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Nachricht vom 15.03.2021    

Parents for Future-Aktion in Neuwied

Die globale Fridays For Future-Bewegung ruft am 19. März unter dem Motto “Keine leere Versprechen mehr” zu Protesten gegen die unzureichende Klimapolitik der Regierungen auf.

Neuwied. Denn trotz vollmundiger politischer Ankündigungen steigen die Treibhausgasemissionen kontinuierlich an und das Zeitfenster, um eine sich selbst verstärkende Klimakatastrophe zu verhindern, schrumpft rapide. Statt vieler schöner Worte braucht es Krisenmanagement und konkrete, tiefgreifende politische Maßnahmen, um der Menschheit endlich eine Zukunftsperspektive zu bieten!

Auch in Deutschland werden daher am 19. März corona-konforme Protestaktionen stattfinden. Nach vier Jahren GroKo fällt die Bilanz einer klimagerechten Politik ernüchternd aus: Große Würfe wie ein starkes Klimaschutzgesetz und die Umsetzung einer ökosozialen Steuerreform blieben bisher aus. So wird die Klimakatastrophe mit ihren enormen Schäden für unsere Lebensqualität weiter befeuert.

„Wir erwarten von der Politik endlich handfeste und umfassende Maßnahmen zum Klimaschutz. Auf besseres Wetter zu warten ist keine Option mehr, die gewählten Politiker müssen endlich Verantwortung für Mensch und Natur übernehmen. Ein jeder und jede ist gefragt zu handeln auf allen politischen sowie persönlichen Ebenen. Deswegen gehen wir weiter auf die Straße!”, so Reiner von den örtlichen Parents For Future.

Die For Future Bewegung fordert nicht mehr als die Einhaltung von Kompromissen, die bereits im Pariser Klimaabkommen ausgehandelt worden sind um den Klimawandel auf das gerade so noch erträgliche Maß zu begrenzen. „Um dies zu erreichen, haben wir drei Kernforderungen:
1. Nettonull bis 2035,
2. Kohleausstieg spätestens 2030 und um dies zu ermöglichen natürlich
3. 100 Prozent erneuerbare Energien bis 2035 in allen Sektoren.
Nur so können wir die Verträge einhalten, die bereits unterzeichnet wurden“, so Dana, eine weitere Mitorganisatorin.




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„Ohne einen CO2-Preis, welcher den verursachten Schäden entspricht kann es keinen Umbau zur klimafreundlichen Wirtschaft geben. Viel konsumierende Menschen und Konzerne tragen zudem den größten Anteil an Emissionen zur Klimakrise bei. Unser Wirtschaftssystem rechnet nicht ein, dass Ressourcen begrenzt sind und dass auch die Aufnahmefähigkeit der Meere für CO2 begrenzt ist. Die Folgekosten dafür müssten in den Preisen der Produkte Eingang finden um unsere Wirtschaft fit zu machen für die Zukunft“, so Selina.

Wirtschaftswissenschaftler und Sozialökonomen haben bereits die Bundesregierung dazu beraten, wie ein solches Besteuerungssystem sozial verträglich gestaltet werden kann. Leider werden aktuell diese Möglichkeiten nicht genutzt. Gäbe es eine Pro-Kopf-Auszahlung der Einnahmen (oder eines Teils davon), so würde es sich für jeden und jede lohnen klimafreundlich zu leben. Die steuerliche Belastung läge bei den Verursachern und wäre ein direkter Anreiz Emissionen einzusparen.

Aufgrund der Pandemie wird es keine „klassische“ Demo geben. Die Aktivisten werden in der Neuwieder Innenstadt aus leeren Toilettenrollen, die leere Worthülsen darstellen sollen, ein Banner basteln und damit zur Kreisverwaltung ziehen. Dort dürfen die Anwesenden einer optimistischen Ansprache lauschen. „Gerne können sich uns Menschen noch anschließen, aber müssen dabei selbstverständlich die Coronaauflagen beachten“. Die Gruppe trifft sich am 19. März um 16 Uhr auf dem Luisenplatz und freut sich noch über gesammelte leere Toilettenrollen. (PM)


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