Bender & Bender
 Freitag, 24.02.2017, 09:05 Uhr Stellenangebote | Kurz berichtet | Gemeinden | Branchenbuch | Impressum
 Folgen:          Wetter | Kalender | Horoskop | Sudoku | AK-Kurier | WW-Kurier
 
 
Region | Fürthen

Islamischer Kulturverein Fürthen ist tief geschockt

Die Mitglieder des islamisch-türkischen Kulturvereins an der Ulu-Moschee in Fürthen, aber auch viele Freunde und Menschen quer durch den Landkreis Altenkirchen überraschten die Nachrichten von der Durchsuchung durch das BKA, angeordnet durch den Generalbundesanwalt. Bei der Aktion ging es laut Durchsuchungsbefehl um die Wohnung des Imam, nicht um den Verein. Imam Hassan Apkinar hat Deutschland im Dezember 2016 verlassen.
Islamischer Kulturverein Fürthen ist tief geschockt

Symbolfoto: CWS

Fürthen. Die Razzia am 15. Februar in der Ulu-Moschee in Fürthen sorgt für Emotionen und auch für Angst und Sorge. Denn die Darstellungen sprechen ja vom islamisch-türkischen Kulturverein der Ditib. Nur: Die Razzia und die Anordnungen bezogen sich auf die Wohnungen von Imamen in Nordrhein-Westfalen und eben auf die Wohnung von dem früheren Imam Hassan Apkinar in Fürthen. Der Imam hat aber schon im Dezember Deutschland verlassen.

Am Morgen waren anwesende Vereinsmitglieder von der Razzia völlig überrascht worden. Niemand traute sich auch annähernd zu protestieren oder gar den Durchsuchungsbefehl infrage zu stellen. Erst als der Medienrummel begann, wurde klar, wir stehen als Verein in der Öffentlichkeit.

Damit sieht auch der Beirat für Integration und Migration im Kreis Altenkirchen die jahrzehntelange Arbeit des Vereins diskreditiert. Mesut Demiray, Vorsitzender des Beirates und selbst seit Jugendtagen im Verein aktiv, schickte dem AK-Kurier eine Stellungnahme, die wir an dieser Stelle veröffentlichen.

"Ich verurteile die Darstellung unserer Gemeinde in den Medien. Die Durchsuchungen hatten keinerlei Zusammenhang mit den Vereinsarbeiten. Wir kennen und loben den Verein für die gute Zusammenarbeit mit den Kommunen in der Region und wünschen allen Ehrenamtlern weiterhin Motivation bei ihrem Engagement. Unsere turnusmäßigen Sitzungen des Integrations- und Migrationsbeirates des Kreises Altenkirchen finden in den Räumlichkeiten der Gemeinde Fürthen statt. Sehr viele Projekte, die uns ein Zusammenleben miteinander erleichtern, wurden erfolgreich durchgeführt, wie etwa Sommerfeste, Fußball-Hallenturniere, Teilnahme an regionalen Jahresmärkten, Projektarbeiten für Flüchtlinge und vieles mehr.

Die Vereine dienen den kulturellen und religiösen Zwecken und distanzieren sich generell von politischen Angelegenheiten. In den 80er Jahren wurde die Gemeinde durch die Gastarbeiter der 1. Generation gegründet und wird heute von den nächsten Generationen fortgeführt. Seither leisten sie gute Integrationsarbeiten, denn Integration bedeutet zusammen feiern und zusammen trauern können. Integration darf nicht einseitig sein!
Das Ziel wird erst erreicht, wenn sich beide Seiten respektieren, annähern und vertrauen."

Mesut Demiray und sein verstorbener Bruder Metin schafften es mit vielen anderen Personen den Kulturverein zu öffnen und ihm Akzeptanz zu verleihen. Heute ist es ganz normal, dass Kindergartengruppen die Moschee besuchen, Schulklassen melden sich an und beim Tag der offenen Moschee ist jeder willkommen. Die guten Kontakte zu den christlichen Kirchen wurden gepflegt, mit Einladungen etwa zum Fastenbrechen. Die Sommerfeste in Fürthen wurden im Laufe der letzten Jahre immer beliebter und die Institutionen wie etwa Polizei und Feuerwehr sowie die örtliche Politik sind da immer vertreten und man schätzt sich und die Vereinsarbeit. In fast 30 Jahren entwickelte sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Zu einer Spendenaktion des Kulturvereins kam es im Herbst 2015 mit einem Fest. Die steigenden Zahlen der Flüchtlinge ließen den Verein tätig werden. Der Vorstand des Vereins mit dem Vorsitzenden Aziz Ata begrüßte dazu viele hundert Gäste, die die Gastfreundschaft bei leckeren Speisen und vielen Aktivitäten genossen. Gespendet wurde für die Flüchtlingsarbeit in den Verbandsgemeinden Wissen und Hamm. Das Geschehen in Fürthen um die Ulu Moschee und den Verein ist tragisch. Vor allem für die vielen Leute, die sich da ehrenamtlich engagieren, sowie für die Jugend, die in die Vereinsarbeit hineingewachsen ist.

