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Nachricht vom 07.06.2018 - 10:26 Uhr    

Kamillus-Klinik Asbach als regionaler Ankerpunkt

Auf eine stolze Bilanz verwies der Vorsitzende des Fördervereins, Helmut Reith in seinem umfassenden Rechenschaftsbericht anlässlich der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Fördervereins der DRK-Kamillus-Klinik Asbach e.V. Im zurückliegenden Berichtszeitraum konnten über 32.000 Euro an Spenden und Mitgliedsbeiträge für neue technische Geräte in der Klinik eingesetzt werden. Aber auch aktuelle gesundheitspolitische Entwicklungen und regionale Herausforderungen standen im Fokus der Diskussionen.

Der neue Vorstand des Fördervereins DRK Kamillus Klinik Asbach (v.l.n.r.): Landrat Achim Hallerbach, Provinzialoberin Schwester Gabriela, Ursula Welzel, Bürgermeister Michael Christ, Nicki Billig, Vorsitzender Helmut Reith und Prälat Wilhelm Höhner.

Asbach. Seit der Gründung des Fördervereins im Jahre 2000 konnten für über 300.000 Euro Geräte für eine optimalere Behandlung der Patienten angeschafft werden. Neben Nervenmessgeräten für die Neurologie, wurden weitere technische Apparate für die Diagnostik bei Schlaganfällen, Herzinfarkt und Demenz, Beatmungsgeräte sowie für das Schlaflabor angeschafft. „Ebenso eine flexible 3D-Sonde die über den Rachen in die Speiseröhre eingeführt wird und somit eine Ultra-Schall-Untersuchung des Herzens ohne störenden Faktoren wie Lungengewebe oder Rippen ermöglicht“, so Vorsitzender Helmut Reith. Fünf weitere Komfortpflegestühle und Material für die Geriatrie sollen in einem Gesamtwert von über 11.000 Euro angeschafft werden. „Damit soll auch die Arbeit des Pflegepersonals erleichtert werden“, unterstrich Helmut Reith.

Landrat Achim Hallerbach skizzierte die Entwicklung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum. Die Versorgung mit Ärzten der Allgemeinmedizin wie auch mit Fachärzten werde schon in der näheren Zukunft große Probleme aufwerfen. Achim Hallerbach skizzierte die Ausgangslage. Mehr als 50 Prozent der Hausärzte sind älter als 56 Jahre und scheiden in den nächsten sieben bis acht Jahren statistisch altersbedingt aus. Die Ursachen für die drohenden Defizite liegen in den wenigen jungen Nachrückern und der Bereitschaft eine Praxis auf dem Land zu übernehmen, sowie in dem deutlich höheren Einstiegsalter der Nachrücker. „Dadurch drohen in einigen Regionen deutlich größere Lücken der ärztlichen Versorgung und damit eine deutlich schlechtere Erreichbarkeit der nächsten Arztpraxis“, unterstreicht Hallerbach.

Die Gesundheitspolitik stehe in den kommenden Jahren vor einem erheblichen Wandel. „Ich schätze die Arbeit des Fördervereins der Kamillus-Klinik sehr, da hierdurch der Krankenhaus-Standort Asbach für die ganze Region gestärkt wird. Da die Krankenhäuser sich in den nächsten Jahren auch immer stärker zu Spezialisten entwickeln werden, ist die Klinik durch die Stroke Unit und die MS-Abteilung gut auf die Zukunft vorbereitet“, so Landrat Hallerbach. Diesen strukturellen Wandel gelte es aktiv zu gestalten und nicht nur abzuwarten.

„Wir müssen alles daran setzen, neue Ärzte, junge Mediziner für unsere Region zu gewinnen. Dazu brauchen wir ein gutes und stabiles Krankenhaus“, betonte Hallerbach. Im Umfeld des Krankenhauses und mit der Klinik müsse ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) aufgebaut werden. Die ersten guten Ansätze seien vorhanden.

Eine besondere Herausforderung sieht Hallerbach auch in der Zunahme an Demenz erkrankten Menschen. Hier gilt es durch ehrenamtliches Engagement und den Aufbau von sozialen Netzwerken mit Treffpunkten und Angeboten, diesem Personenkreis wieder Halt und Ansprache zu geben, formuliert er die Aufgabe.

Neue Wege gelte es zu beschreiten. Der Ausbau von Telemedizin, mobile „Arztpraxen“, der Einkauf von ärztlichen Dienstleistungen, das Vernetzen von niedergelassenen Ärzten mit dem Standortkrankenhaus zur Grundversorgung sowie die weitere Entwicklung von ambulanten Diensten und der Standortfaktoren können zur Stabilisierung beitragen. „Wir werden uns dieser gemeinsamen Zukunftsaufgabe aktiv stellen und mit den Akteuren vor Ort um neue Modelle ringen“, so abschließend Landrat Achim Hallerbach.

Bürgermeister Michael Christ unterstrich, dass die DRK Kamillus Klinik im Asbacher Land und darüber hinaus eine feste Größe in der ärztlichen Versorgung darstellt. Mit den niedergelassenen Ärzten sei er im Gespräch, damit auch in Zukunft die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet werde. Die Thematik werde auch vom Verbandsgemeinderat aufgegriffen und behandelt.

Verwaltungsleiter der DRK Kamillus Klinik, Nicki Billig, präsentierte erfreulich gute Entwicklungszahlen für die Neurologische und Innere Abteilung. „Wir haben schon vieles zu einer positiven Entwicklung verändern können, sind jedoch noch weiterhin in einem wichtigen Strukturprozess“, so Billig. Die Klinik plane eine neue Patienten- und Notfallaufnahme, der Ausbau der Wahlleistungsstation, die Erweiterung der Stroke-Unit, der Aufbau einen Risikomanagements, weitere Fort- und Weiterbildungsprogramme, sowie der Ausbau des Qualitätsmanagements.

Ein besonderer Dank ging dabei an die Adresse des Fördervereins, an den Vorsitzenden Helmut Reith, der „mit seinem Wirken in den vergangenen Jahren die Gesamtentwicklung wesentlich begleitet und gefördert“ habe.

Der neue Oberarzt der Fachabteilung Geriatrie, Dr. Ismail Friedrich Khan, skizzierte die Arbeit der sogenannten Altersmedizin. Mit diesem Fachzweig werde die Asbacher Kamillus Klinik in ihrer fachlichen Ausrichtung weiter gestärkt.

Die Mitgliederversammlung wählte einstimmig den Vorstand des Fördervereins DRK Kamillus Klinik Asbach: 1.Vorsitzender Helmut Reith, stellvertretender Vorsitzender Achim Hallerbach, Geschäftsführer Michael Christ, Beisitzer sind Provinzialoberin Schwester Gabriela, Prälat Wilhelm Höhner, Hans Walter und Ursula Welzel.

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