Werbung

Nachricht vom 23.04.2021    

Hallerbach beantwortet Fragen in Kreisausschusssitzung zu Corona

Von Wolfgang Tischler

Die Fraktion „Die Linke“ hatte in der jüngsten Kreisausschusssitzung vorab einen sehr umfangreichen Fragenkatalog an Landrat Achim Hallerbach eingereicht, die er in der Sitzung sehr ausführlich beantwortete.

Neuwied. Die ersten Fragen bezogen sich auf das Ausbruchsgeschehen von Corona im Kreis Neuwied und den hohen Zahlen im Vergleich zu anderen Landkreisen.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr, der ersten Pandemiewelle, ist das heutige Virus ein anderer Virus. Es ist schneller, er ist aggressiver, er befällt deutlich jüngere Menschen und Jugendliche. Im letzten Jahr war das Virus eine Herausforderung in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser. „Im vergangenen Jahr hatten wir eine deutliche Infektionsentwicklung durch Hotspots. Heute ist die Infektionslage diffus. Wir haben ein absolut ubiquitäres Infektionsgeschehen“, erklärte Achim Hallerbach.

Im Kreis Neuwied erfolgen sehr viele Testungen. Der Kreis hat bereits im letzten Jahr zu Beginn der Pandemie eine Fieberambulanz eröffnet. Dort werden neben Kontaktpersonen und Index-Patienten auch Personen getestet, die aus verschiedenen anderen Gründen (Reiserückkehrer oder Personen, deren Hausärzte keine Coronatests machen) eine PCR benötigen. Im Gegensatz zu anderen Landkreisen fordern wir „enge Kontaktpersonen“ (früher Kontaktperson 1) auf, sich mittels PCR testen zu lassen.

Viele Kontaktpersonen werden dann positiv getestet und gelangen somit in die Statistik. Andere Landkreise setzen enge Kontaktpersonen nur in Quarantäne und machen keine Tests. Da es durchaus symptomlose Verläufe gibt, werden solche Kontaktpersonen während ihrer Quarantäne nicht getestet und fallen auch nicht auf. Hallerbach: „Und noch eins, alle positiven PCR-Tests aus der Fieberambulanz werden auf Vorliegen einer Mutations-Variante überprüft. Damit gehen wir deutlich über die Vorgabe der fünf Prozent des Landes hinaus.“ Positive PoC-Test werden nicht in die Statistik aufgenommen.

Wer viel testet, bekommt auch viele Ergebnisse, auch viele positive Ergebnisse. Deutlich schlimmer wäre es, wenn diese unentdeckten positiven Fälle weiter in der Gegend herumlaufen würden, das Virus damit weiterverbreiten und unerkannt die vulnerablen Gruppen/Menschen gefährden.

Jetzt kann man sicherlich trefflich darüber streiten, testet der Kreis Neuwied zu viel? „Sollen wir weniger testen? Wer weniger testet hat einen niedrigeren Inzidenzwert? Sollen wir das Virus unerkannt und unentdeckt streuen lassen, um damit die Herdenimmunität in der Bevölkerung zu erreichen? Nehmen wir damit auch ein höheres Risiko der Sterblichkeit in Kauf? Riskieren wir damit gegebenenfalls eine Überlastung unseres Gesundheitssystems?“, fragte Achim Hallerbach.



In vielen Fällen ist derzeit nicht zu ermitteln, wo sich die Personen infiziert haben. Häufig sind es Kontaktpersonen und meist über private Kontakte, in den Familien, bei privaten Treffen, gefolgt von beruflichen Kontakten. „Jetzt, in dieser dritten Pandemiewelle ist Vernunft und Eigenverantwortung gefragt!“, mahnte der Verwaltungschef.

Zur Frage wie der Kreis die Zahlen senken wollte führte Achim Hallerbach aus: „Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie stammen seit 13 Monaten aus insgesamt 18 aufeinanderfolgenden Rechtsverordnungen des Landes Rheinland-Pfalz mit insgesamt 25 Änderungsverordnungen die Ausfluss der regelmäßigen Ministerpräsidentenkonferenzen (MPK) mit der Bundeskanzlerin und dem Bundeskanzleramt sind.

