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Nachricht vom 01.07.2018 - 21:42 Uhr    

Haltungsbedingungen im Zirkus fair vergleichen

Der Zirkus Krone hatte während seines Gastspiels in Neuwied alle Stadtratsfraktionen eingeladen, sich bei einer Führung hinter den Kulissen von den guten Haltungsbedingungen der mitgeführten Tiere zu überzeugen. Dr. Jutta Etscheidt von der Bürgerliste „Ich tu´s“ und Tobias Härtling von der „DIE LINKE“ sind dieser Einladung gefolgt, um sich im Vorfeld der sehr emotional geführten Debatte um die Haltung von Zirkustieren eine eigene Meinung zu bilden.

Foto: Wolfgang Tischler

Neuwied. Härtling wies darauf hin, dass es sich bei den besichtigten Tieren nicht um Wildtiere im eigentlichen Sinne handelte. Löwen und Tiger stammen zum Beispiel aus einem Tierpark, wo sie gezüchtet wurden, die Löwen bereits in der 21. Generation. Die Elefanten kommen aus einem Waisenhaus, das Zirkus Krone in Afrika für die Elefantenbabies gewilderter Eltern eingerichtet hat und werden die letzten sein, die der Zirkus führt. Das Nashorn kam aus einem Zoo, wo es eingeschläfert werden sollte. Grundsätzlich gehören Zirkusse zu den am meisten kontrollierten Tierhaltungsbetrieben. Auf Mängelanzeigen in den letzten Jahren hat der Zirkus auch entsprechend reagiert.

„Bis auf wenige, verzüchtete Rassen können Tiere sehr gut ohne den Menschen auskommen, wenn die Umweltbedingungen stimmen. Schließlich hat die Evolution sie nicht für den Menschen gemacht. Sie werden einfach benutzt durch uns. Das ist in der Nutz- und Haustierhaltung genauso wie in Zoos und Tierparks“, gibt Dr. Etscheidt als Tierärztin zu bedenken. „Es ist nicht einzusehen, warum es den Großkatzen im reich dekorierten Freigehege von Zirkus Krone schlechter gehen soll als Wohnungskatzen, insbesondere wenn sie einzeln gehalten werden“, gibt Härtling als Beispiel zu bedenken.

Wegen Langeweile vor sich hinvegetierende “Insassen“ mancher Zoos oder engen Pferdeboxen sowie insbesondere Nutztiere bei der üblichen Stall- oder Massentierhaltung in der Lebensmittelindustrie sehen beide Stadtratsmitglieder deutlich negativer als gut gehaltene und beschäftigte Zirkustiere. Deshalb fänden sie es fair, wenn alle Haltungen miteinander verglichen und entsprechend kritisiert würden anstatt einseitig den Zirkus herauszupicken.
PM Dr. Jutta Etscheidt („Ich tu’s“) und Tobias Härtling (DIE LINKE)

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