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Nachricht vom 05.03.2018 - 11:57 Uhr    

Bären schalten Dinslaken aus und fiebern Herford entgegen

Es war das Jahr 1998, das Jahr in dem eine Neuwieder Eishockey-Mannschaft zum letzten Mal in einem Play-off-Halbfinale stand. 20 Jahre später haben die Bären diese schier endlose Zeit des Wartens beendet und den „Viertelfinal-Fluch" zur Seite geräumt. Damals war's ein 6:5-Sieg im entscheidenden dritten Spiel über Grefrath in der 1. Bundesliga, diesmal öffneten die Bären in Dinslaken die Tür zur Runde der letzten vier mit weniger Risiko, es mit den Nerven zu tun bekommen.

Neuwied jubelt: Zum ersten Mal seit 20 Jahren steht eine EHC-Mannschaft im Play-off-Halbfinale. Foto: Verein

Neuwied. Mit 7:3 ging das vierte Viertelfinale gegen die Kobras an den EHC. „Hochverdient", wie Trainer Daniel Benske urteilte. „Wir haben sehr souverän gespielt, Dinslaken hatte diesmal nicht den Hauch einer Chance." Und das, obwohl dem einen oder anderen Bären noch die Reste der Grippe in den Knochen steckten.

Die Neuwieder Mannschaft war hochkonzentriert, als es galt. Wer am Sonntag am Niederrhein unter den Zuschauern weilte, fragte sich, wie die Deichstädter hier eine Woche zuvor mit 0:7 verlieren konnten. Dieses Ergebnis kam rückblickend betrachtet vielleicht sogar zur rechten Zeit, denn die Bären hatten schon am Freitag im Icehouse die passende Antwort gegeben und beim 6:4 ihre Überlegenheit zum Ausdruck gebracht, um in diesem wichtigen vierten Vergleich noch eine weitere Schippe draufzulegen. „Das war eine super Teamleistung. Alle Spieler haben hervorragende Arbeit geleistet", schwärmte Benske. „Wir waren in allen Bereich die überlegene Mannschaft."

Die Zahlen auf der Anzeigetafel pflichteten dieser Einschätzung bei. Kapitän Stephan Fröhlich (8.), Christian Neumann mit seinem ersten Saisontor (26.) und der nach vier Toren am Freitag noch immer nicht satte Moritz Schug (31.) legten für Neuwied vor. Der EHC behielt zwar die Kontrolle, aber die Giftschlangen kamen trotzdem näher. Sven Linda (32.) und Tom Giesen (35.) verkürzten. Ob Trainer Benske da nervös wurde? „Eigentlich nicht." Ein abgefälschter Schuss Lindas und ein kurzer Moment mit zu viel EHC-Offensivdrang ließen Dinslaken aufkommen. So etwas beeindruckt Neuwied in diesen Tagen allerdings nicht. Am Freitag hatte man zwei frühe Gegentore hervorragend weggesteckt, auch diesmal fingen sich die Bären schnell. Deion Müller legte nur zwei Minuten später das 2:4 nach – Prädikat wichtig. Genauso wie Dennis Schlichts 2:5 in Minute 44. Der am Freitag noch gesperrte Verteidiger machte Dinslaken klar, dass der EHC das dritte Drittel genauso fortsetzen wollte (und es schließlich auch tat) wie er zuvor 40 Minuten lang aufgetreten war.

Kevin Wilson betrieb noch einmal Ergebniskosmetik (46.), ins Spiel zurück brachte dieses Tor die Einheimischen aber nicht mehr. Da stand eine Neuwieder Mannschaft auf der anderen Seite, die zu deutlich überlegen agierte und mit Überzahltoren von Martin Brabec (49.) sowie Stephan Fröhlich (53.) die Feierlichkeiten in die Wege leitete.

Die Botschaft des dritten Neuwieder Siegs in der Serie hatten auch die Dinslakener verstanden, bei ihnen machte sich Frust breit. Mark Alexander Essery wurde von Schiedsrichter Eugen Berger nach zwei Disziplinarstrafen zum Duschen und in die vorzeitige Sommerpause geschickt.

Die lässt für Neuwied noch auf sich warten. Ab Freitag geht es für die Bären im Halbfinale gegen den Herforder EV weiter. Die erste Partie gegen die Ice Dragons muss das Benske-Team auswärts bestreiten. Spiel Nummer zwei steigt dann am Sonntag, 11. März, ab 19 Uhr im heimischen Icehouse. Herford, Neuwieds Viertelfinal-Besieger aus der Vorsaison, verpasste im Viertelfinale der Soester EG einen „3:0-Sweep". Genauso deutlich setzte sich die EG Diez-Limburg gegen die Luchse aus Lauterbach durch. Die Rockets müssen sich unterdessen noch gedulden, bis sie ihren Halbfinalgegner kennen, weil die Ratinger Ice Aliens die Neuauflage des Vorjahres-Endspiels gegen die Hammer Eisbären ausglichen. Am Dienstagabend fällt im fünften Spiel die Entscheidung, ob die Außerirdischen oder Titelverteidiger weiter im Rennen um die Meisterschaft bleiben.

Dinslaken: Frenzel (Zerbe) – Linda, Hüsken, Hofschen, Cornelißen, Linse, Giesen, Tsvetkov – Heffler, Menzel, Essery, Dreyer, Wilson, Spazier, Tanke, Brinkmann, Schöche.
Neuwied: Köllejan (Schaffrath) – Pering, Hellmann, Schütz, D. Schlicht, Wichterich, Neumann – Fröhlich, S. Asbach, Jamieson, Müller, Hohmann, Brabec, Herbel, Etzel, Hamann, Schug.
Schiedsrichter: Eugen Berger.
Strafminuten: 10 + doppelte Disziplinarstrafe und damit automatische Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Essery : 6.
Tore: 0:1 Stephan Fröhlich (Jamieson) 8', 0:2 Christian Neumann (Fröhlich) 26', 0:3 Moritz Schug (Jamieson, Fröhlich) 31', 1:3 Sven Linda (Wilson) 32', 2:3 Tom Giesen (Wilson) 35', 2:4 Deion Müller (Hellmann, Hamann) 37', 2:5 Dennis Schlicht (Jamieson, Brabec) 44', 3:5 Kevin Wilson 46', 3:6 Martin Brabec (Jamieson, D. Schlicht) 49', 3:7 Stephan Fröhlich (Jamieson, Brabec) 53'.



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