Darüber hinaus haben wir über Allgemeinverfügungen ergänzende Maßnahmen, wie zum Beispiel die Maskenpflicht in der Innenstadt von Neuwied, erlassen. Nach der Rechtsverordnung müssen lokale Maßnahmen, die über die Regelungen und Vorgaben des Landes hinausgehen, nach Vorgaben des Landes und im Einvernehmen mit den zuständigen Ministerien erlassen werden. Insbesondere für mögliche Maßnahmen, die weitere massive Grundrechtseinschränkungen nach sich ziehen. Maßnahmen, die weitgehende Auswirkungen auf die Gesamtbevölkerung haben, wie der Wegfall des Präsenzunterrichts an Schulen oder die Schließung von Kindertageseinrichtungen mit ausschließlichen Notbetreuung würden für einen Landkreis allein keine Zustimmung finden.

Grundsätzlich muss die Strategie, Kontakte reduzieren, Abstände halten, Hygienemaßnahmen beachten, testen und impfen sein. Derzeit sind kaum Pflegeheime betroffen, so dass sich die Impfung und die Kontaktbeschränkungen dort wohl auszahlen. Seitdem die Kitas in den eingeschränkten Regelbetrieb gingen, ist es dort ebenfalls ruhiger geworden. Da viele Infektionen im privaten Umfeld geschehen, ist dort ein staatliches Eingreifen schwierig.“
woti

Hier können Sie die Fragen im Wortlaut nachlesen.


Mehr dazu:   Coronavirus  
Lokales: Neuwied & Umgebung

Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Neuwied auf Facebook werden!


Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus der Region


Ärger bei Ärzten und Patienten – KV stoppt ambulante Radiologie in Selters

Selters. Nachdem im April nach wochenlanger Vorbereitung der Zulassungsausschuss der neuen ambulanten radiologischen Versorgung ...

Lesesommer: Neuwieder Stadtbibliothek zieht positives Zwischenfazit

Neuwied. „Die meisten der teilnehmenden Mädchen und Jungen sind noch keine zehn Jahre alt“, hat Anna Lenz beobachtet. Als ...

"Neuwied blüht auf!": Staunen und Mitmachen

Neuwied. „Neuwied blüht auf“ lädt die Neuwieder Bürgerschaft und ihre Gäste an den Augustsamstagen erneut ein zum Staunen ...

Feuerwehr: Netter Besuch aus Schleswig-Holstein in Windhagen

Windhagen. Im gemeinsamen Gespräch mit Ortsbürgermeister Martin Buchholz und dem 1. Beigeordneten der Verbandsgemeinde Asbach, ...

Herbstferien: Fünftägige Jugendbildungsreise in die Toskana

Altenkirchen. In den Herbstferien Spaß haben, Freunde treffen und dabei etwas lernen: Genau diese Kombination bietet die ...

Halbseitige Sperrung der Eisenbahnunterführung Bad Hönningen Süd

Bad Hönningen. Im Zuge einer zwingend notwendigen Baumaßnahme durch die Deutsche Bundesbahn AG wird die Fahrbahn unter der ...

Weitere Artikel


Bad Honnef: Kriminalpolizei ermittelt nach Handtaschenraub

Bad Honnef. Zur Tatzeit gegen 9:20 Uhr befand sich die Geschädigte vor einem Mehrparteienhaus auf der Alexander-von-Humboldt-Straße, ...

Ralf Monschauer bleibt beim VC Neuwied Co-Trainer

Neuwied. Der Vorstand des VC Neuwied war aktiv, um auch Co-Trainer Ralf Monschauer weiter an die Deichstadtvolleys zu binden. ...

Wechsel an Landesbühne Rheinland-Pfalz in Neuwied

Neuwied. Der Vorstand der Stiftung Schlosstheater Neuwied, an dessen Spitze seit Jahrzenten Dr. Peter Barth steht, zeigt ...

Betrugsdelikte in Bad Hönningen

Bad Hönningen. Zunächst erhielt eine 64-jährige Frau gegen Mittag einen Anruf einer männlichen Person, der sich als Mitarbeiter ...

Neuwieder starten Petition gegen die Grundsteuererhöhung

Neuwied. Nachdem wir über die Ratssitzung berichtet hatten, schlugen die Wellen schon hoch. Jetzt haben die Haus- und Grundstückseigentümer ...

Amt für Stadtmarketing verteilt Blumen an Senioren

Neuwied. Dieses Angebot wird bestens angenommen, das Amt für Stadtmarketing verzeichnet hohe Anmeldezahlen für diese spezielle ...

Werbung