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Nachricht vom 08.06.2018 - 12:59 Uhr    

Scheinbar verlassene Jungvögel sind nicht unbedingt hilflos

Die NABU-Regionalstelle Rhein-Westerwald weist darauf hin, dass man vermeintlich verlassene Jungvögel nicht unbedingt anfassen sollte. So hilflos, wie sie wirken, sind sie laut NABU-Pressemitteilung oft nicht. Die Erklärung: Die Jungen vieler Vogelarten verlassen ihr Nest oder ihre Bruthöhle bereits, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet ist. Damit natürliche Feinde nicht alle noch flugunfähigen Vögel auf einmal entdecken, verteilen sich diese häufig an verschiedene Stellen. Daher: Die Tiere erst beobachten, bevor man eingreift!

Die NABU-Regionalstelle Rhein-Westerwald weist darauf hin, dass man vermeintlich verlassene Jungvögel nicht unbedingt anfassen sollte. So hilflos, wie sie wirken, sind sie laut NABU-Pressemitteilung oft nicht. (Foto: Marcel Weidenfeller/NABU)

Holler/Region. Viele Jungvögel verlassen in diesen Tagen ihre mittlerweile eng gewordenen Nester und Nistkästen. Beim Naturschutzbund (NABU) Rhein-Westerwald häufen sich währenddessen die Meldungen über vermeintlich hilflose Tiere. „Doch nicht immer benötigen diese tatsächlich Hilfe. Die Jungen vieler Vogelarten verlassen ihr Nest bzw. ihre Bruthöhle bereits, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet ist. Damit natürliche Feinde nicht alle der noch flugunfähigen Vögel auf einmal entdecken, verteilen sich diese häufig an verschiedene Stellen z. B. des Gartens oder Wäldchens“, erläutert der NABU per Pressemitteilung. Die Jungvögel stehen durch Bettelrufe in der Regel noch mit ihren Eltern in Verbindung. Als sogenannte Ästlinge werden sie weiterhin versorgt, während sie ihre Flugkünste perfektionieren.

Der NABU empfiehlt, scheinbar hilflose Tiere zunächst an Ort und Stelle zu belassen und aus einem Versteck rund zwei Stunden lang zu beobachten, um den Eltern die Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Nur, wenn in dieser Zeit kein Elternvogel entdeckt wird oder die Jungtiere offensichtlich verletzt oder nahezu unbefiedert sind, sollte eingegriffen werden. „Denn die Chance, dass ein Jungvogel in Freiheit überlebt, ist um ein Vielfaches größer als bei einem Aufzuchtversuch, selbst bei fachgerechter Pflege“, so der NABU. Bei akuter Gefahr durch Katzen oder wenn Jungvögel am Rand einer vielbefahrenen Straße sitzen, sollten die Tiere in einen nahegelegenen Busch gesetzt werden. Die Eltern hören die Rufe der Jungen und nehmen diese selbst nach einer Berührung durch den Menschen wieder an, denn der Geruchssinn ist bei Vögeln kaum ausgeprägt. Säugetiere hingegen sollten nicht berührt werden, damit die Elterntiere sie noch als ihre Jungen erkennen.

Die NABU-Regionalstelle Rhein-Westerwald vernetzt die 13 ehrenamtlich tätigen NABU-Gruppen aus den Landkreisen Altenkirchen, Neuwied und Westerwaldkreis sowie im Raum Koblenz. Die Regionalstelle ist außerdem Anlaufstelle für die Bevölkerung für Fragen rund um den Schutz der heimischen Natur. (PM)

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