weg gebracht

In der Februarsitzung des Stadtrates hatte die Neuwieder Bürgerliste zusammen mit der FDP ein Bewässerungskonzept ...

Nicole nörgelt – über Günther und die Allesdichtmacher

Ein Anstifter zu Mord und Körperverletzung, der in spätestens einem Jahr „angeklagt und verbrannt“ werden ...

Buchtipp: „Sand im Dekolleté“ von Micha Krämer

Der Autor und Musiker aus dem Westerwald schreibt faszinierende Kriminalromane. Im Ostfrieslandkrimi: ...

Werbung