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Nachricht vom 14.11.2017 - 19:30 Uhr    

Herausforderung: Stress- und traumasensible Beratung

Der Runde Tisch im Rahmen von RIGG (Rheinland-Pfälzisches Interventionsprojekte gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen) widmete sich im Roentgen-Museum dem Thema der stress- und traumasensiblen Beratung. Die Beratung von traumatisierten Menschen stand im Mittelpunkt der diesjährigen Fachtagung des Runden Tisches Rhein-Westerwald im Rahmen des Rheinland-pfälzischen Interventionsprojektes gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen im Neuwieder Roentgen-Museum.

Von links: Achim Hallerbach, Doris Eyl-Müller, Ulrike Held und Marlis Donnhauser vor dem Infotisch des Runden Tisches Rhein-Westerwald gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen. Foto: Kreisverwaltung

Neuwied. Ulrike Held vom Zentrum für Psychotraumatologie und Traumatherapie Niedersachsen veranschaulichte mit vielen Beispielen aus ihrer langjährigen Praxis wie traumatisierte Menschen in Beratungssituationen oft vermeintlich irrational, der Situation selbst unangemessen reagieren. So könnten Gerüche, Gegenstände oder beispielsweise Handlungen völlig ungeahnt Ängste, Ohnmachtsgefühle oder Erinnerungen triggern und damit für die Beratende Person unverständliche Verhaltensweisen auslösen.

Die Herausforderung für die Beraterinnen und Berater läge in einem solchen Fall darin, den betroffenen Menschen wieder in die Gegenwart zurück zu holen. Mit konkreten Übungen zeigte Ulrike Held, wie es möglich ist durch Atemtechniken und/oder Körperübungen diesen Prozess zu erwirken. Dabei sei ein sogenannter sicherer Ort, also ein gewaltfreier Raum in Wort und Tat absolut notwendig, um ein „Naturschutzgebiet für die Seele“ zu schaffen und somit eine Stabilisierung der Betroffenen zu erreichen.

Auf eine weitere Problematik machte Achim Hallerbach, bereits bei der Begrüßung aufmerksam: „Wer als Berater oder Beraterin ständig mit den Themen Flucht, häuslicher Gewalt, sexualisierte Gewalt oder Kriegsgewalt befassen ist, ist häufig langanhaltenden und hohen Stressniveaus ausgesetzt“. Dies wurde von den anwesenden Fachkräften aus Beratungsstellen, Jugendämtern, Polizei oder Institutionen bestätigt.

Marlis Donnhauser vom Runden Tisch Rhein-Westerwald und Mitarbeiterin des Frauenhauses Westerwald verwies in ihrer Begrüßung auf die im November stattfindenden Infotische in den Landkreisen Altenkirchen, Neuwied und Westerwald.

Im Landkreis Neuwied werden Infotische in Linz (28. November), Neuwied (24. November) und Asbach (27. November) vormittags stattfinden. Infos zu den Fachtagungen des Runden Tisches oder zu den Infoständen: Doris Eyl-Müller, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Neuwied, Email: doris.eylmueller@kreis-neuwied.de , Tel.: 0 26 31 – 803 410



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