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Nachricht vom 21.04.2021    

Kein Starkregenkonzept für Heddesdorf?

Neuwieder Bürgerliste kritisiert Entscheidung der Stadtverwaltung Neuwied. Bereits mehrmals in der jüngsten Vergangenheit hat Starkregen in Heddesdorf und anderen Stadtteilen zu erheblichen Sachschäden geführt.

Symbolfoto

Neuwied. Die Neuwieder Bürgerliste hatte daraufhin von der Stadtverwaltung die bisherigen Vorsorgemaßnahmen erfragt und ob des Ergebnisses ein Starkregenkonzept gefordert. Es hat eine Weile gedauert, aber nun endlich wird zusammen mit dem Ingenieurbüro Björnsen ein solches Konzept entwickelt.

Das entsprechende Förderprogramm des Landes Rheinland-Pfalz sieht neben anderen Kriterien eine Bürgerbeteiligung vor, weshalb Ortsbegehungen in den einzelnen Stadtteilen und Bürgerworkshops geplant sind. Dabei sollen zusammen mit Ortsvertretern und Bürgern vor allem die Bereiche begutachtet werden, die sich bei Starkregen als kritisch erwiesen haben. Heddesdorf ist allerdings bei der Erstellung des Starkregenkonzepts von der Ortsbegehung und damit der Besprechung kritischer Bereiche und eventueller Gegenmaßnahmen vor Ort ausgenommen.

„Für die Bürgerliste ist diese Entscheidung völlig inakzeptabel und angesichts der Auswirkungen von zwei Starkregenereignissen nicht nachvollziehbar“, widerspricht Dr. Jutta Etscheidt als Fraktionsvorsitzende dem Beschluss der Stadtverwaltung. „Wir haben nicht für ein Starkregenkonzept gekämpft, damit betroffene Bürger außen vorgelassen werden.“ Sie kritisiert in diesem Zusammenhang die zu einseitige Anlehnung des geplanten Starkregenkonzepts an die Überflutungsgefahr von Bächen und Flüssen. „Natürlich ist es wichtig, Abflussbehinderungen im Bachbett und damit einhergehende Gefährdungen von Gebäuden zu verhindern. Aber auch bei Überflutungen ohne die Beteiligung von Fließgewässern sollte nach Lösungen zur Vermeidung von Starkregenschäden gesucht werden“, fügt sie hinzu.



Für Heddesdorf bedeutet dies zum Beispiel, dass in den problematischen Bereichen die Kanalisation überprüft und vor Ort alternative Abflusswege für starke Regenfälle gefunden werden müssen. Ebenfalls bei einer Ortsbegehung besprochen werden könnte, wie die natürliche Versickerung erhöht werden kann oder ob es Möglichkeiten gibt, Regenwasser außerhalb des privaten Raums aufzufangen.

Was jeder einzelne Hausbesitzer zusätzlich tun muss und kann, um sein Eigentum zu schützen, hatte die Bürgerliste in einer Informationsveranstaltung nach dem ersten Starkregendisaster in Heddesdorf zusammen mit eingeladenen Experten vorgetragen. Über technische Möglichkeiten des Selbstschutzes geben auch die Servicebetriebe der Stadt Neuwied (SBN) gerne Auskunft.

„Durch das Expertenwissen des Ingenieurbüros Björnsen ergeben sich Möglichkeiten zur Verbesserung von Problembereichen, die allen von der Verwaltung benannten Stadtteilen, aber eben auch den Heddesdorfer Bürgern zugutekommen sollten“, begründet die Bürgerliste ihr Engagement und betont, dass sie sich auch weiterhin für die Einbeziehung Heddesdorfs einsetzen wird.

Unter www.tinyurl.com/starkregen-nr können Problembereiche oder eigene Erfahrungen mit Starkregen an die Stadtverwaltung weitergegeben werden.
PM


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