Die Ditib mit Sitz in Köln ist der Dachverband und in Deutschland werden rund 900 Moschee-Gemeinden betreut. Die Ditib hat klar umrissene Aufgaben, die kann jeder im Netz nachlesen. Sie ist beim Einsatz der Imame gebunden an die Weisungen der staatlichen Behörde Diyanet İşleri Başkanlığı (deutsch: Präsidium für Religionsangelegenheiten) und diese Behörde ist direkt dem Ministerpräsidenten unterstellt. In dieser Behörde werden die Imame ausgebildet, aber auch die Predigten für die Freitagsgebete vorgeschrieben und entsprechend in die Gemeinden geschickt. Die entsendeten Imame werden von der staatlichen Behörde bezahlt. Die Ditib-Gemeinden vor Ort bekommen die Imame zugewiesen, sie müssen den Wohnraum stellen.

Vier Imame waren schon im letzten Jahr ins Visier der Behörden gerückt. Sie sollen angeblich Agenten- und Spitzeltätigkeiten ausgeübt haben. Zum Ergebnis der Maßnahmen gibt es noch keine offiziellen Stellungnahmen.

Dass sich derzeit niemand in Fürthen zu diesen Vorwürfen gegen den früheren Imam äußern will, ist verständlich. Hier sitzt das Geschehene tief und man will die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten. Aber klar ist auch: der Fürthener Verein will sich nicht unterkriegen lassen, denn für die mittlerweile vierte Generation ist das Heimat geworden. (hws).


Kurtscheider Möhnen außer Rand und Band
Kurtscheid. Die Karnevalisten in Kurtscheid feiern in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. ...
Polizeidirektion Neuwied gibt die Unfallzahlen 2016 bekannt
Altenkirchen/Neuwied. Der Anstieg der Anzahl der Unfälle kommt aus dem Bereich der Polizeiinspektion ...
Unterstützung bei Betreuung traumatisierter Flüchtlingskinder
Kreisgebiet. Wie Erzieherinnen und Erzieher in den Kindertagesstätten fachlich beurteilen können, ...
Fliegendes Klassenzimmer an der Brüder-Grimm-Schule
Neuwied. Im Herbst hat der Kreisausschuss dann entschieden, kein weiteres Fertigmodul anzuschaffen, ...
Generationenkino startet wieder
Neuwied. Am Dienstag, 7. März, startet die neue Runde mit der Komödie „Der Hundertjährige der ...
Brot aus dem Backes für den guten Zweck
Windhagen. Der Backes wurde am Abend vor dem Backen vom Gerätewart Martin Bielefeld reichlich ...
 
Unterstützung für das Mehrgenerationenhaus Neuwied
Neuwied. Eine Welt ohne Internet? Arbeiten ohne PC, Laptop oder mobile Endgeräte? Heutzutage ...
11 Medaillen für KSC Karate Team bei der East Open
Puderbach. Das Ergebnis der einzelnen Starter war bereits früh im Jahr auf einem hohen Niveau: ...
Weltfrauentag im Kino Cine5 in Asbach
Asbach. Der Film erzählt die Geschichte von zwei Frauen in Fukushima: Die junge Deutsche Marie ...
Der MGV 1899 Dernbach präsentiert seine Hitparade
Dernbach. Inspiriert von der SWR1-Hitparade, bei der jährlich die Radiohörer ihre 1.000 Lieblingssongs ...
Mank Factory Outlet in Mülheim-Kärlich eröffnet am 1. März
Dernbach. Mank Geschäftsführer Lothar Hümmerich dazu: „Die Kunden des Kerzencenters werden ...
IWC Neuwied-Andernach - Hilfe für Frauen in Nigeria
Neuwied. Die bundesweit gesammelten Spenden kommen in diesem Jahr einem Projekt in Nigeria ...
 
Anzeigen
Get Adobe Flash Player
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Über den Verlag

Auf unserer Verlagsseite finden Sie mehr Informationen über den Verlag und unser Team.

zur Verlagsseite »
Folgen Sie uns
Mediadaten

Die aktuelle Preisliste und Mediadaten finden Sie hier.

Mediadaten »
Kontakt

eMail: redaktion@nr-kurier.de

Kontaktformular »